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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Un dor, an Rügens Westenkant,
dor liegt min Hiddensee,
dat lütte, smale Inselland
mit Wiesch und waldger Höh!
Wie Orgelton brust hier dat Meer
bi Dag un og bi Nacht!
un Lerchensang swebt öwer her
in goldner Frühjohrspracht!
Min Hiddensee, min sötes Lann,
wi büst du enzig schön!
Un nie verget, wer eenmal nur,
di Hiddensee, hatt sehn!
Alexander Ettenburg beschreibt in seinem Gedicht "Der Einsiedler von Hiddensee" sehr treffend die Insel, auf der auch Gerhart Hauptmann viele Jahre seines Lebens verbracht hat.
Nunmehr schon seit zwölf Jahren zieht es Ruderer verschiedener norddeutscher Vereine auf gemeinsamen Fahrten, organisiert von Wolfgang Krutzke/HSG Uni Rostock und dem Stralsunder Ruder Club, immer wieder nach Hiddensee. Auch in diesem Jahr trafen sich dreizehn Aktive aus fünf Vereinen, darunter acht Hanseaten, zu dieser Fahrt.
Nach der Anreise am Freitag, einem Rundgang durch Stralsund oder einem Getränk im Stralsunder Vereinslokal ging es am Samstagmorgen nach dem gemeinsamen Frühstück in Booten des Stralsunder Ruder Clubs los. Die Abfahrt wurde wegen angekündigten Windes etwas vorverlegt. Bei herrlichem Sommerwetter ruderten wir los. Entlang der Schifffahrtsstraße ging es durch den Bodden. Der Wind sorgte für die eine oder andere Welle, doch gegen Mittag trafen sich die Besatzungen der vier Boote an der vereinbarten Boje, um im seichten Wasser über den Inhalt der Kühltaschen herzufallen. Nur eine Sonnenanbeterin ließ sich hiervon nicht beirren und verharrte im Boot liegend.
Nach einiger Zeit ging es gestärkt auf die zweite Hälfte der ca. 30 Kilometer langen Strecke. Immer entlang der Küste Hiddensees fahrend erreichten wir am frühen Nachmittag unser Ziel in der Nähe von Vitte. Das Gepäck wurde mit Handwagen zur Schule gefahren, Boote und Zubehör gegen Diebstahl gesichert und das Quartier bezogen. Ein Bad in der Ostsee erwies sich als sehr erfrischend: eiskalt und kein Vergleich mit der Temperatur im Bodden auf der anderen Seite der Insel!
Keine Hiddenseefahrt ohne Überraschung! So auch in diesem Jahr. Jens Krause hatte Karten für eine Bootsfahrt zum abendlichen Feuerwerk der Ralswieker Festspielbühne auf Rügen besorgt. Die Überraschung war so gut gelungen, dass das Schiff erst mit einigen Minuten Verspätung ablegen konnte. Im Gegensatz zu einer Pferdekutsche hat so ein Schiff einen Fahrplan. Warmgetränke hatte Jens gleich mit besorgt, allerdings nicht den Geschmack aller getroffen.
Nach über vier Stunden erreichten wir dat söte Länniken wieder und die meisten von uns fielen nur noch müde auf ihre Luma.
Sonntagmorgen, wieder Sonnenschein, obwohl die Wetterfrösche für den Tag Gewitter angekündigt hatten. Nach dem Frühstück mit frischen Brötchen wurden die Boote wieder klar gemacht. Es bewölkte sich langsam und je länger die Rückfahrt dauerte, desto besorgter wurden die Blicke gen Himmel. Aber wir sollten Glück haben. Kein Gewitter, kein Regen, nur aufkommender Wind, der für unangenehme Wellen und manchen Liter Wasser in den gedeckten Booten sorgte.
Nach dem Mittagsimbiss an der schon bekannten Boje beeilten wir uns, nach Stralsund zurückzukommen. Die Silhouette Stralsunds erschien und kurz darauf hatten wir den Anleger des Stralsunder Ruder Clubs erreicht.
Eine gelungene Fahrt, die gut geplant und vom Wetter begünstigt war.
Nach dem Reinigen der Boote und einer kurzen Stärkung für die anstehende Rückfahrt ging es wieder auf nach Bremen. Schon nach wenigen Minuten auf der Autobahn fing es an zu regnen....
Holger Hartmann