Mit Volldampf  voraus über die Dove-Elbe

 Die DRV-Junioren-Prüfungsregatta in Hamburg-Allermöhe stand voll und ganz unter dem Stern der Qualifikation für die Junioren-WM im August in Frankreich. Die Hansa war mit gleich zwei Booten mittendrin im Geschäft.

Bei den Juniorinnen ging Marie Wintjen mit ihrer neuen Zweier-Partnerin Mandy Gruner (Dresdner RC) am Freitag Abend in den Vorlauf und qualifizierte sich mit einem starken Rennen für das Halbfinale der besten zwölf deutschen Zweier-ohne. Im Halbfinale am Samstag morgen zu früher Stunde legten die beiden Mädels, trainiert von Willy Debus und der Dresdnerin Regine Rieß, noch ein Brikett mehr auf und fuhren bis ins A-Finale. Nach den enttäuschenden Ergebnissen vom ersten Frühtest in Brandenburg, wo sich nur ein Boot des Nord-Ost-Teams gerade mal für das B-Finale qualifizieren konnte, standen nun gleich zwei Nord-Ost-Boote im A-Finale und ein drittes im B-Finale.

Im Finale wurde das deutsche sechs-Boote-Feld um ein siebtes Boot ergänzt, um der rumänischen Junioren-Nationalmannschaft ebenbürtige Gegner zu stellen. Die Rumäninnen ruderten den deutschen dann zwar auf und davon, aber dahinter war es mächtig eng. Alle sechs Boote lagen eng beieinander und tauschten munter die Plätze. Im Ziel lagen Marie und Mandy an vierter Position (Rumänien mal ausgenommen, da sie nicht zur deutschen Rangliste zählen). Das ist zwar nicht das direkte WM-Ticket (das gab es bis Platz drei), aber die Chancen stehen gut für die beiden, auf der Jugendmeisterschaft alles klar zu machen.

Gespannt ging es zurück in Richtung Start, wo bereits das nächste Boot der Hansa auf seinen Einsatz wartete. Im Junior-Zweier-ohne waren Liam Gerding und Tobias von Randow (BSC) auch in Hamburg weiter in Bestform. Nach deutlichen Siegen im Vorlauf und Halbfinale durften auch die beiden nun im A-Finale um die ersten WM-Tickets mitfahren. Im Ziel waren Liam und Tobi, nach einigen Irritationen und Fehlergebnissen auf Rang drei, eine Hundertstelsekunde hinter dem Zweitplatzierten und fünf Zehntel vor dem Vierten.

Nachdem Elena und Jane wegen Bootsschadens nicht im Doppelzweier starten konnten, durfte Elena noch im Einer ran. Im ungesetzten Lauf des Juniorinnen-Einers fuhr sie ein souveränes Rennen und ihren siebten Saisonsieg ein.

Sonntag morgen starteten Elena und Jane nun den zweiten Versuch über die Strecke zu kommen. Nach einem guten Rennen kamen sie schließlich als Dritte ins Ziel.

Für Liam und Tobi ging es am Vormittag im Vierer mit Stf. hart zur Sache. Geschwächt durch den krankheitsbedingten Ausfall von Thomas Jährling (Dresdner RC), mussten sie nun mit einem Ersatzmann rudern. Trotzdem konnten sie sich lange Zeit gut gegen den Favoriten behaupten. Schlagmann Kay Eckhold und Stf. Maria Vogel (beide Dresdner RC) gaben den Ton an und auch mit Gilbert Klinger (Potsdamer RG) lief das Boot. Im Ziel, wie schon so oft in dieser Saison, fehlte das letzte Quäntchen Glück und die Jungs wurden mit wenigen Zehnteln Rückstand wieder „nur“ Zweite.

Gleich im nächsten Rennen fuhren auch Marie und Mandy in neuer Kombination, jetzt mit Wiebke Hein und Theda Lehmann (LRV MP). Die Mannschaft harmonierte augenscheinlich sofort und fuhr vorne im Feld mit, noch vor dem ein oder anderen höher gehandelten Vierer. Im Ziel war der Erste weg, aber den zweiten Platz konnten sie sich sichern, wenn auch nur knapp, denn der Rest des Feldes lag doch recht eng zusammen.

Nachmittags waren erneut Elena und Jane diejenigen, die als Erste aufs Wasser mussten. Gemeinsam mit Wiebke Schütt und Inken Halupczok (beide RFG Lehrte) wollte man einen Doppelvierer ausprobieren, wohlwissend das die Konkurrenz aus zwei DRV-Auswahlbooten und der rumänischen Nationalmannschaft bestand. Das Ergebnis war also vorher allen Beteiligten klar, hier ging es darum, passt es oder passt es nicht. Es passte ganz gut, dennoch entschieden die Trainer sich gegen einen Start auf der DJM zugunsten anderer bevorzugter Bootsklassen.

Marie startete als Nächste im Nord-Ost-Team im Juniorinnen-Achter. Hier lief allerdings so gar nichts rund und sie passierten die Ziellinie als Letzte.

Anders bei Liam und Tobi, die wie zuvor im 1. Nord-Ost-Achter saßen. Hier wurde wieder einmal für Spannung gesorgt, als auf der siebten Bahn plötzlich der 3. Nord-Ost-Achter ganz vorne mitmischte und alles durcheinanderbrachte. Vorne weg ganz klar die Rumänen, dahinter wurde es eng, aber der Achter von Liam und Tobi rettete den zweiten Platz über die Ziellinie, vor dem 3. N-O-Boot und den beiden Südbooten.

 

Wiebke Liesenhoff

 

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