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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Für einige sollte es die erste Regatta im Jahr 2001 auswärts werden. Ja, der Tag der Abreise für die 35. Otterndorfer Regatta (26.-27.05.) stand vor der Tür. Mit den aufgeladenen Booten, dem gut verstauten Gepäck und einem Kasten Original-Beck's (Trainerproviant) ging es auf die Reise.
Mit auf Reise gegangen waren in diesem Jahr fast ausschließlich 1x-Fahrer (Julia G., Sven O., Anja N., Simon P. und Stefan W.). Die einzige Ausnahme bildeten Julia und Anja, welche es mit einem dann auch erfolgreichen 2x- auspro-bierten.
Wie man es von Otterndorf kennt, durften wir wieder auf einer relativ kleinen Wiese (eigentlich eine Kuhwiese, er-kennbar an den vielen Kuhfladen) übernachten. Da wenig Platz vorhanden war, haben wir direkt nach unserer Ankunft mit unseren Rucksäcken und Andreas geliehenem Campingbus "Eckaat" das Hansa-Revier abgegrenzt. Danach konnten in aller Ruhe unsere Zelte aufgebaut werden.
Nach dem Aufstellen des Bierzeltes mit der kompletten Garnitur sammelten sich Helfer, Aktive und Trainer am wär-menden Feuer des Grills.
Nach dem Grillen war aber ziemlich früh Zapfenstreich, denn das erste Rennen unseres Vereins war gleichzeitig das erste Rennen der gesamten Regatta. Unser Freund Sven hatte das Glück, dieses Rennen fahren zu dürfen. Da Svens Gegner anscheinend noch nicht richtig wach waren, kam er mit 10 Sekunden Abstand ins Ziel.
Gleich im Rennen danach fuhr "das Experiment" (Anja und Julia im 2x-), welches mit 5 Sekunden Abstand für Hansa ausfiel (ganz nebenbei: Julias erster Sieg!)
Kurz nach diesem Rennen sammelten sich die Hanseaten wieder am Start, denn nun war "Frau Naschmann" (Anja) am Zuge. Das Rennen ging ganz klar für Anja aus.
Für die Zuschauer und unsere Trainer war es bestimmt schwer, doch sie versuchten bei jedem Rennen dabei zu sein, denn kurz nach Anjas Rennen ging es weiter mit meiner Wenigkeit (Stefan). Dieses Rennen endete leider nicht mit einem Sieg für Hansa (wäre ja auch zu schön gewesen), aber mit einem guten zweiten Platz.
Gleich im nächsten Rennen ging Hansa wieder an den Start. Dieses Rennen verlief für Simon sehr gut und er erreichte das Ziel gut 7 Sekunden vor dem Zweiten.
Nach einer kurzen Verschnaufpause für die hanseatischen Zuschauer ging Julia im Rennen der A-Juniorinnen an den Start und holte ebenfalls einen guten zweiten Platz für unseren Verein raus.
Dann war erst mal Mittagspause für uns. Die Nächste, die erst am Abend startete, war Anja im 1x. Kurz vorm Rennen machten sich die Hanseaten wieder auf den Weg zum Start. Das Rennen verlief allerdings eindeutig und Anja wurde 100 Meter vorm Ziel angewiesen, den Endspurt wegzulassen und auf den letzten 20 Metern durfte Anja anfangen, sich auszurudern. Trotz dieser Tatsachen lag sie immer noch 11 Sekunden vor der Zweiten.
Außerdem gewann Simon am Abend auch noch sein zweites 1x-Rennen.
Der Tag ging mit einer sehr guten Bilanz zu Ende: 7 Starts, davon 5 Siege und 2 zweite Plätze.
Auch an diesem Abend wurde traditionsbewusst im Bierzelt gegrillt. Gespräche mit dem Trainer waren an diesem A-bend leider nicht von untergeordneter Bedeutung. Es wurden die Gespräche in trainerüblicher Form durchgezogen: Zuerst die Frage "Wie fandest du dein Rennen?", danach kamen die mehr oder weniger freundlich rübergekommenen negativen Kommentare des Trainers und dann schließlich, wenn die Motivation den Tiefpunkt erreicht hatte, wurde ´ne große Ladung Lob in die "offene Wunde" gestreut.
Der zweite Tag startete wieder einmal früh mit Julias 1x-Rennen. Dieses Rennen ging allerdings besser aus als ihr ers-tes, denn sie siegte mit 13 Sekunden Vorsprung (dies war ihr erster 1x-Sieg).
Nach dem ersten morgendlichen Rennen herrschte erst einmal eine große Pause, bevor es dann den anderen Strategen an den Kragen ging.
Am frühen Nachmittag startete Sven im 1x. Dieses Rennen ging allerdings nicht so gut aus wie seine vorherigen. Er machte den 3. Platz.
Gleich im Rennen danach startete ich ebenfalls im 1x. Dieses Rennen lief (dank extra Trainingstunden vor dem Ren-nen) anders. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen gewann ich noch mit 10 Sekunden Vorsprung. (Mein ers-ter Sieg!) Es war anscheinend eine Art Dankeschön dafür, dass ich gewonnen hatte, dass man mich einfach vergaß. Keiner hat sich darum gekümmert, beim Anlegen und Rausholen des Bootes zu helfen. So trieb ich also noch ein paar Minuten lang mitten auf dem Kanal, bis sich dann endlich einer an mich zu erinnern schien. Na ja, Grund dafür war wohl das Rennen von Julia und Anja im 2x-, welches direkt im Anschluss lief. Natürlich, wie könnte es anders sein, haben sie das Rennen gewonnen.
Am Himmel zogen dunkle Wolken auf. Deshalb musste man sich mit dem Abriggern und Aufladen der Boote beeilen. Als ein Großteil der Boote verladen war, fing es erst leicht und dann immer stärker an zu regnen. Als schließlich fast alle Zelte abgebaut waren, war der Regen so stark, dass Sven und ich echte Probleme hatten, das Zelt abzubauen. Letzt-endlich haben wir noch im strömenden Regen die Biergarten-Garnitur und das Bierzelt auf den Hänger gepackt. Fast alle (bis auf die, die rechtzeitig in ein Auto geflüchtet waren) wurden bis auf die Knochen nass.
Im Großen und Ganzen war es ein gelungenes Wochenende, denn jeder Teilnehmer aus unserem Verein ging mit min-destens einer Medaille nach Hause, wobei für zwei von uns sogar die ersten Medaillen rausgesprungen waren.
Mit unseren insgesamt 9 von 12 Siegen waren wir in der DRV-Statistik der zweitbeste Verein mit dem "Allgemeiner Alster Club/Norddeutscher Ruderer Bund Hamburg", der ebenfalls 9 Siege vorzuweisen hatte. Auf Platz eins der Statis-tik war mit 10 Siegen die "RG Germania Kiel". (Insgesamt waren in der Statistik rund 60 Vereine und Renngemein-schaften aufgeführt. Unter anderem die Renngemeinschaft Oldenburger RV/Bessel RC Minden/Angaria Hannover/RV Normannia Braunschweig/RG Hansa Hamburg/ESV Lingen/RC Hansa Bremen, die ich hier noch einmal lobend er-wähnen möchte.)
Stefan Weger