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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Da wegen erheblicher Terminschwierigkeiten im letzten Jahr keine Wanderfahrt dieser Gruppe stattfinden konnte, wurden die Vorbereitungen für dieses Jahr rechtzeitig getroffen. Die Entscheidung "Wohin" war schon gefallen und auch der Termin konnte diesmal für alle passend gefunden werden. Nachdem auch alle organisatorischen Fragen geklärt waren, ging es am 4. August los. Wir waren also 12 Personen, Gesine und Rolf aus Papenburg und 10 Hanseaten (Barbara und Spyros waren extra aus Lampiri/Griechenland angereist).
Unser "Felix", besetzt mit vier Männern, zog den "Gustav", der Rest der Truppe, sprich acht Personen, fuhren mit der Deutschen Bahn. Der Zug brachte die Bahnfahrer pünktlich nach Stuttgart. Dank eines Handys hatten wir Kontakt untereinander und wussten, dass die Männer mit Felix und Gustav zwei Stunden im Stau auf der Stelle standen. Schließlich erreichten sie auch das Ziel bei der Stuttgarter Rudergesellschaft.
Am nächsten Morgen war die Barke schnell startklar gemacht und ins Wasser gebracht. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir durch Stuttgart. Zum Angewöhnen war die erste Etappe kurz und wir erreichten unser Ziel in Remseck schon am Nachmittag. Für "Gustav" wurde ein guter Platz bei dem Wassersportverein Neckarrems gefunden.
Am nächsten Morgen war es trübe, aber nicht kalt. So ruderten wir frohen Mutes los. Allmählich kam die Sonne und es wurde ein schöner Tag. Wir hatten die längste Etappe vor uns von 44 km mit fünf Schleusen. Da wir 12 Personen waren, wurde regelmäßig im Vierertakt gewechselt. So klappte es prima. Kurz bevor wir unser Tagesziel in Lauffen erreichten, wollte Petrus wissen, ob wir auch alle unser Regenzeug dabei hatten und öffnete die Himmelsschleusen ganz weit. Wir warteten ab, bis der Regenguss vorbei war und packten dann erst aus. Wir ahnten nicht, dass wir nun bei jeder Ankunft bereits auf dem Wasser oder kurz danach eine Dusche von oben bekommen sollten. Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, speisten wir urig und rustikal im "Dächle".
Der nächste Morgen war zunächst wieder trübe, aber auch jetzt kam die Sonne bald wieder durch. Wir ruderten in Heilbronn durch die Stadt, um die Industrieanlagen zu umgehen, leider war die alte Schleuse nicht zu benutzen und wir mussten zurück und doch durch das Industriegebiet rudern. Wir erreichten unser Tagesziel Bad Wimpfen und ...... es regnete wie aus Eimern, aber nicht lange und wir konnten per Taxi (fürs Gepäck und die Fußlahmen) und zu Fuß unser Hotel erreichen.
Am nächsten Morgen in gleicher Weise zum Bootshaus zurück, wo "Gustav" gut und fachgerecht vertäut übernachtet hatte. Wir hatten nur eine kurze Strecke zu rudern bis zur Schleuse Gundelsheim. Wir banden "Gustav" fachgerecht fest (nicht wie eine Ziege) unterhalb der Schleuse und wanderten zur Greifvogelwarte auf der Burg Guttenberg. Wir erlebten eine interessante Vorführung hautnah, die Greifvögel und Geier sausten um unsere Köpfe. Viel Spaß machte uns der Adler, der seine Aufgabe sehr lässig nahm und eine Bauchlandung im Teich machte, statt das Futter im Flug zu greifen.
Bei einer Rast in Hassmersheim, dem größten Schifferdorf Deutschlands, gab es endlich den langersehnten Pflaumenkuchen oder andere Köstlichkeiten. Unser Ziel war diesmal Obrigheim, wo im "Wilden Mann" Quartiere gebucht waren. Schließlich fanden wir einen Liegeplatz für die Barke und wieder .......... es regnete. Der Wirt holte das Gepäck mit dem Auto ab, die etwas vorher abmarschierten Fußgänger wurden von ihm mit einem Schluck aus der Buddel begrüßt (die mit dem Auto gefahren sind, bekamen auch einen).
Auch am nächsten Tag - unser Ziel war Eberbach - war wieder heiter bis wolkiges Wetter. Auch in Eberbach wurde nicht mit der Tradition gebrochen, ...... es regnete bei unserer Ankunft. Wir übernachteten im "Karpfen" am Marktplatz.
Am nächsten Morgen - es war schon Freitag - machten wir einen kleinen Abstecher zur Firma Empacher, die gleich neben dem Ruderverein angesiedelt ist. Im Ausstellungsraum gab es viele interessante und bekannte Dinge zu sehen und es gab natürlich auch ein Klo.
Unser heutiges Ziel war Heidelberg, d. h. unsere Fahrt ging bereits ihrem Ende zu. Auch an diesem Tag machten wir unser tägliches Picknick an Bord und alle "Schnapszahlen" der km-Anzeigen mussten begrüßt werden. Wir legten beim Heidelberger Ruderclub an, fanden einen Liegeplatz für die Barke und hatten unser Gepäck diesmal schon in der Bootshalle, als es anfing wie aus Kübeln zu schütten.
Der letzte Tag brachte für Tilo und Reinhold Zug- und Autofahrt, nämlich das Auto und den Anhänger aus Stuttgart zu holen. Der Rest der Mannschaft machte sich daran, die Barke zu putzen. Hermann musste sich sehr quälen mit festgerosteten Bolzen und ein ins Wasser gefallener Riggerschlüssel wurde unter größtmöglichem Einsatz mit mehreren Beteiligten gerettet. Tilo und Reinhold kamen schnell und so konnte "Gustav" verladen, ihm das Nachthemd angezogen und alles gut verschnürt werden. Beim Hotel fand die Barke einen guten Parkplatz, so dass auch das restliche Gepäck ohne Probleme verladen werden konnte.
Am Nachmittag sahen wir uns Heidelberg an. Abends trafen wir uns dann alle im "Güldenen Schaf", einem urigen Restaurant mitten in der Innenstadt. Elfriede und Helmut Meyer kamen aus Viernheim herüber und verlebten einen - ich hoffe auch für sie - vergnügten Abend.
Sonntagmorgen machten sich die Auto- und die Zugfahrer getrennt auf den Weg. Die Rückfahrt klappte ohne Probleme und gegen sechs Uhr abends stand "Gustav" in seiner Remise und ich denke, auch Rolf und Gesine aus Papenburg werden etwa zu dieser Zeit zu Hause gewesen sein.
Wir hatten wieder mal eine wunderschöne Wanderfahrt. Der Neckar ist ein Fluss mit abwechslungsreichen Ufern, mal Weinberge, mal steile Felsformationen, dann Wiesen, auch Industrie und Schifffahrt, aber nicht zu viel. Ich denke, es hat allen sehr gefallen. An dieser Stelle sage ich im Namen aller herzlichen Dank an Henning für seine perfekte Organisation. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.
Inge Werk