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"Hansa" (1879/83) e.V.

Bratkartoffelfahrt 2001

Das Interesse an der alljährlichen Bratkartoffelfahrt ist ungebrochen und seit Jahren konstant.

Aus der Fahrtenbezeichnung könnte man schließen, dass es an einer großen Zahl von Bratkartoffelfans unter den Clubmitgliedern liegt. Kann sein. Ich vermute aber, dass es zwei verschiedene Gruppen von Bratkartoffelfahrern gibt: Die einen, die leidenschaftlich gerne Bratkartoffeln, evtl. auch Bauernfrühstück, essen, die Bratkartoffelfans also, und die anderen, die eigentlich weder gerne Bauernfrühstück und schon gar nicht Bratkartoffeln mögen, die aber gerne mit Leuten aus der ersten Gruppe zusammen sind. Abgesehen davon, dass sie alle auch das eine oder andere Bier und/oder andere Getränk zu sich nehmen, ist allen Bratkartoffelfahrern gemeinsam, dass sie dafür bis zum Hasenbürener Jachthafen und wieder zurück rudern, rund 24 km.

Das erklärt vielleicht, warum auch in diesem Jahr wieder eine große Zahl HANSA-Ruderinnen und -Ruderer froh war, als endlich die Anmeldeliste für die Bratkartoffelfahrt 2001 auf der Theke lag. 32 TeilnehmerInnen hatten sich eingetragen, 10 Altherren und 22 andere BreitensportlerInnen. Unsinnig ist die Vermutung, die Alt-Herren hätten sich erst angemeldet, nachdem sich genügend kräftige und jüngere Unterstützung angemeldet hatte. Wie in jedem Jahr hatte John - unbestechlich, wie er nun mal ist - die Mannschaftseinteilung vorgenommen.

Am 19.06. war es dann so weit. Pünktlich um 17.30 Uhr standen alle Teilnehmer auf der Matte. Natürlich auf der im Bootshaus. Stimmt auch nicht. Es standen nur 31 dort. Auch um 17.50 Uhr fehlte immer noch ein Teilnehmer. Die beiden Vierer mit Steuermann waren schon unterwegs. Wilhelm fehlte. Wilhelm ist im Riemenachter "Walter Messerknecht" eingeteilt. Warum fehlt Wilhelm ? Ist doch sonst gar nicht seine Art. Ob er wohl dienstlich verhindert oder gar krank ist ? Nein, dann hätte er sich gemeldet. Ob er den Termin total verschwitzt hat? 18.00 Uhr. Wir müssen los. Wilhelm muss ersetzt werden, denn ohne ihn würde "Walter Messerknecht" im Kreis fahren. Damit das nicht passiert, hatte John den Doppelachter "Timmi Kröger" vorsorglich fest gehalten. Denn - auch das hat Tradition bei der Bratkartoffelfahrt - "Timmi Kröger" hilft in solchen Fällen "Walter Messerknecht". Das war die Gelegenheit für Alt-Herr Nr. 10, Peter Colby, zu den restlichen anderen 8 Alt-Herren umzusteigen. Dass er sich dabei der Hilfe seiner Mannschaftskameraden bediente, lag nur an seinem schmerzhaften und hinderlichen Hexenschuss. Nun konnte es losgehen. Und es ging auch los bei noch leicht ablaufendem Wasser. John ruderte und Peter hatte seinen Steuerplatz eingenommen. Es war bewölkt, aber trocken. Radio Bremen hatte eigentlich Sonne versprochen. Kurze Pause am Lankenauer Höft. John überraschte die Mannschaft mit einem Bier und Petrus und Radio Bremen uns jetzt mit der versprochenen Abendsonne. Pünktlich um 19.30 Uhr machten wir am Anleger im Hasenbürener Jachthafen fest und wurden begrüßt von: Wilhelm! Mit einem Begrüßungsschluck, nicht von seinem Arbeitgeber, hat er gesagt, obwohl sein Job ihn nicht losgelassen hatte.

In der Seglerkneipe duftete es schon nach Bratkartoffeln, Speck und Spiegeleiern. Es wurde auch umgehend und zügig aufgedeckt und schmeckte so gut, wie es aussah. Auch das eine oder andere Bier hatten sich alle verdient. Die Stimmung war prima und immer noch schien die Abendsonne, als wir gegen 21.30 Uhr schließlich aufbrechen mussten.

Wir gaben unseren geliehenen Steuermann wieder an "Timmi Kröger" zurück und Wilhelm Gelegenheit zu zeigen, wofür er sich den ganzen Tag geschont hatte. Es herrschte Windstille. Das Wasser war spiegelglatt und die gerade untergegangene Sonne bescherte einen wunderschönen Abendhimmel. Dann wurde es doch dunkel. An der Schlachte spiegelten sich die bunten Lichter im Wasser. Eine traumhafte Rückfahrt.

Gegen 23 Uhr waren wieder alle Boote am HANSA-Anleger angekommen. Ohne den kleinsten Bootsschaden. Ich denke, dass die Bratkartoffelfahrer auch in diesem Jahr -manche auch ein wenig geschafft - aber alle hoch zufrieden ins Bett gefallen sind. Einige haben damit noch bis zum anderen Morgen gewartet, weil sie im Club bei Herrn Erbel noch in Ankes Geburtstag gefeiert haben. Nachträglich auch von mir herzlichen Glückwunsch!

Ich freue mich schon auf die nächste Bratkartoffelfahrt.

Jürgen Keunecke

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