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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Eigentlich schon immer organisiert Ute "Dorni" Poppenheger im Sommer eine Wattwanderung. Dieses Jahr hatte Dorni den Klassiker, die Insel Neuwerk, als Ziel ausgeguckt. Per PKW-Fahrgemeinschaften ging es nach Sahlenburg, wo sich am 16.06.2001 um 13:15 Uhr 15 Hansa-RuderInnen und Gäste trafen. Entgegen aller Erwartung schien die Sonne, eilig wurden noch zwei Sonnenhüte gekauft und Sonnenöl aufgetragen. Auf dem Hinweg begleitete uns ein Wattführer, der wirklich interessant zu erzählen wusste: Von Wattwürmern, Muscheln und wiederauferstandenen Strandkrabben, vom Deutschen Eck ohne Sockel, Andreaskreuzen und Priggen mit und ohne Stiel, ferner von Seeräubern, bremischen und Hamburger Erzbischöfen und Wehrtürmen. Knapp drei Stunden marschierten wir kreuz und quer abseits des offiziellen Weges auf dem Meeresgrund.
Auf Neuwerk gingen wir, mit kurzem Halt an der Fußwaschanlage, zu Bauer Griebel. Dort lag schon das Gepäck und das Domizil wurde bezogen. Es handelte sich um einen Heuboden, der leider schon ziemlich voll war. Zwei TeilnehmerInnen zogen es vor, in einem Unterstand für Gartenmöbel zu schlafen. Der erste Hunger wurde mit Eis und Kuchen gestillt. Der Abend begann mit einem gemeinschaftlichen Spaziergang zum Anleger der Fähre "Flipper", die eine Teilnehmerin wieder ans Festland bringen sollte.
Sechs WattwanderInnen gingen dann, motiviert vom beginnenden Landregen, auf direktem Weg in die Turmschänke, um dort Turmpfannen und andere Darreichungsformen von totem Fisch zu genießen. Natürlich wurde auch die Spezialität des Hauses (Eiergrog) probiert. Nach dem Abendessen stieß der Rest der Gruppe dazu, konnte aber nicht mehr aufholen.
Die Nacht verlief abwechslungsreich: Vor der Scheune spielte sich ein vermutlich promillebedingtes lautstarkes Beziehungsdrama ab, am sehr frühen Morgen machten die unter dem Dach residierenden Vögel Lärm, später prasselte ein Schauer auf das Blechdach.
Nach dem Frühstück wurde die Insel umrundet, einige bestiegen den Leuchtturm und/oder nahmen ein Getränk in einer Gaststätte. Zu Mittag gab es Erbsensuppe in unserer Unterkunft. Nach einer kurzen Mittagsruhe oder einer Tasse Kaffee musste aufgebrochen werden. Prompt fing es an zu regnen, weit entfernt war zweimal Donnergrollen zu vernehmen. Der Regen war kurz und als auch die Wattwagen trotz des kurzen Grollens losfuhren, begannen wir den Rückweg. Nach den ersten Schritten ging ein heftiger Schauer nieder, die Sicht reichte gerade bis zur nächsten Prigge. Zur Mitte des Weges beruhigte sich das Wetter kurz, nach drei Vierteln des Weges schien wirklich ein Gewitter aufzuziehen. Immer lauterer und häufigerer Donner waren zu hören, der Regen setzte wieder ein, ein Blitz zuckte am Horizont. Zum Glück war der Strand nicht mehr weit, so dass wir sicher das Festland erreichten. Kurzes Füßewaschen und dann wurde eiligst aufgebrochen. Starker Regen verlangte den FahrerInnen auf der Rückfahrt die volle Konzentration ab.
Trotz des lausigen Wetters am Sonntagnachmittag war es wieder einmal ein gelungenes Wochenende. Herzlichen Dank an Dorni für die Organisation.
Olaf Köhn