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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Nun war es so weit, eine Gemeinschaftsfahrt von insgesamt 10 Teilnehmern aus 7 Vereinen, sowie später aus unserem Gastverein 3 Mitglieder.
Gestartet wurde am Freitag Nachmittag von Rostock und Bremen. Es ging auf dem schnellsten Weg über Autobahn und Fähre zügig Richtung Kopenhagen mit Ziel Skovshoved Roklub.
Am späten Abend erreichten wir den Ruderclub und wurden auch schon erwartet. Nach einem Einweisungs-Rundgang kamen die Rostocker auch an. Es wurden die Quartiere belegt und ein reger Gedankenaustausch fand noch statt.
Am nächsten Morgen machte uns der starke Ostwind zu schaffen, Küstenfahrt wegen zu hohem Wellengang kam nicht in Frage, was tun?
Also rein in die Fahrzeuge, quer durch Kopenhagen, um den Furesee zu erreichen. Dort hat unsere freundliche hilfreiche dänische Ruderkameradin Elsbeth bei dem dortigen Ruderclub schon vorgefühlt und so konnten wir auch bald in die Boote gehen.
Auf dem See bei mäßigem Wellengang ging es mit den Seegigs Richtung Frederiksdal, dort ein Stück Kanal und wieder zurück in den See, unter Land weiter zum Vejlesee. Dort angekommen wurde eine Mittagspause eingelegt.
Frisch gestärkt ruderten wir wieder zurück. Anfangs war das Wasser kaum bewegt, aber zum Schluss mussten wir doch noch hart rudern, da der Wind wieder mal zugenommen hatte. Wir kamen mit ein paar Tropfen Wasser im Boot aber wohlbehalten bei dem dortigen Ruderverein wieder an.
Nach Reinigung und Einlagerung der Boote wurde die Rudertour mit Kaffee und Kuchen beendet.
Am Sonntag war immer noch nicht an eine Küstenfahrt zu denken, also haben wir uns für eine Hafentour entschieden. Wir suchten den dortigen Ruderclub am Südhafen auf, die dankenswerterweise uns Boote zur Verfügung stellten.
Von dort am Museumsschiff vorbei, rechts in einem Kanal sahen wir die Erlöserkirche, umrundeten ein ehemaliges Armee-Areal, um dann wieder in Höhe der Fähranleger (Fähre Oslo) zu kommen, an der Meeresjungfrau vorbei zum Freihafen hin.
Nach kurzer Rast ruderten wir wieder zurück am Kastellet sowie an Amalienborg vorbei, Richtung Christians-Holm, um dann über verschiedene Kanäle Sydhavnen zum dortigen Ruderverein zu gelangen.Der 3. Tag, Montag: Es regnete und die See war immer noch sehr stürmisch, also wurde ein Kulturtag eingelegt. Man beschloss, nach Kopenhagen zu fahren.
In Nokken wurden die Fahrzeuge abgestellt und zu Fuß ging es zur Erlöserkirche, um dort den Turm - ca. 90 Meter hoch - zu ersteigen. Es waren insgesamt 400 Stufen, davon außerhalb 150.
Wer es geschafft hatte, zur Turmspitze zu kommen, wurde mit einer sehr schönen Aussicht belohnt. Manch einer von uns ließ die gestern geruderte Etappe im Hafen noch mal Revue passieren.
Hier ein paar Daten: Die Planung hatte der Architekt Lambert van Haven und war für den Kirchenbau zuständig, die in palladianisch-holländischem Barockstil gebaut wurde. Die Grundsteinlegung war 1682, die Einweihung fand 1696 statt.
Die Turmspitze, ähnlich wie die Jesuitenkirche zu Rom, wurde von dem Architekten Laurids de Thurah entworfen. Die Einweihung fand durch Begehung König Frederik V. bis zur Turmspitze im Jahre 1752 statt.
Nach der Restaurierung 1991-1997, zur Feier im Jahre 1996 wurde wieder eine Begehung und zwar durch Prinz Joachim durchgeführt.
