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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |

Es war ein trüber Freitagmorgen im Juli, als wir - Hercu, Jörg, Doris, Gerd, Martin und Katrin - uns auf den Weg nach Kopenhagen machten.
Hercu und Martin hatten einen Besuch beim "Skovshoved Roklub" organisiert, einem Ruder- und Kanuklub an der Ostseeküste am Nordrand der dänischen Hauptstadt.
Trotz teilweise sintflutartiger Regenfälle auf der Autobahn Richtung Hamburg erreichten wir pünktlich die Fähre Puttgarden-Rödby. Am frühen Nachmittag trafen wir in Kopenhagen ein. Da wir uns erst für den Abend bei unseren Gastgebern angemeldet hatten, blieb uns noch Zeit für einen Stadtbummel. Am Nyhavn trieb uns ein Regenschauer unter das Vordach eines Getränkestandes. Während die meisten von uns mit großer Zurückhaltung auf die dänischen Bierpreise reagierten, war bei Jörg der Durst größer als der Hang zur Sparsamkeit. Lobenswerterweise ließ er uns aber teilhaben am Genuss des wertvollen Getränkes.
Nachdem wir uns einen ersten Eindruck von der Innenstadt verschafft hatten, machten wir uns auf den Weg zum Ruderklub. Obwohl ich gezwungen war, einige Ampeln bei "orange" zu überfahren, um Hercus Auto nicht aus dem Auge zu verlieren, gelangten wir wohlbehalten an unser Ziel.
Dort empfing uns Elsbeth, die uns in fließendem Deutsch begrüßte und uns unsere Unterkünfte zeigte. Sie hatte bereits einen Kühlschrank mit Lebensmitteln gefüllt, sodass das Frühstück für die nächsten beiden Tage gesichert war. Nach dem Abendessen in einer Gaststätte mit Blick aufs Meer und dänischem Nationalgericht (Bauchfleisch, Pellkartoffeln und Petersiliensoße) genossen wir den Sonnenuntergang bei einem Spaziergang auf der Mole des Jachthafens.
Der Samstag begann wie der Freitag geendet hatte - sonnig. Ich hatte ein besonders großes Interesse daran, dass das so blieb. Zum einen deshalb, weil Martin gedroht hatte, man würde mich kielholen, falls meine optimistische Prognose aus www.reisewetter.de nicht zuträfe. Zum anderen, weil ich meine Ruderregenjacke in Bremen vergessen hatte!
Zwei Seegigs - Vierer mit Steuermann - wurden zu Wasser gelassen und wir verteilten uns auf die Boote - pro Boot jeweils drei BremerInnen und zwei DänInnen.
Die Riemenboote sind, um seetüchtig zu sein, besonders breit. Die Dollen befinden sich direkt in bzw. an der Bordwand. Die Ruderer sitzen seitwärts versetzt und haben neben sich eine Rettungsweste zu liegen. Nachdem Elsbeth - unsere Steuerfrau - uns in die Besonderheiten der Seegigs eingewiesen hatte, ging es los. Wir fuhren über die ruhige Ostsee in Richtung Kopenhagener Hafeneinfahrt. Am Horizont war die neue Brücke zu sehen, die Dänemark und Schweden seit kurzem verbindet. Nach einer kurzen Pause in der Nähe der Hafeneinfahrt übernahm Elsbeth wieder das Steuer und lenkte uns durch die Kanäle der Stadt, vorbei am Parlament, der Erlöserkirche, der Börse, der königlichen Bibliothek usw. bis zur "kleinen Meerjungfrau", in deren Nähe wir anlegten und Picknick machten. Die dicke Wolke, die am Morgen noch von weitem gedroht hatte, hatte sich inzwischen aufgelöst. Allerdings war eine frische Brise aufgekommen - eine schwere Aufgabe für Steuerfrau Doris, die uns zwar sicher, aber nicht ganz trocken durch die schäumenden Wellen in den heimatlichen Hafen lenkte.
Am Samstagabend erholten wir uns von unseren Abenteuern im weltberühmten Tivoli und sandten von dort eine E-Mail mit Foto und Postkarte an unseren Bremer Ruderclub.
Am Sonntag stand uns noch der Vormittag für eine weitere Rudertour zur Verfügung. Diesmal fuhren wir entlang der Küste etwa 10 km nach Norden, vorbei an Vororten und Stränden. Immer mehr Segelboote bevölkerten die Ostsee und auf der Rückfahrt begegneten uns etliche Ruderboote und Kanus.
Nach unserer Rückkehr hatten wir noch Zeit für Kaffee und Kuchen gemeinsam mit unseren dänischen Gastgebern. Zum Abschluss erwarben wir als Andenken an dieses schöne Wochenende T-Shirts des "Skovshoved Roklub".
Am frühen Nachmittag ging es dann zurück in Richtung Heimat. Und während wir auf der Fähre noch bei strahlendem Sonnenschein auf Deck sitzen konnten, empfing uns Bremen mit Nieselregen.
Gerd Kotzke