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"Hansa" (1879/83) e.V.

Liegt Lock bei Danger (sprich dAnger)
oder Danger bei Lock ???

Themsefahrt von Lechlade bis Staines (kurz vor London)

Als "Neue" in dieser Runde "darf" ich nun den Bericht schreiben mit den Bemerkungen dazu "nicht zu lang" ,und "auch alles drin" Was bietet sich da besser an, als die ABC-Lexikon-Form zu wählen ? Also :

Abfahrt: mit 2 Bussen und 1 Trailer (3 Boote) ging's von Lübeck (wer?- s. entspr. Buchstaben) nach Hamburg zur Englandfähre, wo der Rest der Mannschaft (s. o.) zustieg. Bei herrlichem Sonnenschein und kaum Wellen konnten wir an Bord der "Admiral of Scandinavia" die Elbmündung und anschließend das Abendschlemmerbuffet ebenso genießen wie das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen.

Blumen/Blüten, Blumenampeln, Blumenkübel, Blumenrabatten, Blumengärten waren überall von so unbeschreiblicher Pracht, dass wir bis zum letzten Tag immer wieder staunend davor standen.

Carsten Dr.Groth aus HL trat als Bordarzt glücklicherweise nur bei Dieter (s. D) fingerverbindend in Aktion.

Christa Voigt aus HH war stets munter dabei.

Continental breakfast bevorzugten einige von uns und begnügten sich mit 1 Crossant, labberigem Toast, Butter und Marmelade bis zum Mittagspicknick.

Dita Lübker aus HH verstand erst am nächsten Tag, was es mit dem "Bull" in Streatley auf sich hatte (Insiderwissen erforderlich).

Dieter Wermbter aus HL verwechselte kurz vor der Fahrt seinen Zeigefinger mit einem Rosenzweig. Doch auch mit nur 9 heilen Fingern fuhr er den Bus stets sicher auf der linken Seite und konnte auch bald wieder rudern.

Dorle Kickbusch aus HL zeigte uns, wie flexibel Ruderinnen sein können. Nach einer Andeutung beim Verladen am Vortag über schnelles Kofferpackenkönnen kam am Abfahrtstag morgens um 9.00 Uhr der Anruf: "Klaus ist krank, kannst du einspringen ???", und sie sprang! Zum Arzt, zur Apotheke, zur Sparkasse, zwischen Koffer und Rucksack und um 12.00 Uhr in den Bus nach England (dazwischen empfing und bewirtete sie noch ihren Enkel mit seinem erfreulichen Zeugnis!).

Danger (Aussprache s.o.) rauschte neben jeder Lock und verlockte uns ständig, diesen kürzeren, erfrischenden Weg zu nehmen.

Dinner gab es jeden Abend mit mehreren Gängen und mit mindestens 2 Menus zur Auswahl. Es schmeckte stets allen, jeder Hunger wurde gestillt und manche Bildungslücke wurde gefüllt.

Elke Siemßen aus HB nutzte die Fahrt gleichzeitig zum Austausch der neusten Familiennachrichten mit Schwägerin und Schwager.( s. u. )

Eton: Von dem ehrwürdigen College aus dem 15. Jahrh. konnten wir leider nur die alten Außenmauern aus dem Bus betrachten und einen flüchtigen Blick in die Schaufenster der vielen Maßschneidereien werfen .Das neue Superbootshaus blieb dem Landdienst vorbehalten, wir konnten nur an der neuen, eigenen Regattastrecke vorbeifahren.

Frühstück-english ist doch recht gewöhnungsbedürftig. Um 7.30 Uhr mit baked beans, Würstchen mit undefinierbarem Geschmack (aber 60% Fleischanteil, wie uns versichert wurde), Ei und Speck werden unsere Mägen im Allgemeinen ja nicht gefüllt, aber RuderInnen essen alles und zu jeder Zeit.

Gabi Waldraff aus HL half uns bei komplizierten Anweisungen mit ihren Englischkenntnissen ebenso wie

Greta Hansen aus HH, die uns auch gerne über Land und Leute informierte.

Gisela Groth aus HL war die einzige Ehefrau, die jede Nacht mit ihrem lieben Carsten zusammen schlafen durfte.

Grafton-Lock war die schönste aller Locks, mit ihrem hübschen alten Haus und den herrlichen Blumenrabatten, auch wenn die Konkurrenz groß war.

Gänse (wilde Kanadagänse) erfreuten uns auf dem Wasser und auf den Wiesen in großen Scharen, auch wenn sie nach meinem Biologiebuch nur in Kanada leben.

