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"Hansa" (1879/83) e.V.

55. Gründungstag der HANSA am 10. Mai 2001

Eine recht große Festversammlung traf sich am Donnerstagabend, um den 55. Gründungstag der HANSA zu feiern. Wie bereits in den letzten Jahren nahm der Club diesen Tag zum Anlass, seine Jubilare zu ehren und auch die neue Barkasse zu taufen.

Letzteres übernahm Britta Möhlheinrich, die als Betreuerin der Kinder- und Jugendabteilung das neue Motorboot auf den Namen "Pik Ass" taufte. Dieser Name ist eine Referenz an die Hauptsponsoren des Bootes, die Zocker. So mancher Skatgroschen war nötig und wurde gern gegeben, um die Betreuung auf dem Wasser zu gewährleisten.

Unsere Vorsitzende Ute Kolb gab in ihrer Festrede einen kurzen Abriss der Vereinsgeschichte, nahm den Gründungstag aber auch zum Anlass, in die Zukunft der HANSA zu schauen. Sie hob hervor, dass Leistungssport und Breitensport die gleichberechtigten Säulen des Clubs darstellen. Alle Mitglieder sollen nach ihren Möglichkeiten und Wünschen ihren Sport in unserem Club ausüben können. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben.

Schließlich galt es, den Jubilaren für ihre lange Vereinstreue zu danken und die Ehrennadeln zu überreichen. Ute Kolb begann mit den "25-Jährigen".

Eckhard Nachtwey trat im Alter von 16 Jahren der HANSA bei. Er verschrieb sich sogleich dem Leistungssport und fand Mitruderer, die sowohl im Vierer als auch im Achter ihre Kräfte erprobten. Die Trainingszeit von 1977 bis 1979 unter Rolf Werner Ullrich war recht erfolgreich. Eckhard nahm als Junior, später als Senior an zahlreichen Regatten teil (Wetter, Bremen, Hoya, Leer, Wilhelmshaven, Hamburg) und konnte dabei 13 Siege erringen.

Eckhards Mannschaft war die Spitznamen-Mannschaft: Bongo, Schlacki, Suffi, Harpo und eben Eckhard als "Mob". Steuermann war damals Stefan Flores, der die Ruderrecken zu sich nach Hause zum Würstchenessen einlud. Stefan kannte den Appetit der Ruderer aber wohl noch zu wenig, denn statt der erwarteten Knacker gab es Cocktailwürstchen, die so manchen Magen noch knurren ließen.

Nach dem Abitur ging Eckhard den Weg so vieler junger Leute und verließ Bremen studienhalber. Vor einigen Jahren hat die Mannschaft versucht, den Rudersport für sich neu zu entdecken, was leider nicht gelungen ist. Trotzdem ist Mob dem Verein treu geblieben. Nun, wieder in Bremen ansässig, könnte es ja vielleicht einen neuen Versuch geben, um festzustellen, dass man das Rudern nicht verlernt hat und es eine gute Möglichkeit ist, den Kopf frei zu machen von der täglichen Arbeit. Wir würden uns freuen, Eckhard wieder häufiger im Bootshaus zu sehen.

Gert Kallmeyer trat im zarten Alter von 13 Jahren in die HANSA ein und hatte sich von Beginn an dem Breitensport verschrieben. Gemeinsam mit Markus Bussenius lernte Gert das Rudern. Da er zur Ausbildung in Bremen blieb, wurde Gert noch Mitglied der Betriebssportgruppe ÜNH, was dazu führte, dass er besonders häufig im Bootshaus zu finden war. In den Jahren 1992 bis 1995 war Gert unser Hauswart und hat eine unserer vielen Umbauphasen unmittelbar und handwerklich geschickt miterlebt.

Als das Studium der Elektrotechnik Gert immer mehr in Anspruch nahm, musste die HANSA ein bisschen in den Hintergrund treten. Auch jetzt, wo der berufliche Wirkungskreis nicht mehr in Bremen liegt und auch die Familie (Gert hat mit Sabine natürlich eine Ruderin geheiratet) ihr Recht verlangt, kommt Gert nicht mehr allzu häufig zum Rudern. Aber im Hintergrund engagiert er sich noch immer stark für den Club, wenn es darum geht, das Stiftungsfest zu organisieren und die Tombola mit attraktiven Preisen zu bestücken.

