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"Hansa" (1879/83) e.V.

Ach du dickes Ei - Osterwanderfahrt 2002

Für 16 RuderInnen aus 5 Vereinen (BRV 1882, Post SV, Hann-Mü, ORVO und Hansa) begann das verlängerte Wochenende am frühen Freitagmorgen in Barßel. Mit dem Tidestrom musste der Nordgeorgsfehnkanal erreicht werden, der bei Stickhausen von der Jümme abzweigt. Auf den ersten Kilometern glich der Nordgeorgsfehnkanal einem Schlammloch, die Steuerleute mussten die Boote sorgfältig durch das wenige Wasser steuern, um nicht im Schlick stecken zu bleiben. Das erste Boot schaffte es noch mit einer Fingerbreite Wasser unter dem Kiel, während das letzte der drei Boote die Schleuse nur nach einer Grundberührung erreichte. Die Schleuse stand (wie die folgenden 7 Schleusen auf diesem Kanal) dank rechtzeitiger Anfrage und eines umsichtigen Landdienstes offen. Hinter der ersten Schleuse gab es genug Wasser und die Fahrt wurde auf dem fast schnurgeraden Kanal fortgesetzt. Der Kanal war landschaftstypisch auf weiten Strecken beiderseits von einer Straße und rot verklinkerten Wohnhäusern gesäumt.

Am Nachmittag wurden die in Barßel geliehenen 3 Vierer in (!) der vermeintlich letzten Schleuse dieses Kanals geparkt und die TeilnehmerInnen in zwei Autos nach Aurich gefahren. Im Nachtquartier im kleinen, einfachen Bootshaus von ARGO Aurich gab es nur eine Dusche, so dass erst spät zum Essen in die Stadt aufgebrochen werden konnte.

Der Sonnabendmorgen begann nach dem Frühstück im Argo-Bootshaus mit dem Transfer zurück nach Wiesmoor. Die letzte Schleuse auf den verbleibenden 4 km des Nordgeorgfehnkanals sollte offen stehen, war jedoch geschlossen, da ein Tor als Behelfsfußgängerbrücke fungierte. Also war Umtragen angesagt, eine gute Übung für den Ems-Jade-Kanal, wo an weiteren zwei Schleusen trotz vorheriger offizieller Anfrage umgetragen werden musste (Zaunstreichen ist halt wichtiger).

Der Ems-Jade-Kanal präsentierte sich vor allem lang und weilig, jede Brücke war eine Attraktion und jede Kursänderung wurde schon eine halbe Stunde vorher von den Steuerleuten angekündigt.

Nach der Mittagspause in Aurich verlief der Kanal abschnittsweise auf einem Damm und ermöglichte aus dem Boot einen Blick in die weite, tief liegende Landschaft. Allerdings blies auch der Gegenwind stärker. In Emden, dem heutigen Ziel, wurde die in unserer Fahrtrichtung offen stehende Kesselschleuse durchfahren und die Boote beim örtlichen RV gelagert. Übernachtet wurde in der nahe gelegenen Jugendherberge, Abendessen gab es in einer rustikalen Kneipe nahe der Innenstadt.

Nach dem Ostersonntags-Frühstück in der JuHe blieb tidebedingt Zeit für einen kleinen Stadtbummel. Die Ruderetappe begann mit dem Durchfahren des Emder Hafens, vorbei an einem rostigen Autotransporter. Hinter der Seeschleuse zur Ems lag der russische Großsegler "Sedov" - aus einem kleinen Ruderboot ein spektakulärer Anblick.

Die ersten Kilometer führten noch über den Dollart, kurz darauf wurde die Baustelle des Emssperrwerks passiert. Die Pause vor der Schleuse von Oldersum fiel kurz aus, denn die Leda musste noch mit auflaufendem Wasser und Leer bis zur Schleusung um 17:00 Uhr erreicht werden. Außerdem bremste ein frischer Wind aus Südost die Fahrt. In Leer wurden die Isomatten beim Ruderclub ausgerollt und nach einem kurzem Regenschauer (dem einzigen dieser Fahrt) ein chinesisches Restaurant aufgesucht.

Ostermontag musste aufgrund spärlicher Schleusenzeiten bereits vor dem Frühstück gerudert werden. Je drei Leute pro Boot schleusten durch die Hafenschleuse auf die Leda. Hinter der Schleuse wurde ein Boot aus dem Wasser gewuchtet und die übrigen Boote sorgfältig vertäut. Die RudererInnen wurden vom Leih-Begleitbully abgeholt und ins Bootshaus gefahren, wo die LangschläferInnen den Frühstückstisch gedeckt hatten.

Es schloss sich eine Stadtführung an und in der Mittagszeit wurde - wieder mit der Flut - die letzte Etappe über die Leda und Jümme angegangen. In Barßel wurden die Boote gereinigt und Leute und Gepäck auf die Fahrzeuge mit Ziel Oldenburg oder Bremen verteilt.

Es war eine schöne, gut vorbereitete Osterwandi mit guter Stimmung. Nicht unerwähnt bleiben soll das Wetter, das mit Sonnenschein, milden Tagestemperaturen und nur einem abendlichen Schauer zum Gelingen der Fahrt beitrug. Ein großer Dank gilt den InitiatorInnen und OrganisatorInnen.

Olaf Köhn

PS: Neben dem Unterzeichner nahmen folgende Hansa-Mitglieder an der Gemeinschaftsfahrt teil: Rosi Baune, Gisela Temme und Wilfried Strehlau.

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