Hanne Niedler aus HL gab Tag für Tag alle vorher eingezahlten Pfunde wieder aus und hatte trotzdem noch einen Überschuss für jeden von uns übrig. In Windsor feierten wir mit Sekt in Styroporbechern ihren Geburtstag.

Henley: Schon Dickens beschreibt H. als "the Mecca of the rowing man" (und woman!) und wir waren nun auch noch in dem Allerheiligsten der Rudervereine, im Leander-Club, wo Sir Steve Redgrave, M. Pinsent, T. Foster, J. Cracknell und andere Ruderstars rudern. Hier im Supernobel-Clubhaus durften wir duschen und nach unserem Stadtrundgang haben wir hier sogar gespeist: 3-Gänge-Menü + Kaffee. Und das alles in unserem Wanderfahrtslanddress, !!! obwohl nach 6PM Anzug und Krawatte für die Herren und entsprechende Kleidung für die Ladys Pflicht sind (schicke Freizeitkleidung ist nur bis 6PM gestattet!) So können wir sagen: Henley = Highlight! (Wer Lust hat, kann dort auch übernachten. DZ---125 P )

Icke Joerss aus HH tauschte neuste Familiennachrichten mit ihrer Schwägerin aus und sorgte tagsüber in flüssiger und

Ingrid Paprocki aus Berlin in fester Form für unser leibliches Wohl.

Iffley: Von Oxford gab's auf dem Weg zu den Booten noch einen Abstecher zur dortigen St. Mary The Virgin. Diese romanische Kirche aus dem 12. Jhd. hat noch viel Ursprüngliches: z.B. sind 2 Fenster original mit ihren Steinzickzackumrandungen erhalten. Zu unserer Freude konnten wir auch noch einen kurzen Blick in das Innere dieses interessanten Bauwerkes werfen.

Juli, 18. -28. waren wir unterwegs.

Kabinenschlüssel (Nr. 167) kann man auf der Hinfahrt verlieren, dann wiederfinden und auf der Rückfahrt den neuen Bewohnerinnen (aus unserer Gruppe ) dieser Kabine überreichen. Nun ist der Schlüsselvorrat auch von Nr. 167 wieder vollständig!

Locks = Schleusen hatten wir 40!!- Alle von schmucken, freundlichen Lockkeepern (schwarze Hose, weißes Hemd und oft auch schwarze Krawatte) oder deren jungen Hilfen im dunkelblauen Polohemd mit Aufschrift "Assistent Lockkeeper" bedient. Alles ohne Hektik und von Lock zu Lock mit mehr Routine.

London konnten wir am Schluss per Bus genießen. Auf dem offenen Oberdeck mit Kopfhörern zu deutschen Kommentaren verbunden, wurden wir kreuz und quer durch die superheiße Metropole geführt mit einigen Stopps zwischendurch zur genauen Betrachtung. Nach der idyllischen Ruhe der vorangegangenen Woche war dieser Tag ein ziemlicher Verkehrs-Menschen- und Massenschock.

Margret Wermbter war unsere Superfahrtenleiterin, sie hatte alles im Griff (nur manchmal den Autoschlüssel nicht). Sie steuerte den Bus mit vollem Bootsanhänger mit einer Routine, die kein anderer sonst erreichte. Selbst mit Migräne schaffte sie den schräggestellten Trailer (die Fährenbesatzung war zu blöde, die Länge richtig einzuschätzen) im Rückwärtsgang von der Fähre.

Monika Dupke aus HH war stets die rettende Hilfe in technischen Situationen wie Steckdosen und Duschen (und natürlich Handys!)

Museen haben wir nicht besucht, dafür aber den Shop des River+Rowing Museums in Henley und dort eifrig eingekauft.

Narrowboats, die früheren Frachtkähne sind heute Hausboote mit wunderschönen Bemalungen an den Seiten und meist einem Blumengarten auf dem Dach. Mit ca. 20 m Länge und 2,10 m Breite tuckerten sie langsam, leise und freundlich grüßend an uns vorbei. So kann man sogar Motorboote als Wasserpartner akzeptieren!

Oxford zeigte sich uns am Tage als eine Stadt voller herrlicher alter Collegegebäude und abends voller Massen von jungen, lebhaften Leuten, die in die schon übervollen Pubs strömten oder Schlange davor standen. Bei der Durchfahrt auf dem Wasser beeindruckten die Studentenbootshäuser, die dort eins ans andere gereiht liegen.

Open-Air-Oper in London war für einige der kulturelle Abschluss der Fahrt, andere genossen die Musik aus dem Hintergrund beim Picknick auf der Wiese im Park mit wieder herrlichen Blumenrabatten, Pfauen unter friedlichstem Abendhimmel.

