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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Am 7. und 8. September 2002 fand in Bremen im Hotel Munte das erste von 10 Walking-Seminaren des DLV statt.
Durch das Programm begleiteten uns vom BLV der Breitensportreferent Klaus de Vries und der Lehrreferent Jens Arkenau, als Referenten kamen zwei Mitarbeiter von Prof. Bös vom Deutschen Walking Institut in Karlsruhe.
20 Teilnehmer von diversen Bremer Vereinen und Lauftreffs, die zum größten Teil schon als Übungsleiter Erfahrungen gesammelt hatten, aber auch einige Neulinge, die zwar walken, aber noch keine Gruppe geleitet haben (wozu ich gehöre), nahmen teil.
Walking ist kein Leistungs-, sondern ein Gesundheitssport, d.h. aktive, regelmäßige und systematische Belastung. Es wurden Vorteile und Einsatzmöglichkeiten besprochen und festgestellt, dass auch Walking mit gesundheitsbezogenen Risiken verbunden sein kann (z.B. bei Übergewicht, Bluthochdruck, Einnahme von Betablockern), so dass die Inhalte einer Übungsstunde dosiert und den individuellen Bedürfnissen angepasst werden müssen. In den meisten Fällen können auch Menschen mit orthopädischen Beschwerden, Venenproblemen, rheumatischen Erkrankungen, Osteoporose und Koronarpatienten nach Rücksprache mit ihrem Arzt am Walking teilnehmen.
Walking-Technik pur wurde im Stadtwald erläutert und ausprobiert; auf einer großen Wiese wurde barfuß eine Gehschule durchgeführt, ein methodischer Aufbau einer Walking-Einheit und eines Walking-Kurses sowie trainingswissenschaftliche Belastungsgrößen erläutert, gefolgt von der praktischen Durchführung einer Walking-Einheit mit Aufwärmen, kurzer Technikschulung und anschließendem Walk-Test mit Pulsmessung.
Der erste Tag klang mit interessanten Gesprächen beim gemütlichen Beisammensein im Hotel aus.
Der zweite Tag begann mit Hinweisen auf Materialien (z.B. Schuhe) und medizinische Hilfsmittel (z.B. spezielle Veneneinlagen). Anschließend wurden im Stadtwald spielerische Erwärmungsformen und Variationen des Walkings ausprobiert. Es wurden Stöcke verteilt und das Nordic-Walking (Stick-Walking) geübt. Bisher habe ich das Stick-Walking belächelt, musste aber meine Einstellung korrigieren. Da bei der richtigen Handhabung der Stöcke die Muskeln des gesamten Oberkörpers gekräftigt werden, soll diese Walking-Variante u.a. bei Arthrose empfehlenswert sein und für uns Ruderer kann eine Kräftigung der Schultern und Armmuskulatur ja auch nur von Vorteil sein. Beim Stick-Walking werden pro Stunde ca. 100 kcal mehr Energie verbraucht als beim normalen Walking.
Es wurden Dehnübungen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen vermittelt, d.h. dynamisches und nicht statisches Dehnen ist "in". Die meisten Übungen sind uns schon durch das Winter-Hallentraining bei Bothi und Tilo bekannt. Schließlich wurden noch medizinische Grundlagen des Ausdauertrainings und erste Hilfe besprochen. Die Walk-Test-Auswertung wurde bekannt gegeben und Probleme besprochen, die beim Test auftreten können (manuelle/Computerauswertung).
Zum Schluss überreichte BLV-Präsident Dr. Matthias Reick jedem Teilnehmer über den erfolgreichen Abschluss der vorgeschriebenen Ausbildung des DLV ein Zertifikat mit dem Ausbildungsschwerpunkt "Walking-Trainer/-in".
Für mich war das Seminar hochinteressant und lehrreich und ich möchte in der kommenden Wintersaison gern versuchen, das Erlernte weiter zu vermitteln. Vielleicht finden sich ja nicht nur wie bisher 3 bis 5 Ruderinnen zum Walken ein, sondern auch einige AH, für die das Walken sicher besser wäre als das Joggen.
Margita Voswinkel