|
|
Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Einmal jährlich findet die "Sternfahrt nach Harriersand" statt. Obwohl ich schon ein paar Jahre in Bremen rudere, war es an diesem Wochenende im August das erste Mal, dass ich an dieser Fahrt teilnahm.
Wir trafen uns am frühen Morgen, aber die Sonne stand schon ziemlich hoch über dem Fluss und brachte die Luft über dem Wasser zum Flimmern. Gisela, Rosi, Anja, Heiko, der extra aus seiner neuen holländischen Heimat angereist war, und ich brachten die schwere "Walter Ernst" zu Wasser - und kamen dabei zum ersten Mal ins Schwitzen. Olaf und Wilfried fanden Aufnahme in einem ´82-iger Boot.
Nachdem wir das Gepäck - Zelte, Grill usw. - verstaut hatten, ging es flussabwärts. Bei spiegelglattem (Hoch-)Wasser, ganz schwachem Wind und wolkenlosem Himmel kamen wir gut voran. Doch dann kam die große Hitze und bereitete uns, die wir doch eher an 5°C + Nieselregen gewöhnt sind, einige Schwierigkeiten. Für einige wenige Kilometer nahmen wir daher motorisierte Hilfe in Anspruch. (Ich hoffe, es gibt "mildernde Umstände"!)
Die Gegend nördlich von Vegesack - lange Strände und hübsche Ortschaften am Ufer - gefiel mir sehr gut. So gegen 16 Uhr erreichten wir Harriersand und mussten wegen des Niedrigwassers Gepäck und Boote sehr weit bis zum Strand tragen. Dort wurden wir schon von einigen Ruderer-Familienangehörigen erwartet, die mit dem Auto auf die Insel gekommen waren. Bevor die Zelte aufgebaut werden konnten, war eine Abkühlung im Weserwasser notwendig. Ich staunte über die starke Strömung, die es möglich macht, stundenlang auf der Stelle zu schwimmen.
Außer uns und den ´82-igern trafen später noch Oldenburger Ruderer ein, die sich in Nordenham (glaube ich) ein Boot geliehen hatten und mit dem auflaufenden Wasser nach Harriersand gerudert waren. Daneben gesellten sich dann noch Hermy & Sohn zu uns, die die Fahrt von Delmenhorst mit Fahrrädern unternommen hatten.
Nachdem wir ausgiebig gebadet, Eis gegessen, uns gesonnt und wieder gebadet hatten, wurden die Grille/s(?) angeschmissen. Ein schöner, unterhaltsamer Abend mit Fleisch, Würstchen, Salat, Bier und Rotwein nahm seinen Lauf.
Der Sonntag begann, wie der Samstag Nachmittag geendet hatte - baden, sonnen usw.. Nachdem wir in einer nahegelegenen Gaststätte gut zu Mittag gegessen hatten, bereiteten wir uns auf die Heimreise vor. Um zu prüfen, ob die Tide schon "umgesprungen" war, unternahmen wir noch einmal den "Schwimmtest". Gegen halb drei war es dann soweit. Nach einigen Schwierigkeiten beim Zu-Wasser-Lassen der Boote - ein vorbeifahrendes großes Schiff verursachte große Wellen - ging es dann mit dem auflaufenden Wasser zurück nach Bremen. Zwischen den Spundwänden bei Vegesack wurde das Wasser durch den aufkommenden Wind und den starken "Sonntagsrückreiseverkehr" sehr unruhig. Aber die "Walter Ernst" bewährte sich in dieser Situation und so gelangten wir gegen Abend sicher, wenn auch etwas erschöpft, am heimatlichen Ruderverein an.
Inzwischen hatte sich der Himmel zugezogen und in der Nacht gingen starke Gewitterregen nieder. Es war das letzte hochsommerliche Wochenende dieses Jahres und wir hatten es gut genutzt.
Gerd Kotzke