|
|
Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Das Jahr 1999 neigte sich dem Ende entgegen. Einige unentwegte Altherren halten sich mit einem gut dosierten Ausgleichstraining im Winter fit für die nächste Rudersaison, sei es im Ruderbecken, in der Sauna, auf den Ergos, beim Joggen oder bei der wöchentlichen Hallengymnastik unter Anleitung von Dr. Tilo Kolb. Die Teilnehmer wissen Tilos Kraft- und Zirkelrunden besonders zu schätzen. Es reicht jeweils für die Woche.
Und so war die Schulferienzeit zwischen den Festtagen eine sicherlich willkommene Abwechslung, mit dem Training auszusetzen, um im Bootshaus wieder einmal einen geselligen Abend zu verbringen. Auf dem Programm stand die traditionelle Feuerzangenbowle der Herren. Die Feuerzangenbowle! Eine besondere, eine einmalige Feuerzangenbowle, nämlich die Millennium-Feuerzangenbowle. So stand es zumindest in der Einladung geschrieben und viele wackere Ruderer hatten sich hierzu angemeldet und waren auch gekommen.
Der Hansawirt Herr Erbel hatte die nötigen Vorbereitungen getroffen. Die Tische waren geschmackvoll dekoriert. Die Rechauds für die Feuerzangenbowlentöpfe standen gut platziert, musste doch nach Rotweintrinkern und Feuerzangenbowlentraditionisten unterschieden werden. Der kleine Clubraum war bis zum letzten Platz gefüllt. In dieser stimmungsvollen Atmosphäre fiel es John Thoms bei der Begrüßung und Eröffnung des Abends besonders leicht, die Anwesenden auf einen schönen Abend einzustimmen.
Nach einem dreifach kräftigen "Hipphipphurra" eröffneten die Punschkanoniere die immer wieder von allen anwesenden Ruderkameraden mit Spannung erwartete Zeremonie. Brennen sie oder brennen sie nicht? Gemeint waren die mit hochprozentigem Rum übergossenen Zuckerhüte, die in einer über dem Topf liegenden Zange lagen, so dass der schmelzende Zucker, aromatisch mit Rum gefüllt, langsam in den Glühwein tropfen konnte.
Obwohl ein alter Hase den Zuckerhut zunächst mit Rotwein tränkte und demzufolge beim Zünden der Lunte Schwierigkeiten hatte, gelang es mittels einer gehörigen Schöpfkelle voller Rum, hier Abhilfe zu schaffen. Über den vier Rechauds züngelten die blauen Flämmchen. Es duftete herrlich nach Glühwein, verbranntem Rum und Zucker. Die Rezeptvorlage lautete: pro Zuckerhut und Topffüllung eine halbe Flasche 54-prozentiger Rum. Dieses Maß wurde überwiegend eingehalten.
Die Flammen erloschen. Die Trinkproben fielen zufrieden stellend aus. Die Gläser wurden gefüllt und gemeinsamen prosteten die Anwesenden auf das fast abgelaufene Jahr und auf das bevorstehende Millennium. Unter diesem Motto stand doch dieser besondere Feuerzangenbowlenabend. Schnell leerten sich die Töpfe. Der nächste Durchgang wurde gestartet. Die Mannschaft geriet in Stimmung. Marscherleichterung war angesagt, die Jacken abgelegt, weil es zu warm wurde.
Tilo verteilte die Gesangbücher und sodann erscholl es aus kräftigen Kehlen: "Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen, der eiskalten Winde raues Gesicht". Im weiteren Verlauf des Abends wurde die ein oder andere Geschichte und Anekdote vorgetragen, ergänzt mit ein paar derben Witzen.
Zu fortgeschrittener Stunde nahm John Thoms die Ehrung der Teilnehmer an der HANSA-MILLENNIUM FEUERZANGENBOWLE wie folgt vor:
"Die namentlich erwähnten Anwesenden haben an der Millennium-Feuerzangenbowle der Altherrenschaft des Bremer Ruder-Clubs HANSA am 28.12.1999 erfolgreich teilgenommen. Sie haben hiermit zur Geselligkeit und Kameradschaft der Ruderer beigetragen. So war es im 20. Jahrhundert und so soll es auch im 21. Jahrhundert bleiben. Eine gute Tradition wird erhalten, wie wir sie von unseren Vorgängern übernommen haben.
Sie haben durch ihre Aktivität dafür gesorgt, dass in den vergangenen 40 Jahren etwa 1.000 Liter Feuerzangenbowle, bestehend aus ca. 160 Litern hochprozentigem Überseerum, 840 Litern Rotwein, 400 Zuckerhüten sowie diversen Zutaten, verzehrt werden konnten. Dazu Berliner. Ferner waren zur Verbrennung der Zuckerhüte ca. 50 Liter Brennspiritus nötig.
Damit haben sie im besonderen Maße die Förderung der heimischen sowie Importwirtschaft und auch die Hansa-Ökonomie zum Wohle der Gemeinschaft unterstützt. Den Teilnehmern gebührt Dank und Anerkennung.
Lüder Behnken
Peter Beckmeyer
Charly Borrmann
Günter Bussenius
Manfred Colby
Peter Colby
Ingo Fechtmann
Jan Frischmuth
Henrich Finke
Werner Gregor
Hubert Holzmann
Gerhard Johannsen
Wilhelm Kruse
Peter Kloß
Dr. Tilo Kolb
Jürgen Keunecke
Günter Kupplich
Werner Kollmann
Hugo Meyer
Peter Mayer
Bob Martin
Ede Rau
Martin Papenfuß
Uwe Rauer
Paul Schneider
Heinz Schulte (Gast)
John Thoms
Martin Vaupel
Ulrich Wilke"
Mit Handschlag und guten Wünschen für die Zukunft überreichte John Thoms allen vorgenannten Ruderkameraden eine persönliche Urkunde.
Der Abend klang in guter Laune bei fröhlicher Stimmung aus. Es erschienen die ersten Ehefrauen zum Abholen. Es gab keinen Anlass zur ernsten Besorgnis. Ausfälle waren nicht zu verzeichnen. Man konnte gelassen und ruhigen Gewissens den Jahreswechsel begehen.
John Thoms