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"Hansa" (1879/83) e.V.

Oster-Wandi

Vom 21. bis 24. April diesen Jahres wagten sich acht RuderInnen auf das Wasser, um die freien Tage für eine Ruderwanderfahrt zu nutzen. Es wurde die Weser von Hessisch Oldendorf bis Bremen berudert.

Am Donnerstag Nachmittag starteten Gisela, Wilfried, Ingmar und Marc per PKW und Bootshänger nach Hessisch Oldendorf. Marc (ein Nichtruderer) brachte freundlicherweise Auto und Hänger am gleichen Tag wieder zurück nach Bremen. Die fünf Menschen, die keine Gleitzeit, unterrichtsfreie Zeit oder Urlaub hatten, fuhren am Abend mit der Bahn nach Minden. Im Bootshaus des Mindener Rudervereins trafen sich dann alle TeilnehmerInnen und ließen den Abend bei einem Bier - trotz später Stunde von der erfrischend freundlichen Wirtin und Hausmeisterin frisch gezapft - ausklingen.

Am Freitagmorgen brachte uns der Vorsitzende des Mindener RVs im vereinseigenen Kleinbus zu unseren Booten.

Beim Bewältigen der 56 Kilometer bis Minden unterstützte uns die gute Strömung. Bei sommerlichen Temperaturen und kräftigem Sonnenschein konnte das Sonnenöl zeigen, was es kann. Als schlecht erwies sich anfänglich die Versorgungslage - der zur Brotzeit ausgewählte Campingplatz nahe Vlotho verfügte über keine Gaststätte. Also kurze Frage, ob im Dorf eine geöffnete Gaststätte sei. - Ja, aber ziemlich weit weg. Und wieder brach ein gerne gepflegtes Feindbild wie ein Kartenhaus zusammen. Der gefragte ältere Herr - am Ufer anwesend, um mit seinem Motor(!!!!)boot die Saison einzuläuten, brachte uns mit seinem Auto in die Dorfkneipe und wieder zurück! Lektion gelernt, es gibt auch nette MoBo-FahrerInnen. An der Porta Westfalica konnten Drachenflieger und Segelflieger beobachtet werden.

Abends in Minden folgte ein kurzer Stadtrundgang mit fachkundiger Führung (Gisela) und das Abendessen in einer maritim dekorierten Gaststätte.

Sonnabend Morgen, 65 Kilometer bis Nienburg warteten auf uns. Auf der Höhe von Stolzenau kam starker Gegenwind auf, begleitet durch stellenweise unangenehme Wellenbildung. Entgegen vorheriger telefonischer Auskunft wurde ab nachmittags (und den ganzen Sonntag) nicht geschleust. Am letzten Wehr Landesbergen mussten wir daher umtragen - aber nur das Gepäck, die Boote konnten so geleichtert durch die für Paddelboote bemessene Bootsrutsche getreidelt werden. Bis auf Blasen an den Händen und schmerzende Gesäße wurde das Ziel dann ohne weitere Überraschungen rechtzeitig vor einem Regenschauer erreicht. Nach der üblichen Rödelei der übliche Stadtbummel und der übliche Besuch einer Gaststätte. Die Wahl fiel auf ein italienisches Restaurant, wie sich herausstellte, die falsche Wahl: Der Service war sehr langsam, das Pizzabacken dauerte außerordentlich lange und rechnen konnte der Kellner auch nicht so richtig, aber die Pizza war immerhin o.k. Das schadete der Stimmung nicht, ein Bericht über ein Affenessen, das Grillgut zubereitet wie ein Spanferkel und dabei sehr menschlich dreinschauend, milderte den Ärger über die Restaurantwahl deutlich. Zum Glück konnten wir uns im Bootshaus des Rudervereins Nienburg noch aus dem Kühlschrank mit Getränken versorgen.

Ostersonntag - der Tag begann mit einem von Gisela liebevoll österlich gedeckten Frühstückstisch (echte und unechte Ostereier, Eierlikör). Danach konnte nichts mehr schief gehen - bei gutem Wetter ruderten wir gen Verden. Die geschlossenen Schleusen bescherten uns zweimaliges Umtragen und einen Umweg durch das Altwasser bei Drakenburg. Der Umweg wurde durch schöne Landschaft entschädigt. An der Schleuse Dörverden stand immerhin ein Bootswagen mit elektrischer Winde bereit, die Konstruktion erwies sich als besonders genial: Zuerst musste das Boot quer auf einen Wagen geschoben werden. Leider hatte "Jubilar" einen zu großen Tiefgang - aber der entschlossene Einsatz der Fahrtenleiterin, die sich mitsamt des Wagens in die Weser fahren ließ und das Boot auf den Wagen schob, behob dieses Problem. Der anschließend im Weg stehende Busch war dann kein ernstes Hindernis mehr. Die letzten 6 km dieser Etappe wurden zur Bewährungsprobe für Mensch und Material, da die Aller stromauf gerudert werden musste. Im Verdener Ruderverein wurden wir freundlich von Frau Elske empfangen, ein spendiertes Beck's brachte die verbrauchten Kräfte schnell zurück. In Verden beköstigte uns die Ratsstube mit leckerem Essen und Torte, im Vorfeld war die Restaurantentscheidung wegen des Preisniveaus nicht unumstritten.

Der Montagmorgen begrüßte uns mit Sprühregen. Das Schmuddelwetter und frischer Gegenwind sollten den ganzen Tag anhalten. Das Anlegen zur Mittagspause in Horstedt war für den Vierer nicht leicht. Nachdem das Boot mühsam an einem zu einem unbewohnten Wohnwagen gehörenden MoBo-Anleger festgemacht wurde, intervenierten lautstark der übernächste Nachbar und sein Mischlingshund auf Schäferhundbasis, der Anleger sei erstens privat, zweitens privat und drittens stünde das alles in amtlichen Verordnungen. Gnädigerweise durften wir das Boot dann einige Meter weiter auf einen kleinen Sandstrand legen. Grog, leckere Bratkartoffeln und ein unterhaltsamer SPIEGEL-Artikel über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens in der Gaststätte hinterm Deich machten erlittene Ungemach wett. Der Rudertag endete kurz vor der Bremer Weserschleuse, die - dieses Mal nicht überraschend - bereits geschlossen hatte. Unbürokratisch wurde uns erlaubt, die Boote beim Oberweser-Segelverein bis zum nächsten Abend zu lagern. Bei Kaffee und Kuchen in der Vereinsgaststätte endete die harmonische, in guter Stimmung verlaufene Fahrt am späten Nachmittag.

TeilnehmerInnen: Frank Brand (BRV), Doris Hartung, Jörg Klude, Olaf Köhn, Ingmar Ostermann (BRV), Martin Soltau, Wilfried Strehlau, Gisela Temme (FL)

Boote: Jubilar (4x+), Transatlanta (2x+)

Olaf Köhn

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