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"Hansa" (1879/83) e.V.

Sanierung der Anlegeranlage erfolgreich abgeschlossen

Im Clubschlüssel 4/99 berichteten wir ausführlich über die notwendige und bevorstehende Sanierung unserer Anlegeranlage. Es hatten sich in den drei vergangenen Jahren erhebliche Sandmengen in der Anlegerbucht abgelagert, die eine drohende Gefahr für die reibungslose Nutzung des Anlegers darstellten, insbesondere im Hinblick auf die in der jetzigen Herbst-Winter- und der kommenden Frühjahrssaison zusätzlich zu erwartenden Sandmengen.

Die von John Thoms einberufene "Expertenkommission" kam einhellig zu dem Ergebnis, dass unabhängig von nachfolgenden Selbsthilfelösungen unverzüglich die bisher aufgespülten Sandmengen entfernt werden müssen. Nur so können spätere Schäden an der Anlegeranlage abgewendet werden.

Vorsorglich wurden die erforderlichen Genehmigungen beim Wasserschifffahrtsamt und Angebote für die Baggerarbeiten von Wasserbaufirmen eingeholt. Nur am Rande sei erwähnt, dass aus vergangenen Zeiten oftmals über Beziehungen zur Verfügung stehende Firmen und Möglichkeiten nicht mehr relevant waren. Und so erlebten wir bei der Angebotseinholung von bekannten ortsansässigen Wasserbaufirmen im wahrsten Sinne des Wortes unser blaues Wunder. Es wurden Preise und Summen verlangt, die unser Vorhaben schier unmöglich gestalteten. Die beherzte Kontaktaufnahme zu der holländischen Wasserbaufirma Fernhout, die u.a. auch im Auftrag des Wasserschifffahrtsamtes Arbeiten in der Weser durchführt, ergab ein vertret- und bezahlbares Angebot über die Baggerarbeiten und den Abtransport der Sandmengen. Somit erteilten wir den Auftrag, stimmten Termine ab und organisierten clubseitig die erforderlichen Arbeiten für die Verholung des Anlegerpontons und der Anlegerbrücke. Zuvor musste der Anlegerbelag abgetragen werden. Der Anlegerponton konnte erfreulicherweise im Betriebshafen der DGzRS geparkt werden. Der Segelverein Niedersachsen unterstützte uns hierbei mit dem vereinseigenen Schlepper und seiner Crew, alles auf der Grundlage gutnachbarschaftlicher Beziehungen. Die Transportfirma Dreßler half ehrenamtlich bei der Herausnahme der Anlegerbrücke und natürlich auch bei der späteren Einbringung.

Der Firma Klöckner verdanken wir ein erstelltes Gutachten über die Zusammensetzung des angespülten Sandes. Ein solches Gutachten ist neuerdings ein Bestandteil des beim Wasserschifffahrtsamt beantragten Genehmigungsverfahrens. Damit soll verhindert werden, dass möglicherweise mit Trybitylzinn belastete Sandmengen in die Weser verklappt werden.

Der Anlegerbelag wurde von unseren jungen Trainingsmannschaften nach oben auf die Wiese vor der Terrasse transportiert. Dabei zeigte sich, dass die Trainingsmädchen es durchaus verstanden, "ihren Mann zu stehen". Viele fleißige Hände haben dann die Planken mit einer umweltschonenden Spezialimprägnierung versehen. Die Mitglieder nutzten die Gelegenheit, ihren alljährlichen Pflichtarbeitsdienst bei dieser Gelegenheit abzuleisten. Es klappte alles wie am Schnürchen und allen Beteiligten gilt ein herzliches Dankeschön für ihren Einsatz.

Besonderer Dank gilt auch den Mitgliedern des "Team Technik", die sich über das übliche Maß hinaus an den Arbeiten und der Organisation sowie den Vorbereitungen der ganzen Aktion verlässlich beteiligten. Sie sind hier namentlich genannt : K. Ahrens, J. Borrmann, A. Bolte ,K. Gloede, G. Grote, I. Fechtmann, H. Kunze, F. Koop, H. Meyer-Richtering, B. Martin, H. Meyer, G. Rau, H. Schwier, J. Thoms, A. Vaupel. Natürlich gab es bei den Arbeiten auch komplizierte Momente und schwierige Situationen, insbesondere bei der Verholung des Anlegers, der Brücke und der späteren Montage der Anlegeranlage. Aber dank der guten Erfahrung einiger Teammitglieder wurden diese Momente fachgerecht gemeistert.

Interessant waren auch die Baggerarbeiten. Das Baggerspezialschiff legte pünktlich bei Niedrigwasser in unserer Bucht an. Das Schiff verfügt mittig im Bug und im Heck jeweils über einen riesigen Stützpoller, der hydraulisch in den Flussgrund gebohrt wird und somit das Schiff punktgenau am Arbeitsort hält. Mit den herkömmlichen Ankermanövern wäre dies kaum möglich.

Und dann begann der Baggerführer mit dem bordeigenen Hochleistungskran die überschüssigen Sandmengen aus unserer Anlegerbucht in das Schiff zu baggern. Man stelle sich vor, dass mit jeder Greifschaufel fast vier Kubikmeter nasser Sand in den Schiffsrumpf gehievt wurden, eine enorme Menge, ein enormes Gewicht. Nach ca. zweieinhalb Stunden war die Arbeit beendet. Das Schiff war fast bis zur oberen Ladelinie mit etwa 1000 Tonnen Wesersand gefüllt. Auftragsgemäß wurden die Sandmengen auf Anweisung des Wasserschifffahrtsamtes in Höhe des Weserwehres verklappt. Auch hierbei setzt die Bordtechnik auf moderne hydraulische Verklappungsvorrichtungen. Ein paar Tage später konnte bei entsprechender Tide der Anleger zurückgeholt und die Anlegerbrücke wieder eingebracht und montiert werden. Der Anlegerbelag wurde aufgetragen und wir haben zunächst die alten Anlegerseile befestigt. Eine nachfolgende Begutachtung durch Mecki (Peter Beckmeyer) ergab jedoch, dass die Stahlseile stellenweise stark korrodiert sind und im Zweifelsfall gegen neue Stahlseile auszuwechseln sind. Immerhin haben die alten Seile ca. 20 Jahre gehalten. So bestellten wir neue Stahlseile und nahmen die Auswechslung vor. Die Montage der Unterzüge unterhalb der Brücke gestaltete sich zunächst problematisch, aber mit der nötigen Kraft, einem großen Vorschlaghammer und dem zölligen Augenmaß ist auch dieses Problem gelöst worden.

Zum Schluss gilt unser Dank auch besonders den Mitarbeitern des Wasserschifffahrtsamtes, die uns bei unseren Anträgen und dem Vorhaben wohlwollend unterstützten. Die großzügig mit neuen Steinen ausgelegte Uferböschung in unserer Anlegerbucht unterstreicht dieses Entgegenkommen ebenfalls. Ich hoffe, dass wir nun mit unserer überholten Anlegeranlage erst einmal einige Zeit unbesorgt überstehen. Das Thema Sand wird für uns ein Dauerbrenner bleiben. Wir geben nicht auf und werden im Verlauf des Winters weiter nach geeigneten Selbsthilfelösungen in Sachen Sandreduzierung suchen.

John Thoms

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