Homepage   Clubschlüssel   2001   || Index  || Bremer Ruder-Club
"Hansa" (1879/83) e.V.

8 Fragen an unseren neuen Kindertrainer

Dirk Guddat, Jahrgang 1977, in Rostock geboren und aufgewachsen. 1990, im Schul-Chaos der Wende, erfolgte der Wechsel aufs Gymnasium, letztendlich auf das Fachgymnasium "Wirtschaft" bis zum Abitur. Danach ging es ein Jahr zum Bund, zwei Jahre BWL-Studium in Rostock, dann ein Jahr in Hamburg gejobbt. Seit Oktober 2001 studiert Dirk Wirtschaftswissenschaften an der Uni in Bremen.

Dirk, du bist aber auch ehemaliger Rennruderer. Wann hast du mit dem Rudern angefangen und seit wann bist du nicht mehr aktiv ?

Beim so genannten "Sichten" in der Schule habe ich wohl das Interesse der Trainer geweckt und ich wurde zum Probetraining in den ASV Rostock eingeladen. Der ASV (Armee-Sport-Vereinigung) Rostock war sozusagen die Kinderabteilung des ASK Rostock (Armee-Sport-Klub). Beides große Vereine. Das war Ende 1987, da war ich 10 Jahre alt. Bis dahin habe ich mehrere Jahre Schwimmsport betrieben. Auch als Leistungssport mit 5 Mal wöchentlich Training. Damit musste ich aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

Ich habe anfangs 3 bis 4 Mal die Woche trainiert und bin auf "Dorf-Regatten" gestartet. Ab 1989 bin ich dann zum ASK gewechselt, mit dem ich dann zuletzt 1990 sowohl im Einer als auch im Doppelvierer Meister geworden bin. Ich war der jüngste und letzte DDR-Meister im Einer.

Die Wende brachte auch im Rudern Veränderungen mit sich. Jetzt wurde nicht mehr links vor rechts, sondern rechts vor links gezogen. 1991 habe ich erstmals im Doppelzweier an einem Bundeswettbewerb in Wolfsburg teilgenommen. Wir waren sogar erfolgreich. Wir wurden mit Geschenken überhäuft. Es war alles sehr gewöhnungsbedürftig. An der Junior-B-Meisterschaft 1992 konnte ich nicht teilnehmen, weil ich mir 6 Wochen vorher ein Bein brach. Der Doppelvierer wurde ohne mich Meister. 1993, in meinem zweiten Junior-B-Jahr wurde ich dann doch noch einmal mit diesem Doppelvierer Meister.

Danach habe ich mit dem aktiven Leistungssport aufgehört.

Du hast als Trainer eine so genannte B-Lizenz. Auf den Fußball übertragen reicht das glaube ich für die 2. Bundesliga. Wann hast du diese Lizenz erworben und hast du schon als Trainer gearbeitet?

Nach meiner aktiven Zeit habe ich zunächst eine Übungsleiter-Lizenz erworben und dann 1995 die Lizenz C. Damit habe ich zwei Jahre lang Kindertraining beim ORC (Olympia-Ruder-Club) Rostock von 1956 e.V. (früher ASV Rostock) gemacht. 1997 habe ich dann die Lizenz B gemacht. Damit war ich dann bis zu meinem Weggang aus Rostock als Landeshonorartrainer im Bereich Vorbereitung und Durchführung des Bundeswettbewerbs für Kinder und der Vorbereitung von Junioren auf die Meisterschaft tätig.

Seit Oktober 2001 bist du nun Trainer bei HANSA. Warum gerade beim BRC HANSA?

Bevor ich von Hamburg nach Bremen gewechselt bin, um mein Studium fortzusetzen, habe ich mich im Internet umgesehen, um mich über die Bremer Ruderszene zu informieren. Erst habe ich beim Nachbarverein 1882 geschaut. Dann habe ich Hermy getroffen. Bei HANSA sah ich dann letztlich bessere Perspektiven für meine Vorstellungen. Meine Neigungen liegen nach wie vor im Leistungssportbereich. Da dieser Bereich bei HANSA verstärkt gefördert werden soll, sehe ich hier gute Möglichkeiten für mich als Trainer.

