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"Hansa" (1879/83) e.V.

Die Heidschnuckenfahrt vom 14/15 Oktober 2000

Die diesjährige Heidschnuckenfahrt fand am zweiten Wochenende im Oktober statt. Mit 8 Leuten haben wir uns morgens um kurz vor neun am Ruderhaus getroffen und die letzten Vorbereitungen getroffen. Es war ein absolutes Traumwetter, echter Altweibersommer, nach einer verregneten Woche konnte ich es gar nicht glauben. Für mich war es die erste Wanderfahrt und vor den 56 Kilometern hatte ich ziemlichen Respekt, nicht zuletzt wegen der Blasen an den Händen, die ich nach den 8 Kilometern auf der Hausstrecke noch regelmäßig habe.

Nachdem auch ein müder Hagen direkt von der Arbeit eintraf, sind wir Richtung Hodenhagen/Aller gefahren. Die zwei Boote - ein Vierer und ein Zweier mit Steuermann- mussten bis zur Einsetzstelle ziemlich weit getragen werden. Die Aller führte wenig Wasser und lag tief im Bett. Nachdem das Aufgeteile von Leuten und Sachen abgeschlossen war, ruderten wir los, oder um ehrlich zu sein: ließen uns erst mal ein bisschen treiben und stärkten uns.

Das Wetter blieb den ganzen Tag traumhaft. Es war warm und sehr schönes Licht. An den Ufern viele Pferde- und Kuhherden, so konnten wir gemächlich durch die Lüneburger Heide rudern. Gisela saß hinter mir und hat mich ein bisschen gecoacht. Irgendjemand hatte vor der Fahrt zu mir gesagt: "So richtig rudern lernt man erst auf Wanderfahrten", und für mich stimmte das auch. Nicht, dass ich jetzt "richtig rudern" kann, aber nach der Wanderfahrt habe ich sogar selbst die Fortschritte gemerkt.

Ich fand, besonders der erste Tag war wie eine Zeitblase: Man konnte die Natur, vor allem die Sonne genießen. Wir haben eine längere Pause gemacht, Ilka und Silke hatten Kuchen gebacken, jeder etwas mitgebracht. Die erste Tagesetappe war dann relativ schnell errudert, so gegen 16.00 Uhr waren wir in Rethem und setzten aus. Der Wirt holte unsere Sachen ab und nachdem die Boote versorgt waren, sind wir alle zum Gasthaus "Helmīs Hotel". Gisela kannte das Lokal und die Wahl war ein echter Treffer. Das zeigte sich vor allem bei dem Heidschnucken-Essen am Abend, als auch Bothi und Hermann eingetroffen waren, die schon an diesem Tag die kompletten 56 Kilometer gerudert waren. Das Essen war sehr gut und es gab von allem, so viel man wollte. So haben alle bis kurz vor der Bewusstlosigkeit Heidschnucken und Sonstiges genossen. Ich kann das Hotel nur wärmstens empfehlen, auch für sonstige Festivitäten: Es hatte alles Stil und war durch die familiäre Struktur des Betriebes auch sehr gemütlich - und absolut preiswert. Die Gruppe hat sich vor Mitternacht schon schlafen gelegt, mir kam das nach einer sehr kurzen Nacht davor ganz gelegen.

Am nächsten Tag war das Wetter etwas abgestürzt, deutlich kälter und grau in grau. Immerhin hat es nur mal getröpfelt und wir sind trocken nach Verden gelangt, dem Zielpunkt. Ich habe das erste Mal ein bisschen gesteuert, die 30 Kilometer waren insgesamt schnell geschafft. Die Pausen waren kürzer als am Vortag, ohne Bewegung wurde es zu schnell kalt. Beim Verdener Ruderclub haben wir dann ausgesetzt, alles verstaut und back to Bremen.

Spektakuläre Zwischenfälle hat es an beiden Tagen nicht gegeben. Es war alles ganz gemütlich und erholsam (außer für meine Hände......). Für mich steht jedenfalls fest, dass es noch viele Wanderfahrten werden sollen, am besten länger als nur ein Wochenende. Positiv fand ich auch, dass bei aller Unterschiedlichkeit der Leute alle sehr gut zusammengehalten haben (aber wer hätte auch anderes erwartet.....).

Schließlich: herzlichen Dank an alle organisatorisch Beteiligten, besonders an Gisela Temme.

Frank Quante

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