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"Hansa" (1879/83) e.V.

Die Abschlussfahrt der Dienstag-Morgen-Ruderer

Es gibt "scheue" Wesen im Ruderclub, die man dienstags nur ganz früh beobachten kann. Dienstags abends kommen sie nicht, oder nur sehr selten. Es sind Dienstags-Morgen-Ruderer, die schon um 5.30 Uhr oder 6.00 Uhr aufstehen, um gegen 6.30 Uhr oder 6.45 Uhr zu rudern. Für einen "normalen" Menschen ist es natürlich eine schreckliche Vorstellung, so früh aufzustehen, um zu rudern.

Um so interessanter ist es daher, herauszufinden, warum diese Menschen so früh rudern. Sind es notorische Frühaufsteher, die andere Menschen mit ihrer morgendlichen Munterkeit nerven und deshalb zum Rudern geschickt werden? Oder sind es Menschen mit Schlafstörungen, die froh sind, dass die lange Nacht endlich um ist, damit sie zum Rudern gehen können? Wo sollten sie denn auch sonst hingehen? Niemand würde sie um diese Zeit willkommen heißen. Oder sind es vielleicht Workaholics, die nach getaner Ruderarbeit nun ungehemmt bis in die Nacht arbeiten wollen? Die Gründe sind noch nicht eindeutig geklärt.

Einige Erkenntnisse können inzwischen aber als gesichert gelten:
- Es sind fröhliche Menschen.
- Es sind Menschen, die gerne rudern.
- Sie kommunizieren gerne und das kann sogar bis hin zur Lästerei gehen.
- Und es sind Menschen, die gerne schon um 8.00 Uhr bei Herrn Erbel frühstücken und Kaffee trinken, was natürlich für die gute Qualität des Frühstücks spricht.

So rudern und frühstücken sie also jeden Dienstagmorgen. Wenn es aber dunkel, kalt und nass wird, dann ändern sie ihr Verhalten. Sie kommen dienstags morgens einfach nicht mehr. Die Veränderung ihres Verhaltens geht aber noch weiter. Sie verabreden sich plötzlich zu einer Abschlussfahrt, die immer an einem Sonnabend stattfindet. Die diesjährige Abschlussfahrt fand am 30.9.00 statt. John Thoms hatte die Fahrt durch die Schleuse zur Oberweser organisiert und natürlich auch schönstes sonniges und sommerliches Wetter gebucht. Ein Achter und ein Zweier ohne Steuermann machten sich um ca. 10.30 Uhr auf den Weg zur Schleuse. Der Schleusenmeister dachte sich: "Gemach Gevattern", und ließ uns erst einmal 11/2 Stunden warten und schleuste einige Binnenschiffe durch.

Mancher wird nun denken: Ist doch nicht schlimm, ihr hattet doch Zeit. Irrtum, meine Lieben. Großer Irrtum. Wir wollten nämlich noch nach der Schleusung einen Frühschoppen zu uns nehmen. Andererseits war für 14.00 Uhr im "Krug zum grünen Kranze" das Essen vorbestellt. Wir wussten uns aber zu helfen. Nachdem wir aus der Schleuse heraus waren, wurden per Handy beim Oberweser Segelverein 11 Krüge Bier bestellt. Das Wetter war warm und sonnig und so setzten wir uns in den Biergarten und genossen unseren Frühschoppen.

In bester Laune ruderten wir dann weiter bis etwas oberhalb der Dreyer Brücke, legten an einer sicheren Stelle an und gingen zum "Krug zum grünen Kranze". Dort wurde uns ein ausgezeichnetes Essen - z.B. Senatorentopf - serviert und wir ließen es uns gut gehen. Nachdem wir das Essen einigermaßen verdaut hatten, ruderten wir zurück, tranken beim Oberweser Segelverein noch ein Kännchen Kaffee und aßen dazu natürlich auch noch ein Stück Kuchen. Gegen 17.00 Uhr waren wir wieder im Club und hatten einen wirklich schönen Tag erlebt.

Die Abschlussfahrt war zwei Jahre ausgefallen, was ich immer sehr bedauert habe. Um so mehr freute ich mich, dass John Thoms die Mühe auf sich genommen hatte, diesen Brauch wieder zu beleben und auch genügend Leute motivieren konnte, mitzumachen.

Günter Bussenius

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