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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Manfred Thoms hatte schon wieder eine gute Idee! Er organisierte einen herrlichen Tag für eine Ruderfahrt mit dem Kirchboot auf der Lesum und der Wümme. Auf dieses Kirchboot waren 15 Ruderer von HANSA sehr neugierig: Günter Bussenius, Manfred Colby, Jürgen Keunecke, Peter Kloss, Werner Kollmann, Friedo Koop, Wilhelm Kruse, Günther Kupplich, Gunter Linnhoff, Wolfgang Mocha, Carlos Möller, Gerd Rau, Günter Rau, Manfred Thoms und Reinhold Werk, denn für alle war es die erste Fahrt in dem großen Schiff.
Wie schon viele Tage vorher war es viel zu warm und schwül, so dass man schwitzte, ohne etwas zu tun. Um 11.00 Uhr trafen wir uns vor dem Bremer Hauptbahnhof. Alle waren pünktlich angekommen. Trotz schlafloser Nacht erschien unser Manni; er hatte Andreas (Linse) Liesenhoff und sein defektes Motorrad aus Dänemark zurückgeholt.
Die Fahrt mit der Bundesbahn nach Vegesack war in dem fast leeren Waggon sehr angenehm. Nach einem kurzen Fußmarsch kamen wir zum Vegesacker Bootshaus. Dort war auch schon Carlos Möller aus Hamburg. Wir schauten uns das Kirchboot an: Es ist ein altes Schiff, in dem 14 Mann rudern und ein Mann bequem steuern kann. Sieht aus wie ein Schrottkahn, aber ist gut gepflegt und in Ordnung.
Im schönen Vegesacker Vereinshaus konnten wir unser Ruderzeug anziehen. Ein paar Ruderfreunde aus Vegesack waren uns beim Einsetzen des Kirchbootes in die Lesum behilflich, denn für uns alle war es ja etwas Neues. Dafür danken wir den Vegesackern sehr herzlich, denn auch nach der schönen Fahrt um 19.30 Uhr halfen sie uns, den "Eisbrecher" wieder an Land zu legen. Und schon saßen wir alle in einem Boot. Wir machten uns erst einmal auf einer kurzen Fahrt zum Schulschiff "Deutschland" mit dem Kirchboot vertraut. John übte das Steuern und das Anleiten der Mannschaft. Eine Wende wurde geübt. Jetzt ruderten wir mit frohem Mut in Richtung Burg. Ungewohnt war, dass man die Ruder beim Vorrollen nicht drehen kann. Aber das klappte sehr schnell. HANSA-Ruderer sind ja nicht dumm! Das Kirchboot lässt sich leicht rudern und kommt schnell voran.
In Burg, bei "Imhoff's Sommergarten", wurde angelegt. Es gab ein herrliches Mittagessen mit viel Fisch. Die Stimmung war sehr gut und es wurde wie immer viel gescherzt und gelacht.
Schon bald ging die Fahrt auf der Lesum weiter. Der sehr erfahrene, gute Steuermann John führte den "Eisbrecher" mit sicherer Hand durch kurvenreiche, schilfbewachsene Ufer über das Wasser. Dann ging es in die Wümme bis nach Höftdeich. Gewendet und vorschriftsmäßig gegen die Strömung am Anleger festgemacht, gab es dort im Garten Kaffee, Kuchen, Eis und Bier, das allen gut schmeckte.
Als das Wasser der Wümme wieder ablief, bestiegen wir das Kirchboot für die Rückfahrt. Es wurde immer dunkler und es fing zu regnen an. In Vegesack, nach 32 km Fahrt um 19.30 Uhr fassten alle wieder kräftig an und das riesige Schiff lag wieder an seinem Platz. Duschen, anziehen und die Anoraks drüber ging es bei furchtbarem Regen und heftigem Gewitter zum Bahnhof. Diese Viertelstunde des Weges zum Zug war das Schlimmste des ganzen schönen Tages! Mensch, waren wir alle nass geworden, fast so, als hätten wir geschwommen! Es war kein Zeug mehr trocken, das Wasser lief aus den Schuhen. Im Zug wurde alles Nasse ausgezogen, ausgewrungen und wenn vorhanden, Trockenes angezogen.
Kurz nach 21 Uhr kamen wir nach fröhlicher Fahrt in Bremen an. Es goss immer noch und jeder kämpfte sich auf seine Art nach Hause. Jetzt konnte Manni endlich schlafen gehen... Das war ein tolles Erlebnis, ein herrlicher Tag, und wir danken John für seine Arbeit sehr herzlich. Ein großer Dank gebührt auch den Ehefrauen der Ruderer, die es ihren Männern aufopfernd möglich machen, an einem so schönen Rudererlebnis teilzunehmen.
Friedo Koop