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"Heidschnuckenfahrt Herbst 2002"

oder "Doppelkopf-Workshop in Rethem"

Mit Anja, Anke, Gisela, Hans-Werner (1882), Heide, Ilker, Inge (Vegesack), Joe, Julian, Maren (Vegesack), Margitta, Michael, Sidi (1882), Silke und Thomas (in alphabetischer Reihenfolge) sowie Hamster, Walter-Ernst und Weser (ebenfalls in alphabetischer Reihenfolge) sind wir am Samstagmorgen (19.10.) nach Hodenhagen aufgebrochen. Und das bei - dem Wetterbericht zum Trotz - strahlendem Sonnenschein.

Dort angekommen wurden die Boote an einem mittelmäßig komfortablen (recht schmalen), aber modernen Steg an der Aller eingesetzt. Dabei wäre der Autor dieses Berichtes beinahe baden gegangen, da die Boote durch die starke Strömung alle diejenigen vom schmalen Anleger herunterhebeln, die auf der stromaufwärtigen Seite stehen und nicht mehr rechtzeitig wegkommen.

Die erste Tagesetappe (ca. 25 km) führte uns nach Rethem. Dank starker Strömung war es auch kein Problem, sie zu bewältigen, wäre da nicht der große Schauer gewesen, der uns kurz vor der ersten Einkehr erreichte.

Eine schwarze Wand baute sich zunächst am Horizont auf. Und dann kam sie näher. Und näher. Und dann hing sie über uns. Einige Angler, die am Ufer standen, schätzten: Nach Bossel (die erste Einkehrmöglichkeit), na ja, das werden so 10 Minuten zu Fuß über die Wiese sein. Unglücklicherweise waren wir mit Ruderbooten unterwegs, die leider nicht geradewegs über Land fahren können. Und somit wurden wir nass. Wie auch auf dem Regenradar von Wetteronline.de ersichtlich, handelte es sich um ein mittelgroßes Unwetter, durch das wir uns hindurchzukämpfen hatten. Noch im Regen legten wir schließlich in Bossel an und bahnten uns durch Regen und Sturm den Weg ins Café "Allerhöhe".

Während wir bei Suppe oder Kaffee und/oder Kuchen beisammen saßen, klarte es draußen wieder auf. Die Fahrt setzten wir erst pünktlich zum nächsten Schauer wieder fort. Somit entwickelte sich der Heizungskeller am Etappenziel in Rethem zu einem gern gesehenen Wallfahrtsort. Wahrscheinlich erreicht er nur wenige Male im Jahr diese Vollheit.

Nach Wiedererlangen der Trockenheit begann das ersehnte Heidschnuckenessen. Bei den Heidschnucken handelt es sich um eine Unterart der Schafe. Allerdings haben die Heidschnucken ein grobes, glattes Fell und geschwungene Hörner. Ihr Fell eignet sich nicht zum Spinnen. Daher wird es eher zum Bettvorleger verwebt, als zu feiner Wolle versponnen.

Nach dem Braten und einigen (natürlich nur wenigen) geistigen Getränken fing er an, der Doppelkopf-Workshop. Einem Anfänger erscheinen die zunächst wenigen Regeln harmlos. Dann kommt die erste Sonderregel. Dann die zweite. Und anschließend spricht alles nur noch von "Damen", "Hochzeiten", "geretteten Füchsen", "Karlchen" und "Verlegenheitsbuben".

Nachdem auch die Anfänger um 1 Uhr nachts endlich große Erfolge im Doppelkopf erlangten, ging es nach kurzem Schlaf und gutem Frühstück um ca. 10.30 Uhr wieder auf das Wasser. Der anwesende Hobbymeteorologe trieb zur Eile, denn die Wahrscheinlichkeit von Schauern steigt bei der am Wochenende herrschenden Wetterlage mit der fortschreitenden Tageszeit. Im Klartext: Für den Nachmittag wurden von ihm Schauer vorhergesagt. Wie auf dem Radarbild vom Sonntag um 16 Uhr ersichtlich traten im Vorhersagebereich nachmittags einige Regenfälle auf, ohne uns allerdings zu treffen.

Die Fahrt von Rethem nach Verden auf der Aller war sehr angenehm. Der Wind hatte im Vergleich zum Vortage etwas abgenommen und die Sonne schien sehr kraftvoll. Mittags wurde im Bootshaus in Westen kurz Station gemacht. Die größte Schwierigkeit ist es, dort die Hafeneinfahrt zu finden. Und die zweitgrößte Schwierigkeit ist es, dort einen Platz zu finden, an dem die Boote im Hafen einigermaßen gut gesichert sind.

Die Weiterfahrt und die abschließende Ankunft am Anleger des VRV in Verden war eigentlich nur noch eine reine Formsache.

Alles in allem: eine Fahrt, die wirklich Spaß gemacht hat!

Julian Meyer-Arnek

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