|
|
Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Es gibt viele gemeinsame Aktivitäten der Damenabteilungen der stadtbremischen Rudervereine. So organisierten die Damen von 1882 am 26.2. eine Besichtigung des neuen Weserwehres.
Das Interesse war groß, denn 40 Frauen vom Vegesacker RV, Osterholzer RV, 1882 und Hansa (Vertreterinnen des Post SV fehlten) versammelten sich am Wartungshaus der Stadtwerke. Begrüßt wurden wir von Klaus Wulf, dem gerade abgewählten Ruderwart von 1882. Er arbeitet beim Wasserwirtschaftsamt und geht demnächst beruflich nach Aurich. Freundlicherweise hatte er sich zu dieser Führung bereit erklärt.
Erwartungsvoll zogen wir los und sahen uns zuerst in einem Vorführraum, mit Blick auf das rauschende Wasser, einen Film über die Bauarbeiten an. Zudem erklärte Klaus auch sehr viel und langsam versuchten wir, die ungeheuren Dimensionen dieses Bauwerkes zu begreifen. Einfach unbeschreiblich!
Die 1906 - 1909 erbaute alte Staustufe wurde schon einmal 1912 stark beschädigt, sowie auch 1946. Nach dem enormen Hochwasser von 1981 wurde klar, dass ein Neubau unumgänglich war. Fachingenieure und Techniker leisteten enorme Planungsarbeit. So konnte das neue Weserwehr 1993 fertiggestellt werden.
Sechs Jahre später, also 1999, ging die neue 225 m lange und 12,5 m breite Binnenschifffahrtsschleuse in Betrieb.
Beton für umgerechnet 14000 Fertiggaragen und Stahl mit dem Gewicht von 14000 Mittelklassewagen wurde verbaut, um die alte Staustufe zu ersetzen.
Neben dem Schleusenbetriebsgebäude entsteht eine automatische Schleuse für Sportboote mit einem Ausmaß von 25 m mal 6,5 m, die 2002 fertig sein soll.
Nun klettern wir in einem der Pfeiler hinunter in die Unterwelt. Wir besichtigen Kommandostände, Betriebsräume und Druckräume, lernen Oberhaupt und Unterhaupt zu unterscheiden und sehen Stemmtorflügel, Drucksegmenttore usw. Krachend knallt die Tür eines der Durchgänge hinter uns zu und wird wie in einem U-Boot verriegelt. Jetzt wird uns bewusst, dass wir uns einige Meter unter NN bewegen. Als auch noch Wasser von der Decke tropft, sind natürlich einige Lästerein fällig. Beeindruckt stapfen wir wieder nach oben.
Eine baulich ansprechende Betriebsbrücke (mit Brückenbalkonen) führt über die ganze Anlage.
Wir gehen zum neuen Schleusenbetriebsgebäude, dem Reich des Schleusenwärters. In drei Gruppen gehen wir hinauf. Wir werden freundlich begrüßt und hören die nächsten Erklärungen. Gerade werden drei Binnenschiffe geschleust.Bei Wartungsarbeiten wird die Schleuse ganz vom Wasser befreit.. Es ist wie ein riesiger Kommandostand.
Die, die unten gebliebenen sind, können derzeit einen Blick in die sich noch im Bau befindende Sportbootschleuse werfen. Diese Sandkiste soll eine Schleuse werden?
Oft rudern wir bis an die Schleuse, aber was sich hier alles getan hat, kann man so nicht ermessen. Einfach beeindruckend!
Alle Daten und Fakten hier wiederzugeben, ist einfach unmöglich.
Prospekte über die Bauabschnitte und alle technischen Daten liegen im Vorführraum aus.
Dieser interessante Nachmittag klang bei einer gemütlichen Kuchenschlacht bei 1882 aus.
Vielen Dank an die Organisatoren!
Dorni