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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Der Bremer Ruder-Club "HANSA" hatte seine Mitglieder eingeladen, gemeinsam am Donnerstag, dem 2. November mit den Trainingsleuten die Siegerfeier zu begehen. Wir haben eine junge, dynamische Kinder- und Jugendgruppe, die sich dem Training stellt. Sie hat an Regatten teilgenommen und brachte viele Erfolge mit nach Hause. Die Trainer und Betreuer stellten uns die Trainierenden im Einzelnen vor, so dass wir einen guten Überblick über die vergangene Saison erhielten. Die Masters vertraten wie in jedem Jahr die Farben der "HANSA" erfolgreich. Die nachstehende Rede zur Siegerfeier soll Ausdruck von Dank und Anerkennung über die geleistete Saison 2000 sein:
"Siegerehrung oder Siegerfeier - was bedeutet der Begriff? Betrachten wir die Wörter den Bestandteilen nach, so wollen wir wirklich lediglich die S i e g e r feiern oder ehren.
Aber bedeutet dieses Wort vom Inhalt her nicht viel mehr? Sicher, S i e g steht über allem, jeder Mensch, der zu einem Vergleich mit einem anderen antritt, will gewinnen, ganz oben auf dem Treppchen stehen.
"Kommt aber wirklich nichts dazwischen - zwischen dem Antreten und dem Sieg?", frage ich mich. Ist der Einsatz des Nicht-Gewinners ohne Bedeutung? Das wäre m.E. deprimierend, unberechtigt und ungerecht.
Wie der Mensch in jeder Lebenssituation, so muss er auch als Sportler oder Sportlerin Können und Fähigkeit ständig unter Beweis stellen. Sie müssen zeigen, dass sie trainiert und was sie gelernt haben, dass sie fähig sind, sich im Wettstreit mit anderen zu messen und zu behaupten. Und in diesem Beweisen, in dem Erkennen, dass die persönliche Bestzeit allein oder mit einer eingespielten Mannschaft eingestellt werden kann, liegt a u c h der Sieg.
Stellen wir uns doch einmal vor, dass ausschließliche Teilnahmen an Regatten verlangt würden - wie langweilig. Der Reiz des Leistungssports liegt ganz bestimmt erheblich im Training - und Ziel des Trainings ist der Vergleich, das Kräftemessen mit anderen - die Fragen "Wo stehe ich - oder wir? Wie haben wir uns weiterentwickelt?" - die Spannung vor dem Start - der Adrenalinstoß vor dem Startschuss - und dann die Rennstrecke, die den Ruderern alles abverlangt, wo kein Raum zum Nachdenken bleibt, sondern das umgesetzt wird , was im Training erarbeitet wurde.
Oft ist der Sieg dann so greifbar nahe - und dann schiebt sich mit dem letzten Pinselschlag doch noch der Gegner zuerst über die Ziellinie.
Lasst euch nicht entmutigen, wenn die Gegner - manchmal eine Idee - stärker sind oder sogar auch nur etwas mehr Glück haben.
Erst der faire sportliche Kampf und seine erfolgreiche Beendigung ist für uns alle Grund, uns als Sieger zu fühlen.
Der Sieg als Krönung des Rennens ist zwar verpasst - aber ist nicht dennoch bei der Auswertung des Rennens ein Erfolg über die vergangenen Zeiten zu vermelden? Der Weg zum Sieg ist weit und oft beschwerlich, er will gut vorbereitet sein - dazu zählt jede Trainingseinheit, jeder Vergleich mit anderen. Und stellt euch vor, es gäbe keine Zweiten und Dritten, dann gäbe es auch keine Sieger. Ein Sieger ist nichts ohne den Besiegten - also nehmt alle Kräfte zusammen und gebt euer Bestes.
Jeder von uns wünscht euch den Sieg. Selbstverständlich hoffen wir mit euch; denn wir wissen, dass ihr unermüdlich trainiert habt und gut vorbereitet seid.
Das habt ihr alle auf den diesjährigen Regatten bewiesen. Ihr, das sind die Juniorinnen-B Anja und Sonja , die Juniorinnen-A Vanessa, Wiebke, Svenja , Anja und Julia.
Lars , Sven, Joseph und Bastian sind im Junior B-Bereich in unterschiedlichen Bootsgattungen gestartet. Karl hat im leichten Junior-A-Bereich gerudert. - Ihr habt in euren jeweiligen Zusammensetzungen gerudert und oft auch gesiegt.
Die Kinderabteilung hat ebenso zunehmende Tendenzen. Katharina, Alexander, Felix, Stefan, Constantin, Simon und Pablo waren auf vier Regatten vertreten und haben insgesamt 4 Siege zu verzeichnen. Zudem siegten sie dreimal auf der Bremer Meisterschaft.
Ihr seid auf dem besten Weg zu höheren Zielen. Setzt euch ein, kämpft mit jedem Durchzug für eure persönliche Bestzeit. Es war schön zu lesen in der Presse, beispielsweise vom 21.09: Hansa-Ruderer mit elf Siegen zurück.
Ihr habt gute Begleiter, d. h. Trainer Wolfgang und Andreas, Britta, Sebastian und Michael. Von ihnen könnt ihr viel lernen, nutzt sie schamlos aus, fordert alles von ihnen.
Ich wünsche euch nach dieser erfolgreichen Saison eine ausgewogene und interessante Winterarbeit. Unterstützt euch untereinander und seid fair im Umgang miteinander.
Die Masters unseres Clubs sind wie seit vielen Jahren Bothi Meyer-Richtering und Elke Siemßen und Hermann Meyer-Richtering. Sie starteten auf den Regatten im Mai in Bremen, im Juli in Schwerin und Berlin-Grünau, im August in Leer, im September in Hazewinkel und in Bernkastel-Kues. Bothi gelangte dabei insgesamt sechsmal, Elke dreimal und Hermann einmal zum Sieg.
Wer da glaubt, dass ihnen der Sieg nach so langen Jahren des Trainings einfach in den Schoß fällt, der irrt. Auch sie müssen ständig trainieren, Technik und Kräfte austesten und ausfeilen. Hierzu müssen sie selbstverständlich, wie alle Trainingsleute, entsprechendes Bootsmaterial haben. Wir sind bemüht, allen, die bei uns trainieren, dieses zur Verfügung zu stellen.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich in der Vorstellung Christiane Will. Sie hat in der vergangenen Saison an vielen Regatten und Meisterschaften teilgenommen und gekämpft und Erfolg gehabt. Bedauerlicherweise hat ihr Einsatz nicht ausgereicht, um für die Olympiade nominiert zu werden. Wir danken ihr für die Zeit, die sie für unseren Club trainiert und ihn nach außen vertreten hat. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute mit dem diskreten Gedanken "Ist das Rudern damit für immer vorbei?"
Ich gratuliere allen, die die Regattasaison abgeschlossen haben und entlasse euch mit den besten Wünschen für die kommende Saison mit einem dreifach kräftigen Hipphipphurra!
Ute Kolb