Dirk, mir ist bekannt, dass du dich ausdrücklich um das Kindertraining bemüht hast. Warum als B-Lizenz-Trainer gerade die Arbeit mit Kindern?

Bis zu meinem Weggang aus Rostock war ich seit meinem zehnten Lebensjahr immer ruderisch aktiv. Nur das eine Jahr in Hamburg habe ich weder gerudert noch als Trainer gearbeitet. Ich mag diese Ost-West-Vergleiche eigentlich nicht. Aber die Vereinsstruktur hier im Westen ist mir noch etwas fremd. Breitensport in so ausgeprägter Form und geselliges Vereinsleben wie z.B. bei HANSA muss ich erst kennen lernen. Das kann man am besten bei der Arbeit mit Kindern. Mit den Kindern trainiere ich 3 Mal wöchentlich. Mehr kann ich im Übrigen neben meinem Studium auch zeitlich nicht leisten.

Wie viele Kinder gehören zu deiner Trainingsgruppe und welche Ziele hast du dir mit ihnen gesteckt ?

Zu der Gruppe gehören 7 oder 8 Kinder und zwar Mädchen und Jungen, sowie 5 Junior-B- und sogar ein Junior-A-Jugendlicher.

Mit einigen würde ich gerne die Teilnahme am Bundeswettbewerb anstreben. Die könnten auch die Voraussetzungen mitbringen. Das Training mit einem solchen Ziel vor Augen verlangt den Kindern aber auch einiges ab. Ob sie das schon überschauen, weiß ich nicht. Ich bin auch nicht sicher, ob die Eltern das in allen Fällen mittragen, insbesondere, wenn dann schulische Probleme auftauchen.

Die anderen neigen eher zur "2. Wettkampfebene". Den Begriff habe ich auch erst hier kennen gelernt.

Wie kommt ihr, du und die Kinder, miteinander klar?

Anfangs denke ich, hatten die Kinder Probleme mit mir. Ich bin sicher ein schwieriger Mensch. Ich glaube, inzwischen finden sie meine Trainingsmethode o.k. Ich erwarte ein gewisses Maß an Disziplin und Leistungsbereitschaft. Das kenne ich nicht anders und da möchte ich auch Vorbild sein. Jedenfalls ist keiner abgesprungen. Alle kommen regelmäßig.

Wie ist dein Verhältnis zu den übrigen Trainern?

Ich denke, dass wir ein gut zusammengesetztes Trainerteam sind. Wir decken sicher alle Bedürfnisse im Training ab. Ich fühle mich wohl in der HANSA und im Trainerteam. Es ist mir ganz wichtig, dass auch die Kinder und Junioren sich wohl fühlen und bei allen Leistungsanforderungen auf keinen Fall den Spaß und die Freude an ihrem Sport verlieren dürfen.

Hast du vom Junior-B-Pool gehört? Wird er deine Arbeit tangieren?

Für den Kinderbereich betrifft mich das in meiner Arbeit zunächst nicht so sehr. Die Idee mit dem Pool finde ich jedoch gut. In einem kleinen Bundesland wie Bremen bietet der Pool erhebliche Chancen. Sportlich und finanziell. Dass der Pool sportlich ganz andere Erfolgsmöglichkeiten bietet als sie sich den einzelnen Rudervereinen bieten, liegt auf der Hand. Hier werden Kräfte gebündelt, um Erfolge zu erzielen. Finanziell ist das reizvoll, weil Fördermittel in der Regel leistungsabhängig fließen. Ich verstehe aber auch die Bedenken gegen den Pool.

Lieber Dirk, ich bedanke mich für das Gespräch. Ich hoffe, dass du dich weiter wohl fühlst bei uns, dass dir und uns Erfolg in deiner Arbeit beschieden ist und dass du uns lange erhalten bleibst. Viel Erfolg auch bei deinem Studium.

Jürgen Keunecke

Seitenanfang