Gert wird sicher wieder ein aktiver Ruderer werden, wenn das Kind - die Kinder - ein bisschen größer sind und ihm mehr Zeit lassen. Und dann wird auch sicher Sabine wieder häufiger im Bootshaus anzutreffen sein, schließlich haben die beiden sich hier kennen und lieben gelernt.

Die beiden 40-jährigen Jubilare, Hartwig Behre und Erhard Dallmann, waren leider an diesem Abend verhindert. Ute Kolb überbrachte aber ihre Grüße. Die Ehrennadeln werden ihnen bei Gelegenheit überreicht werden.

Für 50-jährige Mitgliedschaft im DRV konnte Ute Kolb Gerhard Johannsen ehren.

Gerhard machte es spannend: 1936 wurde er Mitglied im Oberweser Ruderverein. Dort trainierte er als junger Mann und kam 1939 und 1941 im Leichtgewichts-Vierer auf der Reichsjugendmeisterschaft in Grünau zu Ehren. Der Krieg unterbrach dann die hoffnungsvolle Ruderlaufbahn. 1948 kam Gerhard aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück, um aber gleich 1949 Bremen zwecks Studiums wieder zu verlassen. Erst 1964 trat Gerhard wieder in die HANSA ein, nachdem er ein recht erfolgreicher Turner geworden war.

Nun war Breitensport, Freizeitsport angesagt, und dies nicht nur auf den heimischen Gewässern. Gerhard entdeckte das Wanderrudern und gehört seit 1967 der 1. Bremer Barkenbruderschaft an. Gemeinsam mit seinem Bruder Gustav und Fritz Bruns fing er als Benjamin an. Die drei hielten diese Wanderfahrten immer in Ton und Bild für die Hanseaten fest.

Gerhard hat an 23 Fahrten teilgenommen. In diesem Jahr ist er 15 Jahre Barkenkapitän, was bedeutet, dass er alljährlich zum Beginn einer Fahrt ein Fahrtenbuch präsentiert, das seinesgleichen sucht.

Gerhards Energie und Hartnäckigkeit verdanken wir die Barke "Gustav", die allen Kritikern und Zweiflern zum Trotz im Mai 1990 in Dienst gestellt wurde und aus unserer Bootshalle nicht mehr wegzudenken ist.

Gerhard zählt zu den eifrigen Montagsruderern und somit zu den Zockern, die schon so manches Projekt in der HANSA dankenswerterweise unterstützt haben.

Für seine 50-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Ruderverband bekam Gerhard von Ute Kolb die Urkunde überreicht.

Martin Vaupel übernahm die Würdigung unseres zweiten "50-Jährigen", Werner Kollmann.

Werner hatte im Jahre 1951 in einer Kleinanzeige in der Bremer Tageszeitung gelesen, dass der Bremer Ruder-Club HANSA neue Mitglieder sucht, die am Mannschaftssport und am Training Interesse haben. So kam damals der 17-Jährige zu uns. Nach drei Jahren ging Kolle mit seinem Partner Paul Schneider im Doppelzweier in Lübeck an den Start. In diesem Jahr konnten die beiden insgesamt 10 Siege errudern.

Werner startete aber auch noch im Jungmannvierer und im Achter, was 1955 neben 15 Siegen auch zum Gewinn des Eichkranzrennens führte.

1956 wurde der Vierer mit Wehselau, Arfmann, Niermann, Kollmann und Stm. Jürgenbehring gebildet. In dieser Besetzung gab es Starts u.a. in Amsterdam, Essen, auf dem Rotsee und auf der deutschen Meisterschaft in Duisburg.

Zwischen 1956 und 1958 kam Kolle noch zu 21 Siegen im Vierer und 7 Siegen im Achter. 1958 wurde die Mannschaft um Albi Wehselau in Posen Europameister.

Werner begann 1970 das Altherrenrudern im Achter, wobei er noch 7-mal erfolgreich an Regatten teilnehmen konnte.

Insgesamt hat Werner laut Siegerbuch 88 Siege für die HANSA errungen. Aber nicht nur ruderisch wirkte er im Verein, er war auch im Vorstand aktiv. Als Trainer übernahm er das Training von Heck und Buchter in Bremen. Später betreute er auch seine Söhne im Boot, wobei aus Kollmann/Colby eine recht erfolgreiche Mannschaft wurde.

Mittlerweile ist Werner im Landesruderverband aktiv, wo er sicher auch das Wohl der HANSA im Auge behält.

Martin Vaupel dankte Werner für 50-jährige Mitgliedschaft in der HANSA und überreichte die Urkunde des Deutschen Ruderverbandes.

Barbara Schneider

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