Preise in England sind leider horrend, oft kann man 1Pfund = 1DEM setzen (statt 3,30 DEM)

Queen Elisabeth II haben wir leider nicht persönlich getroffen.

Round Abouts sind eine tolle Verkehrseinrichtung. Weil es sie in Deutschland so selten gibt, haben wir sie in England voll genutzt und sind oft 2-, 3-, 4-mal im Kreis gefahren, bis wir unsere richtige Ausfahrt hatten.

Auf der
Rückfahrt erreichten wir nach einem kleinen Umweg die Fähre in Harwich pünktlich, fanden zu unser aller Freude noch 5 volle Weinflaschen unter den Bussitzen und starteten unsere Fährfahrt in fröhlicher Weinrunde an Deck, setzten uns anschließend zum 3-Gänge-Schlemmermenü ins Restaurant, tranken für unsere engl. Restmünzen noch einen Schlummertrunk, schliefen in unseren Kabinen bestens, erwachten bei spiegelglatter See, dass wir nochmals in vollen Zügen am Frühstücksbuffet zugreifen konnten (komisch, keiner wählte baked beans). Bald war die Elbe erreicht, die Villen wirkten nach den Manorhouses an der Themse gar nicht mehr so prunkvoll.

Sonne begleitete uns die ganze Woche. Danke!

Smoking girls: Carsten kreierte diesen Ausdruck für unsere rauchende 3er-Bande Gabi, Hanne, Uli

Schwäne gab es die ganze Themse entlang, ob als kinderreiche Familien oder als große Singlescharen.

Themse: ein wirklich lohnender Ruderfluss. Am Anfang Natur pur mit vielen engen Windungen, dann wird sie etwas breiter, offener, lebhafter, aber ohne rasende Motorboote, statt Industrieanlagen stehen herrliche Villen und Paläste am Ufer. Nur wenige Orte liegen direkt an der Themse, dafür grüßten die vielen Wanderer freundlich vom Thamse-path (alter Treidelweg) zu uns herüber.

Telefonieren wollte Dorle so gerne mit ihren Londoner Freunden, aber so einfach ist das nicht! In den Docks gab es erst nach langer Suche eine Telefonzelle, von der aus der Rückweg zum Bus leider ein Irrweg wurde. Auch der Versuch am Abend im Park hatte ein herumirrendes Ende. Denn während Dorle dort zu später Stunde endlich ein ausführliches Gespräch führte, wurde der Park geschlossen. Hohe spitze Gitter trennten Dorle nun vom Eingang in die Jugendherberge. Glücklicherweise traf sie aber noch eine helfende Seele und Icke ließ sie nach lautem Klopfen an der Tür in ihrem Bett statt auf der Parkbank schlafen.

Uli Geissler aus HL ist die einzige, die mir zum Buchstaben U einfällt.

Verkehr - in England auf der linken Seite - hat jeder Landdienst ohne Schwierigkeiten geschafft, im Gegenteil, fast alle fuhren einige Extrastrecken, bis sie ihr Ziel erreichten.

Wilfried Joerss aus HH ist der Schwager (s. E).

Wolfgang Paprocki aus Berlin kann Wein in Wasser verwandeln.

Windsor: Als englische Frühaufsteher kamen wir ohne Schlangestehen gleich als Erste zur Besichtigung. So fanden wir überall freundliche, gesprächsfreudige Aufsichtsbeamte bei unseren Rundgängen durch die königlichen Gemächer, die auch heute noch zu besonderen Anlässen regelmäßig benutzt werden. Für die St. George's Chapel mit ihrer reichen Ausstattung hätten wir gerne noch mehr Zeit gehabt. Dafür beobachteten wir noch kurz den

Wachwechsel mit Schmunzeln und Nebenbemerkungen.

Xylophonspieler gab es nicht auf der Fähre, aber einen Dudelsackpfeifer.

Youth Hostels sind in England wirklich zu empfehlen. Sauber, individuell gestaltet (Ridgeway mit Pferdeboxen und 13 Bettkojen in der Dachschräge, Oxford ganz neu und modern mit 8er-Rennboot an der Speisesaaldecke, Streatley mit Essen im Vorgarten, London mit ohne Parkplatz im herrlichen Hollandpark mit 3-Stockbetten.)

Zollbrücken gibt es noch in England, sogar für 5 P = ca.15 Pf mussten wir in der Schlange warten.

Zum Schluss sage ich allen noch einmal: Es war toll mit euch, zu Wasser und zu Lande! Margret hatte alles perfekt organisiert, sogar die Sonne (wenn's auch nicht landestypisch war)! Vielen Dank für alles!!! Ich würde mich freuen, wieder einmal dabei sein zu können.

Elke Siemßen

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