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"Hansa" (1879/83) e.V.

Strahlender Sonnenschein - aber wenig Begeisterung darüber!

Anfang April erhielt ich eine ePost von Frankfurter Ruderfreunden:

Hallo Gisela, es ist so weit. Die Planung des Wesermarathons geht in die entscheidende Phase.

Er findet dieses Jahr am 7. Mai statt und wir gehen davon aus, dass du dabei bist. ............

Bei Hansa lief die Planung für die Barke (Silber). Durch die Erzählungen bei unserer Osterwanderfahrt entstand auch bei einigen Marathonneulingen - Maren, Doris und Jörg - der Wunsch, diese idiotische Goldstrecke zu erobern.

Alle begrüßten den Wetterbericht für das Marathonwochenende begeistert. Meine Begeisterung sank dafür. Wolken wären mir lieber gewesen..... Vorsichtshalber kaufte ich mir noch ein ärmelloses "Scheinhemd"*

Wie üblich saßen im Zug nach Hann. Münden wieder etliche Wasserfreunde - eine nette Atmosphäre. Uli holte mich am Bahnhof ab. Nach ersten Begrüßungen und Auffüllen der Feuchtigkeitsdepots wurden die Autos "umgesetzt". Alle anderen der fünf Viererbesatzungen setzten sich entweder gleich in den "Weserblick" (einer von vielen gleichen Namens) oder machten die Innenstadt unsicher. Leider hatten wir vergessen, warum wir dieses Jahr nicht wieder im ansonsten freundlichen "Weserblick" essen wollten - die Küche war mit dem Ansturm überfordert und die Mägen ließen sich nicht ausschließlich flüssig füllen! Na ja... zwei Stunden warten ist als Service schon fast wieder bemerkenswert.

Zum anschließenden Absackerbier trafen sich fast alle noch an der Bar - einige recht intensiv!

Leider gab es dieses Jahr das Frühstück erst sehr spät - 5.30 Uhr, dann noch Laufen zu den Booten... Auffallend viele der über 20 (C-)Boote, die gegenüber der JH lagerten, waren aus Sperrholz.

Als Erstes fragten mich Bremer Kanuten nach der Barke, die ich inder Ferne auf uns zukommen sah. Leider konnte ich die Hanseaten nicht begrüßen, da der Vierertakt für uns zu gemütlich war und wir los wollten. Herrliche Temperatur (noch), viele Boote - dieses Jahr besonders viele Jugend- und sogar Kindermannschaften, die Bronze oder sogar Silber fuhren! Auch davon etliche in C-Sperrholzbooten.

Wir fuhren einen sehr schönen Kahl C-Vierer mit Kohlefaser-Skulls und Rollsitzen, die auch nach 135 km noch nicht eierten und quietschten - ungewohnt, aber sehr gut!

Unterwegs Wasser, Wasser und nochmals Wasser bei so viel Sonne. Wir pausierten diesmal öfter, um unseren Flüssigkeitshaushalt auszubalancieren. Und natürlich die Vorfreude auf die köstlichen Waffeln mit Kirschen und Sahne in Holzminden beim Silberziel und unserer Mittagspause.

Am Nachmittag wartete ich sehnsüchtig darauf, dass die Wolken vom Horizont vor die Sonne rutschten - leider vergeblich. Vielleicht sollte doch die Weser überdacht werden? Dafür hatten wir noch eine mehr oder weniger kleine Einlage mit Gegenwind. Auch die tiefe Lage bei sehr niedrigem Wasserstand schützte uns nicht.

Die letzten Kilometer wurden wie immer zäh und lang. Als wir 3 km vor dem Ziel von dem wartenden Rest als vermisst angerufen wurden, konnten wir sie zumindest beruhigen und das Willkommensbier ordern. Das klappte hervorragend! Herzlichen Dank für den Superservice: Das Boot wurde uns von vielen starken, uns vorausgeeilten Frankfurter Männern fast unter dem Mors weggezogen und abgeriggert. So schnell konnten wir noch nicht mal unser Bier austrinken!

Alle drängten ins Hotel. Sie blieben noch eine Nacht, um die Tour in Ruhe ausklingen zu lassen. Mich brachte ein Taxifahrer mit quietschenden Reifen und Flügeln zum Bahnhof, so dass ich mit dem ersten möglichen Zug schon gen Bremen rollte. Uli riet mir, bloß einen Zug zu nehmen, der nur bis Bremen fahren würde. Verstand ich gar nicht..... Der Bremer Zug war recht voll - "Lumpensammler". Mit wohliger Zufriedenheit zog ich meine Zeitung heraus, bestellte ein Frauennachttaxi - und wurde von meinen Mitreisenden geweckt! Plötzlich und unerwartet waren wir schon am Hauptbahnhof!

Gisela Temme

*Scheinhemd:
Billiges Hemd aus Sonderangeboten, aber in Vereinsfarbe

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