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"Hansa" (1879/83) e.V.

Ruderer auf Abwegen

WATTWANDERUNG 2002

Schon früh im Jahr rief ich alle Wattwanderfreunde auf, wieder mitzuwandern durch den Nationalpark Wattenmeer. Einer der Wattführer rief mich an und fragte, ob wir mal an einer Tour nach Langeoog interessiert wären. Das sind wir!

Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass die Strecke sehr anstrengend ist durch große Verschlickung. Am 30.6. soll es so weit sein.

Wie immer wechselten sich An- und Abmeldungen ab, aber dann fanden sich doch 16 interessierte Wattfans zusammen. Start ist in Bensersiel.

Kurz vor der Tour kam dann die Nachricht: Die Strecke ist unmöglich zu bewerkstelligen. Einige Wattführer hatten den Weg noch einmal getestet und festgestellt, dass die Verschlickung so zugenommen hat, dass es lebensgefährlich geworden wäre. Wenn einer hinfällt, kann keiner zu ihm hin und helfen, der Schlick ist so zäh, dass man aus eigener Kraft nicht wieder aufstehen kann.

Nun wollten wir den Termin nicht aufgeben und haben schnell umgeplant. Auf geht es nach Baltrum. Hier ist der Start in Neßmersiel. Da es an dem Sonntag früh losgeht, wollten einige schon am Sonnabend fahren und zelten.

Das Wetter verhieß schon bei der Abfahrt nichts Gutes. Trotzdem sind wir abends schön Fischessen gegangen und haben dabei Olafs Geburtstag gefeiert.

Die ganze Nacht trommelte der Regen auf unser Zeltdach. Das kann ja lustig werden!

Am nächsten Morgen waren alle pünktlich zur Stelle. Dabei waren auch ein paar Gäste vom Nachbarverein 1882. Uns schlossen sich noch sechs Holländer an und gut gelaunt machten wir uns auf den Weg. Es war nicht gerade strahlendes Wetter, aber wir wollen nicht meckern.

Dieses Mal begleitete uns Frau Kunth als kundige Wattführerin. Sie erklärte viel und oft blieben wir stehen und betrachteten Würmer, Muscheln oder was sie sonst noch so ausgegraben hatte. Viel Wissenswertes über den Nationalpark haben wir erfahren. Dreiviertel des Weges hatten wir zurückgelegt, als uns dann doch der Regen einholte. Auch die Priele waren ganz schön voll Wasser und man musste einen günstigen Weg hindurch suchen. Ganz kleine Leute wurden auf die Schultern genommen, damit sie nicht soviel Wasser schlucken!

Auf Baltrum waren wir gerade wieder sauber und mit trockenem Zeug versehen, da rannten wir in die nächste Kneipe, da der nächste Schauer kam. So ging es dann weiter. Es geht wieder, wir können einen Spaziergang machen. Wusch, wieder nass. Es geht wieder, wir können mal an den Strand. Wusch, wieder nass! Die Wirtsleute fragten schon beim Eintreten immer, ob wir Handtücher haben wollten.

Gut war, dass an diesem Tag das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft war, so dass einige nicht ständig die Kneipe wechseln mussten.

Wir haben uns trotzdem die Laune nicht verderben lassen und zwei Leute haben sogar ein Bad in der wellenumtosten Brandung gewagt.

Um kurz nach 17 Uhr brachte uns die Fähre wieder sicher an das Festland, wobei wir noch kurz einen Blick auf die Seehundsbänke werfen konnten, sofern es der Regen zuließ.

Es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht und ein Regenschauer nach dem anderen begleitete uns sicher nach Bremen zurück. Auf ein Neues im nächsten Jahr!

Schlickige Grüße
Dorni

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