|
|
Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Der Barkenkapitän Gerhard Johannsen hatte eingeladen:
40 Jahre Barkenbruderschaft
40 Jahre gemeinsame Wanderfahrten!
Schon beim Empfang, mit einem Glas Sekt in der Hand, spürte man die große Freude des Wiedersehens unter Menschen, die verbunden waren und die sich zum Teil lange nicht gesehen hatten. Alle hatten sie sich viel zu erzählen. Es war laut und freudevoll.
Eingeladen war ja der ganze Club. Gut, dass nicht alle gekommen waren - der Platz hätte kaum ausgereicht!. Dennoch hätte sich der Veranstalter über mehr Anteilnahme und somit mehr Teilnahme aus jüngeren Clubkreisen gefreut.
Aus der Tradition zu plaudern ist letztlich auch eine Übergabe an die Jugend. Aber die muss wohl ihre eigene Barkenbruderschaft bzw. -geschwisterschaft finden.
Als alle Platz genommen hatten, begrüßte Gerhard Johannsen die Anwesenden und besonders die Gäste.
Da es Tradition in der Barkenbruderschaft ist, einmal jährlich die Frauen einzuladen, um ihnen mittels Film und Dias einen Einblick in die wunderschönen Rudertouren ihrer Männer zu geben und um Verständnis zu werben für diese Kameradschaft, waren natürlich auch an diesem Tag die Frauen und auch die Frauen bereits verstorbener Kameraden eingeladen.
Aus Bad Salzuflen war Frau Wagner angereist, sehr zur Freude aller.
Die ältesten Barkenbrüder Hans Lorke und Hubert Holzmann waren gekommen, leider nicht Herbert Köppe, der zu den Gründern zählt und als einziger an der 1. Barkenbruderfahrt teilgenommen hatte.
Aber auch Heinz Kleemann aus Stuttgart war gekommen, der wieder durch diese Fahrten zur "Hansa" zurückgefunden hatte und die Vegesacker Ruderkameraden, denn es hat eine gemeinsame Fahrt gegeben.
Die eigentlichen Gründer mit einmaligen Verdiensten waren Walter Ernst und Walter Messerknecht. In Verbindung damit wurden genannt Heinz Messerknecht und Richard Wagner.
So bedauerte Gerhard ganz besonders, dass Walter Messerknecht junior seine Teilnahme abgesagt hatte, ja seinen Austritt aus der "Hansa" erklärt hat, nachdem sein finanzielles Angebot beim geplanten Kauf eines Achters mit der Bitte um den Erhalt des Namens seines Vaters vom Vorstand abgelehnt worden war bzw. ein anderer den Vortritt bekommen hat.
Das war nicht im Sinne der Barkenbruderschaft und vieler Mitglieder!
Die Verdienste des Walter Messerknecht senior wurden denn auch noch einmal sehr deutlich.
Die von ihm gestalteten Fahrtenbücher waren neben denen von Gerhard Johannsen, der in diese Tradition eingestiegen ist, offen zur Ansicht ausgelegt. Mit wie viel Witz, Ideenreichtum und präziser Planung hatte er damals die Fahrten mittels dieser Hefte mit Hilfe seines in der Firma angestellten Zeichners und Grafikers vorbereitet.
Aber das waren Äußerlichkeiten gegenüber den inneren Werten, die diesen Mann auszeichneten. War er es doch, der durch seine verbindliche, freundschaftliche Persönlichkeit die Altherrenschaft in der "Hansa" zusammenführte und der Barkenbruderschaft das Fundament und Gepräge gegeben hat.
Gerhard Johannsen will Walter Messerknecht junior mit dem Jubiläumsbuch besuchen und unsere Grüße und Wünsche mitnehmen.
Bei dem, was Gerhard aussprach, kamen mir viele Gedanken, die ich hier aus eigener Erinnerung teilweise eingeflochten habe.
Das Zurückschauen auf die 40-jährige Barkenbruderschaft war auch ein Rückblick auf "Hansa"-Geschichte und ihre Menschen, ihre Ehrenamtlichkeit und ihre Stiftungen für die "Hansa".
Wie könnten wir Alexander Block vergessen, der durch seine Wanderruderfreude die Anregungen zu diesen Altherrenfahrten gegeben hat.
Wie könnten wir Walter Ernst vergessen, unseren langjährigen Vorsitzenden und seine Verdienste um Club und Barkenbruderschaft!
Er war der 1. Barkenkapitän. Seine Assistenten waren die "Benjamine": Gustav und Gerhard Johannsen und Fritz Bruns.
Gustav hatte die Kameraführung auf den Rudertouren gehabt, während Gerhard in seinem Keller die Filme beschnitt, mit Musik unterlegte und Fritz leistete die Moderation.
Kein Wunder, dass Gerhard dann der Nachfolger von Walter Ernst wurde, als dieser starb.
Erwähnt sei noch, dass Gerhard damals, als Gustav gestorben war, eine Spende Gustavs mit anderen vermehrte und die Barke "Gustav" auf Kiel legte. Bimbo aus Vegesack verhalf ihm damals zu den guten Kontakten zu den Erbauern.
Gerhard Johannsen hat zu diesem Jubiläum ein Buch geschrieben für die Barkenbrüder, das aber auch von anderen für DM 20,00 erworben werden kann. 100 Stück gibt es davon.
In langjährigen Recherchen hat er das Leben der einzelnen Teilnehmer erkundet, hat Bilder gesammelt, Fahrtenberichte herausgesucht und so mit Hilfe von Stiftungen und vor allem mit der Hilfe von Heinz Meyer, dem Computererfahrenen, eine Jubiläumsausgabe erstellt, die allen hoffentlich Freude macht.
Wie er selbst sagte ist "Die Geschichte der Barkenbruderschaft" auch ein Spiegelbild wechselvoller Zeiten im letzten Jahrhundert.
Das erste Buch überreichte er unserer Vereinsvorsitzenden Ute Kolb. Sie gratulierte der Barkenbruderschaft zu diesem Jubiläum und dankte für den Nachweis der einmaligen Kameradschaft und für die Verdienste dieser Gruppe in unserem Club und Gerhard Johannsen für seine Verdienste.
Hubert Holzmann bekam das Buch für 19 Fahrtenberichte und Gedichte in der Clubzeitung und Hans Lorke für seine Alterspräsenz.
Dann bekamen alle anderen Barkenbrüder und die Vegesacker ein Buch geschenkt.
Im neu gestalteten Hantelraum, der sich hervorragend für dieses Ereignis anbot, wurde der Fahrtenfilm von der Mainfahrt 1971 gezeigt. Er erinnerte "life" an all die alten Herren dieser Barkenbruderschaft, die so viel Spaß miteinander gehabt hatten. Wir hörten die Stimmen von Walter Ernst, Heinz Messerknecht und wurden in alte Zeiten versetzt. Der Film ging vielen unter die Haut.
Tilo Kolb dankte abschließend dem Barkenkapitän Gerhard Johannsen nochmals sehr herzlich für den Tag, für das Buch, für den Film. In für ihn nicht leichten Zeiten muss diese Leistung für die Freunde besonders hoch bewertet werden.
Wilma Schneider