Als nächstes wurde ein durch die EU gefördertes Alternativprojekt besichtigt. Leider verkommen solche Objekte nach einer gewissen Zeit, wenn eine feste Führungshand fehlt.
Danach gingen wir über die Knippelsbrücke zur Innenstadt. Museen waren leider an diesem Tag geschlossen, so dass wir verschiedene sehenswerte Gebäude nur von außen sehen konnten. Die alle aufzuzählen würde zu weit gehen.
Da wir alle pudelnass waren, suchten wir irgendwo einen trockenen Platz ,der bald gefunden wurde. Bei einer heißen Tasse Kaffee tauten unsere Lebensgeister wieder auf.
Zum verabredeten Zeitpunkt hörte es auch auf zu regnen. Die Sonne kam sogar zum Vorschein. Wir gingen Richtung Tivoli am Wachsfiguren-Kabinett vorbei zu unseren Fahrzeugen und machten uns auf den Heimweg.
Dort angekommen gab es die übliche Kaffeetafel. Dann hatte unser Gastgeber noch eine Überraschung parat: Es sollte heute Abend ein leckeres Abendessen geben.
Die beiden Heinzelfrauen, sprich Ruderkameradinnen, haben sich selbst noch übertroffen, das Essen war reichlich und hat uns allen sehr gut gemundet. Anscheinend sahen wir ein bisschen verhungert aus. Es wurde für die doppelte Personenzahl gekocht, so dass wir am nächsten Tag auch noch satt wurden. Im Anschluss wurde es noch ein urgemütlicher Abend mit unseren dänischen Ruderkameraden.
Am letzten Rudertag hatte der Wettergott doch noch ein Einsehen mit uns. Wir konnten endlich unsere Küstenfahrt beginnen.
Nach dem Frühstück wurden die Boote aus der Halle geholt und zu Wasser gelassen, was mit den Gestellwagen sehr gut ging. Es konnte also Richtung Rungsted losgehen. An einem leicht geschwungenen Küstenstreifen mit Ausbuchtungen passierten wir bei schwacher Dünung Klampenborg - Skodsborg - Horsholm, um dann beim Ruderclub Rungstedt anzulegen. Wir mussten aber zuvor einen großen Bogen rudern, um nicht auf eine Sandbank aufzulaufen.
Nach der Mittagspause ruderten wir die gleiche Strecke wieder zurück und als kleine Abwechslung sahen wir hin und wieder ein paar Badenixen im kalten Ostseewasser schwimmen. Wir aber kamen trocken beim Ruderclub an.
Nun war der letzte gemütliche Abend angebrochen, es wurde noch lange und ausgiebig geklönt.
Die Kameradschaft war hervorragend, jeder tat sein Bestes, ob Brötchen holen oder Frühstückstisch decken bzw. Kaffee/Tee kochen, mit der Technik zurecht kommen, Boote reinigen, sogar eine Ruderkameradin verzichtete zweimal auf eine warme Dusche und prüfte stattdessen morgens die Ostsee-Temperatur.
Alles klappte ohne zu murren, unsere Frauen haben sich hervorragend gehalten und lockerten mit ihrer Anwesenheit zum Wohle die Gemeinschaft auf.
Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen, die schönen Tage gehen mal zu Ende. Die Fahrgemeinschaften Rostock sowie Bremen trennten sich, um jeder für sich an seinen Heimatort zu kommen.
Nochmals herzlichen Dank an die Fahrtenleitung Wolfgang-Hercu-Martin sowie Gastgeberin Elsbeth und alle anderen. Sie haben sich sehr viel Mühe gemacht, das alles so ausgezeichnet klappte. Macht weiter so!
Horst Karweil (RRK) 28.11. 2001
Anmerkung:
Der Fahrtenbericht beschreibt die LRV-Gemeinschaftswanderfahrt mit Rostock nach Kopenhagen vom 28.09.-03.10.2001.
Martin Soltau