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"Hansa" (1879/83) e.V.

Einweihungsfeier und Abrudern

Der alte "Kraftraum" der HANSA genügte den - berechtigterweise - gestiegenen Ansprüchen der Mitglieder schon länger nicht mehr. Der Raum war zu klein, zu dunkel, zu schlecht belüftet, unsauber und musste zudem dringend saniert werden. Geräte für ein modernes Training fehlten und die vorhandenen Geräte waren so alt, dass ihre Ausmusterung notwendig wurde.

Dass eine anfangs angedachte "kleine Lösung" da nicht hilft und letztendlich nur zu Doppelinvestitionen führt, war auch Kritikern bald klar. Also wurden von einer Planungsgruppe Lösungsvorschläge erarbeitet, die auch langfristig den Anforderungen an ein Ruderausgleichstraining mit modernen Sportgeräten in einem ausreichend großen Raum Rechnung tragen. Dazu mussten Herrenumkleideraum und alter Kraftraum ausgetauscht werden.

Was anfangs als schmerzliche Lösung und unrealistisch erschien, wurde aber schließlich doch akzeptiert. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung hatte das vorgelegte Gesamtkonzept am 7.9.2000 mit überwältigender Mehrheit genehmigt; mit der Maßgabe allerdings, dass alle eingeplanten Zuschüsse auch gewährt werden.

Ende 2000 stand auch die Finanzierung. Für die eingeplanten Gelder lagen verbindliche Zusagen vor! Knapp 95.000 DM sollten die Umbau- und Sanierungsarbeiten kosten; für die Anfangsausstattung mit neu anzuschaffenden Kraftsportgeräten wurden weitere 40.000 DM bis 45.000 DM - je nach verfügbaren Geldmitteln - veranschlagt.

Mitte Januar 2001 haben die Mitarbeiter der AJB-GmbH (Arbeit und Jugend Bremen) mit den Umbauarbeiten begonnen. Über den Baufortschritt informierte unser "Bauleiter" John Thoms regelmäßig durch Aushänge und Artikel im CS. Dass ein Umbau dieser Größenordnung auch mit Einschränkungen für die Mitglieder verbunden ist, haben offenbar alle Betroffenen akzeptiert. Inzwischen sind Dreck und Baulärm vergessen.

Nach knapp 1½ Jahren intensiver Planung und Vorbereitung und nach rund 9 Monaten Umbauzeit war es endlich so weit. Am 28. Oktober 2001 konnte die HANSA bei strahlendem Herbstwetter in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport die Einweihung des neuen Fitnessraumes feiern. In ihrer Rede wies die 1. Vorsitzende Ute Kolb auf den günstigen Zeitpunkt der Fertigstellung unserer neuen "Ruder-Plus-Anlage" hin, wie sie offiziell genannt wird. Mit Beginn der ruderärmeren Zeit biete der neue Fitnessraum nicht nur die Möglichkeit, Herz, Kreislauf und Körper auch im Winter fit zu halten, sondern auch Kontakte zu pflegen. Die Vorsitzende schlug sodann einen Bogen zu den Anfängen unseres Clubs und somit auch zum Entstehen des Bootshauses. Es sei ein langer und beschwerlicher Weg gewesen. In vielen Bauabschnitten seit 1946 sei das Bootshaus mehrfach um- und ausgebaut worden. Sie erinnerte noch einmal an 1984, als nach 3½ Jahren Bauzeit und 10.000 Arbeitsstunden der Mitglieder das Bootshaus aufgestockt und modernisiert wurde. Erst während der letzten Baumaßnahme - Neudeckung des Bootshallendaches, Pflasterung des Waschplatzes und einiges mehr - habe der Club die Mitarbeiter der Arbeit und Jugendwerkstätten Bremen GmbH in Anspruch nehmen können. Ihnen sprach unsere Vorsitzende besonderen Dank aus. Ohne ihr günstiges Bauprogramm wären unsere Ziele nicht erreichbar gewesen. Mit Stolz verwies Ute Kolb auf die Tatsache, dass ein lange verfolgtes, nicht selten in Zweifel gezogenes und immer wieder neu überdachtes Projekt mit diesem Tag seiner Bestimmung übergeben wird. Hätte der alte Kraftraum wegen seiner Größe und Ausstattung noch überwiegend dem Leistungssport zur Verfügung gestanden, sollten künftig auch die Breitensportler gleichberechtigt an Trainingsstunden im Fitnessraum beteiligt werden.

Abschließend dankte die Vorsitzende allen, die sich in irgendeiner Art mit dem Umbau beschäftigt und sich daran finanziell und tatkräftig beteiligt haben. Ohne die Geldgeber aus Politik und Wirtschaft, ohne das Handwerk, ohne die geduldige Beratung in Sachen Geräte und ohne das Verständnis und die Unterstützung der Mitglieder wäre die Inbetriebnahme der "Ruder-Plus-Anlage" nicht möglich gewesen. Ganz besonderen Dank sprach Ute Kolb dem Ruderkameraden John Thoms aus, der während der gesamten rund 9-monatigen Bauphase alle sich daraus ergebenden Unliebsamkeiten - von vielen unbemerkt - nicht nur aufgefangen, sondern ins rechte Licht gerückt habe.

Schließlich wurde das Band durchschnitten und damit die "Ruder-Plus-Anlage" ihrer Bestimmung übergeben.

Die Anlage kann sich wirklich sehen lassen. Ein schöner, heller Kraftraum mit ansehnlicher Gerätebestückung: ein Schultergürtel-Gerät, ein Multidrücker, ein 4-Stationen-Turm, ein Bizepsgerät, ein Elypsen-Trainer, sowie sechs Ruderergometer, zwei Beinpressen, zwei Bankziehgeräte und eine Sprossenwand. Der "Arbeitskreis Kraftsportgeräte", der das bescheiden als "Einstiegsvariante" bezeichnet, hatte sich auch fachkundiger Beratung bedient. Dr. Rüdiger Pauer, Spezialist für Trainingsberatung, Prävention, Rehabilitation und Fitness und selbst ehemaliger Ruderer, hat die Mitglieder des Arbeitskreises in mehreren Sitzungen und Beratungsgesprächen bei ihrer Einrichtungsentscheidung unterstützt.

Nach dem Eintopfessen war Abrudern angesetzt.

D

er strahlende Sonnenschein an diesem Herbsttag hatte zahlreiche Ruderinnen und Ruderer ins Bootshaus gelockt. Allein 64 Aktive der "HANSA" nahmen diesmal an der alljährlichen Traditionsveranstaltung teil. Drei Achter, die Ruderbarke "Gustav", sowie mehrere Vierer und Kleinboote zogen auf ihrem gemeinsamen Weg vom Stadion bis zur Schlachte die Blicke der Uferpromenaden-Spaziergänger auf sich - und das Kameraobjektiv des Offenen Kanals Bremen. Unter den Gästen befand sich nämlich auch Herr Lutz Stefan, der die Geschehnisse des ganzen Tages im Film festhielt.

Es war eine gelungene Veranstaltung und ein wunderschöner Tag, der nach abschließendem Kaffee und Kuchen beendet wurde.

Eine Kassette des inzwischen mit Ute und Hermy gesendeten, sowie des ungeschnittenen Filmmaterials können beim Vorstand entliehen werden.

Jürgen Keunecke

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