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"Hansa" (1879/83) e.V.

Rudersport? ...... Regensport!

Die Teufelsmoorrallye ist eine der ersten Breitensportveranstaltungen des Jahres und wegen der landschaftlichen Schönheit der Hammeniederung bei vielen Hansa-Ruderern beliebt. In diesem Jahr nahm sie jedoch eher den Charakter einer Kon­jun­ktur­förder­maßnahme für die Hersteller von Regenschutzkleidung an.

Schon die Anreise des Voraus­kommandos am Samstag gestaltete sich schwierig, weil starker, zeitweise stürmischer Nordwestwind herrschte und zwei Boote so viel Wasser übernahmen, dass eine Weiterfahrt verantwortungslos gewesen wäre. Wir reisten also am Sonntag, 28.04.2002 auf dem Landweg mit drei Booten beim RV OSch an und benutzten zum Einsetzen wie üblich die Wiese am Stichkanal der Hamme. Dabei war es von oben noch trocken (das muss hier einfach einmal gesagt werden). Im Boot sitzend konn­ten die Regenklamotten zunächst verstaut bleiben. Es wehte zwar ein frisches Lüftchen, aber wir ruderten auf den ersten Kilometern recht angenehm. Kurz vor Neu Helgoland wollte Petrus dann doch mal sehen, ob wir alle Regensachen dabei hatten. Hatten wir! Mit Regenjacken angelegt fühlten wir uns bestens gewappnet. Aber hinter der Brücke legte der Wettergott einen Gang zu und es begann richtig zu gießen. Das kann einen Hansa-Ruderer noch lange nicht erschüttern, dachten wir und holten unsere Regenhosen und Südwester raus. Leider besitze ich keine Regenhose, sondern hatte nur meinen Poncho eingepackt. Das ist ein hervorragendes Kleidungsstück, solange man damit nicht rudern muss. Beim Rudern ist ein Poncho sehr hinderlich, weil man sich dauernd mit den Skulls darin verheddert. Außerdem bleibt man ständig an der Rollsitzschiene hängen. Also zog ich den Poncho wieder aus und wickelte ihn um meine Füße, denn ich erinnerte mich an die alte Ruderregel: Kein Wetterunbill uns vertreibt, solang ´s am Fuße trocken bleibt!

Vergnügt ruderten wir weiter bis zum Campingplatz am Hammewehr. Dort stempelten wir vorschriftsmäßig unsere Streckenkarte ab, die im Wasser zwi­schen den Bodenbrettern hin und her schwappte. Am Etappenziel angekom­men, stellte uns diesmal nicht Petrus auf die Probe, sondern der Schutzpatron der Gastwirte, ein grenzenloser Negativist, wie sich herausstellte, denn: Die Kneipe war zu!!! Da fällt einem ja nichts mehr ein. Da könnte dieser Campingplatzheini sein Geschäft des Jahres machen und schließt seinen Laden dicht! Es half alles nichts. Wir ließen uns in einem Holzverschlag nieder und wechselten die nassen Sachen gegen trockene. Dabei sah ich mit Genugtuung, dass die Besitzer von Regenhosen genauso nass waren wie ich. Wir stärkten uns mit einigen Broten, Bananen und allem, was das Bordgepäck so hergab. Und es war trocken! Es blieb trocken und der Himmel schien sich etwas aufzuhellen. Dann wollten wir doch nicht mit dem Taxi zurückfahren, sondern rudern. Wir fuhren also wieder in Richtung OSch und was soll ich euch berichten, vor Neu Helgoland begann es erneut zu regnen. Natürlich ist Regen an und für sich eine gute Sache. Es ist ja sogar unabdingbar, dass es regnet, denn sonst wächst nichts und unsere Felder und Gärten wären öd und leer. Aber ich meine, es könnte auch regnen, wenn wir gerade nicht rudern. Schließlich sind die meisten von uns höchstens ein paar Stunden in der Woche auf dem Wasser. Es bliebe also noch genügend Zeit, es in der übrigen Zeit regnen zu lassen. Es sollte diesmal nicht sein. Wir erreichten mit Regenschauern den Einsetzplatz und es begann noch mal heftig zu schütten, als wir die Boote aufluden. Was haben wir aus dieser Fahrt gelernt?

1.Regen ist gut für die Haut, aber nur solange sie nicht schrumpelig wird.
2.Ponchos sind zum Rudern nicht zu gebrauchen.
3.Kein Ruderer wird bei Regenschauern so nass, dass er nicht durch weitere Regenschauer noch nasser werden könnte.

Malte Lehmkuhl

Und was dem Rest wiederfuhr:

"Duo"
Besatzung: Bothi und Hermann Meyer-Richtering
Bootstransport auf dem PKW-Dach nach Borgfeld (wegen Schlechtwetter nicht ab Vegesack auf dem Wasser), am Sonntag wird wetterbedingt nur bis OSch statt zur Teufelsmoorschleuse gerudert.

"ATH" und "Walter Ernst"
Besatzung: Monika Folz, Anja Hasch, Stefan Ritt, Anke Phillipsen, Sabine Mürle, Silke Derlien, Ilker Actunc, Thomas Scheibler-Mäurer, Horst Karweil (Post)
Straßentransport nach OSch und durch den Regen die geplante Strecke zur Teufelsmoorschleuse und zurück gerudert.

"Weser"
Besatzung: Gisela Temme, Anneliese Ahrens (Sa)/Oliver Hahn(So), Margita Voswinkel, Anke Heitmann, Heide Bosche
Sonnabend rudern zum Ausgangspunkt nach Borgfeld. Auf der Weser starker Gegenwind und sehr schweres Wasser, unterwegs schöpferische Pause und als Folge des wetter- und wellenbedingten langsamen Vorankommens Gegenströmung ab der Moorlosen Kirche. Mittagspause in der Gaststätte am Grohner Yachthafen mit Bauernfrühstück & Co. Am Dreiflüsseeck kurzfristige Routenänderung nach Ritterhude. Sonntag wird dann die Strecke Ritterhude – Neu-Helgoland - OSch ge­rudert, auf den Abstecher zur Teufelsmoorschleuse wird wegen des ungünstigen Wetters verzichtet.

"Aller"
Beteiligte: Inge Ulbrich (VRV), Olaf Köhn, Julian Meyer-Arneke (nur So)
Wegen einer kurzfristigen Absage für Sonnabend wurde das Boot als Zweier ohne gerudert. Auch hier verhindern Wind, Wellen und ein Schöpfeinsatz das zügige Vorankommen. Nach der Mittagspause in Grohn entspannte Weiterfahrt nach Borgfeld auf der Hochwasserwelle, zweimal versteuert in einen Busch und auf eine überflutete Wiese.
Sonntag wird nur bis Neu-Helgoland statt wie geplant zur Teu­fels­moorschleuse gerudert, Dauerregen ab der Schleuse Ritterhude, Rücktransport des Bootes (wie alle anderen beteiligten Boote auch) OSCH-HB auf der Straße.

Vielen Dank an Horst und Reinhold für den Bootstransport!

Olaf Köhn

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