Die Regatta in Köln hat sich gelohnt

 

Bereits am Mittwoch starteten Liam Gerding, Tobias von Randow (BSC), Marie Wintjen und Trainer Willy Debus ins Regattawochenende. Bevor es allerdings nach Köln ging, führte sie die Reise zuerst in die andere Richtung des Landes. In Dresden standen noch ein paar intensive Trainingstage im Vierer an, bevor sich schließlich alle am Freitag nachmittag am Fühlinger See trafen. Nach sintflutartigen Regenfällen auf der Autobahn, war es in Köln wieder trocken, einzig der starke Gegenwind ließ die ein der andere Sorgenfalte auf des Trainers Stirn erkennen. Mit dem aus Bremen angereisten Rest (Gerd Tapken, André Müller (BSC), Elena Warrlich, Jane Oghide und mir) war die Gruppe dann vollständig.

Nach den ersten Kilometern auf dem Fühlinger See und hervorragender Verpflegung durch den Dresdner RC trennten sich unsere Wege, denn Marie, Liam, Tobi und Gerd schliefen im Hotel, während Elena, Jane, André, Willy und ich mit den 82ern nach Bonn in die Turnhalle der Bonner RG fuhren. Dort fielen wir nach einem kurzen Plausch am Rhein müde auf unsere Luftmatratzen.

 

Samstag morgen wurde es dann ernst. Den Anfang machten Elena und Jane im Doppelzweier. Leider hatten nur drei Boote gemeldet, von denen auch noch eines wieder abgemeldet hatte. Der erwünschte nationale Vergleich fiel also ziemlich spärlich aus. Dann misslang auch noch die Startphase und so hakten wir das Rennen lieber schnell unter „Erfahrungen sammeln“ ab.

Dafür holte Marie im Vierer-ohne mit Mandy Gruner (Dresdner RC), Anne Dietrich (USV TU Dresden) und Verena Oelsner (RC Eilenburg) zum großen Schlag aus. Es galt für das weibliche Nord-Ost-Team die schlechten Ergebnisse vom Frühtest wieder wett zu machen und das gelang den beiden Nord-Ost-Vierern auf Anhieb. Schon früh gingen beide in Führung, Maries Vierer immer mit der Bootsspitze vorn. Zum Schluss kam zwar das Südteam noch einmal auf, aber Anne, Verena, Marie und Mandy konnten den Vorsprung halten und gewannen ihr erstes Viererrennen.

Im Junior-Vierer-ohne mit Liam, Tobi, Thomas Jährling und Kay Eckhold (beide Dresdner RC) lief es leider nicht ganz so rund, so dass sie letztendlich als Vierte die Ziellinie überquerten.

Ein vierter Platz sprang auch für Elena im Einer heraus, die erstmals gegen einen Teil der nationalen Spitze antrat und sich dafür, dass sie erst ein dreiviertel Jahr rudert, sehr souverän schlug und ein tolles Rennen fuhr.

Zum Abschluss des Tages ging erst Liam und Tobi und dann Marie jeweils im Nord-Ost-Achter an den Start. Nach Platz 2 in München dominierten die Jungs nun in der nationalen Konkurrenz und gingen mit 2,5 Sekunden Vorsprung vor dem Südteam und 6 Sekunden vor dem Westteam über die Ziellinie. Sieg Nr zwei für Hansa auf der internationalen Kölner Junioren-Regatta. Gut sah es zunächst auch für den Juniorinnen-Achter aus, doch im Ziel mussten sie sich den beiden anderen Achtern aus dem Süden und dem Westen knapp geschlagen geben, dass es überhaupt so eng werden würde, war jedoch nach den Vorleistungen in Brandenburg nicht zu erwarten gewesen. Nach dem gemeinsamen Grillen mit den Dresdnern trennten sich erneut unsere Wege in Hotel und Turnhalle, wo wir noch schneller als am Vorabend ins Bett fielen.

Sonntag morgen um sechs durften wir alle wieder aufstehen und die Sonne empfing uns bereits mit wärmenden Strahlen. Bis zum Rennen von Elena und Jane war längst es wieder Zeit für die kurze Hose. Auch sonst bot sich am Start das gleiche Bild wie Samstag, die gleichen zwei Boote, doch dieses Mal klappte bei unseren Mädels der Start und sie blieben 500m an den Gegnerinnen dran. Der Rennausgang war zwar wie Samstag, aber Elena und Jane haben nun gezeigt, was sie schon können und sind ein sauberes Rennen gefahren.

Liam, Tobi, Thomas und Kay gingen Sonntag mit Steuerfrau Maria Vogel Dresdner RC) im Vierer-mit an den Start. 2000M lang gab es vorne einen harten Dreikampf um den Sieg, unser Vierer immer mitten drin. Am Ende lag eine Sekunde zwischen den ersten drei Booten und Liams Vierer lag genug in der Mitte.

Einen noch härteren Bord-an-Bord-Kampf erlebten wir wenige Stunden später bei Marie und Mandy im Zweier-ohne. Erst führten sie, dann rückte ihnen einen Zweier des Südteams auf die Pelle und bis zum Ziel gab es einen erbitterten Kampf um den Sieg. Nur das Zielfoto vermochte zu entscheiden, dass der Süd-Zweier zwei Zehntelsekunden vor Marie und Mandy im Ziel war. Doch die Trauer war nur von kurzer Dauer, denn als sie erfuhren, dass sie damit auch zweitschnellstes Boot aller vier Abteilungen waren, war die Freude riesengroß, immerhin war es ihr erstes gemeinsames Zweierrennen gewesen.

Nichts anbrennen ließen dagegen Liam und Tobi im Zweier-ohne. Mit einer Demonstration ihres Könnens fuhren die beiden einen Start-Ziel-Sieg heraus, der sich gewaschen hatte. Satte 18 Sekunden dauerte es, bis der zweite über die Ziellinie und mit elf Sekunden Vorsprung fuhren sie die schnellste Zeit des gesamten Feldes.

Insgesamt also ein durchaus erfolgreiches Wochenende, trotz einiger Platzierungen, in denen unsere Ruderer mit Zehntelsekunden das Nachsehen hatten.

In zwei Wochen geht es in Hamburg weiter, wo in der Rangliste im Zweier-ohne endgültig die Weichen für den Ausgang der Saison gestellt werden.

 

Wiebke Liesenhoff

 

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