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"Hansa" (1879/83) e.V.

Wattwanderung nach Baltrum

Auch in diesem Jahr zog es die Ruderer wieder in den Nationalpark Wattenmeer. Am 4.9. sollte es so weit sein. Vor den Ferien war die Tide nicht gut, denn auf dem Hinweg zu fahren und zurück zu laufen ist nicht so günstig. Auch mit einer Übernachtung klappte es nicht. Laut Fremdenverkehrsamt gibt es die Jugendherberge nicht mehr und ein Bauernhof existiert nicht auf der Insel. In ein Hotel wollten wir nicht. So sollte die Rückfahrt mit einem Fischkutter erfolgen.

Nach einigen Abmeldungen und Neuanmeldungen, wie das so üblich ist, machten sich dann 35 Hanseaten und Gäste in Fahrgemeinschaften auf nach Neßmersiel, dem Startpunkt der Tour.

Die Wattführer erwarteten uns schon. Nachdem auch das letzte Auto eingetrudelt war und wir uns alle entsprechend umgezogen und präpariert hatten, zogen wir los. Vorher gab es noch eine kleine Marschverpflegung und jeder prüfte, ob auch die Sonnencreme eingepackt war, denn Sonne war angesagt.

Zu unserer Truppe gehörten noch einige Fremde, so dass zwei Wattführer bei uns waren. Überhaupt machten sich erstaunlich viele Leute auf den Weg nach Baltrum und Norderney.

Mit dem Wattführer, Herrn Kuhnt, haben wir schon einige Touren gemacht. Zuerst hörten wir etwas über den Nationalpark und über die Salzwiesen. Um 11 Uhr ging das Vergnügen los! Gleich zu Anfang waren ca. 100 m rutschiger Schlick angesagt. Schon verabschiedete man sich von seinem sauberen Zeug und einige machten gleich mit dem Schlick bäuchlings Bekanntschaft. Konzentriert bemühte sich jeder, da heil durchzukommen. Geschafft!

Zweieinhalb Stunden Wanderung waren angesagt. Nun wechselten sich fester Untergrund, ein wenig Schlamm, Muschelbänke und Priele ab.

Herr Kuhnt versammelte ständig die ganze Meute um sich und erklärte die Tierwelt, das Ökosystem usw. Das Watt sieht leer aus, aber es ist voller Leben!

Bei einer Erklärung klingelte gar das unvermeidliche Handy!

Die Priele waren ganz schön mit Wasser gefüllt und wir hatten ein wachsames Auge auf Martinas Kinder. Auch ein Umweg war erforderlich. Im Watt barfuß zu laufen ist zwar sehr schön, aber oft werden die Muscheln unterschätzt. Jodeln war angesagt!

Wir durchquerten auch die Fahrrinne. Später sollten wir hier mit dem Kutter fahren!

Es war ein angenehmes Laufen, da der Himmel auch noch bedeckt war. Man unterhielt sich hier und dort und Brigitte und später Reinhold brauchten eine helfende Hand, weil sie sonst heute noch im Schlamm stecken würden!

So hatten wir viel Spaß, bis wir die Insel Baltrum erreichten. Die Sonne strahlte derweil vom Himmel. Nach kurzer Pause strebten wir den Wasserhähnen zu, um unsere schwarzen Füße wieder salonfähig zu machen. Etliche Paare Socken wurden gleich entsorgt.

Nun konnte jeder noch den Tag genießen, wie er wollte. Bummeln war angesagt, etwas essen und trinken, am Wasser entlang laufen, am Strand faulenzen usw. Einige stürzten sich in die Brandung und einige auf die Eisdielen. So genoss wohl jeder diesen herrlichen Tag.

Gegen 17.30 Uhr trudelten alle langsam am Hafen ein, aber von unserem Fischkutter keine Spur. Es hieß, er sei in einem Priel hängen geblieben mangels Wasser. Als er als kleiner Punkt am Horizont erschien, hatten wir noch gut Zeit, uns erneut in der Sonne auszubreiten.

Später begrüßte uns eine junge Besatzung, die sofort mit lockeren Sprüchen die Lacher auf ihrer Seite hatte. Der Schiffsführer erklärte viel, auch, dass der Kutter zum Fischfang nicht mehr benutzt werden darf. Um so mehr erstaunte uns die hochkarätige Technik im Steuerhaus, zu deren Erklärung wir dort grüppchenweise eintreten durften. Alles war vorhanden, so dass einem selbst der einsamste entgegenkommende Radfahrer nicht entgehen konnte.

Segler begegneten uns und dann wurde das Schleppnetz runtergelassen Nach einiger Zeit prasselte der Inhalt in einen großen flachrandigen Blechbehälter, begleitet von vielen Aaahs, Ooohs und Iiihs! Seetang und Krebse waren am meisten vorhanden, von letzteren verschiedene Sorten. Ferner tummelten sich Babyschollen, kleine Fische, Nordseegarnelen und Seenadeln. Alles wurde erklärt und wer wollte, durfte die Tiere auch anfassen. Mit Hilfe eines dicken Wasserstrahls rauschte alles zurück ins Meer.

Ein Höhepunkt stand uns noch bevor. Der Kutter wollte den Seehundbänken bei Norderney einen Besuch abstatten. Ob wir wohl Seehunde sichten würden? Die Kinder wollten mir das nicht so recht glauben, als ich ihnen versicherte, dass ich welche bestellt hätte und sie eigentlich auch immer pünktlich seien!

Dann war die Überraschung groß! An die 80 Tiere lagen da auf der Sandbank und sonnten sich! Einige spielten im Wasser umher. Großartig! Zu dicht fuhren wir nicht heran, weil vermieden werden soll, dass die Tiere gestört werden.

In Dorumersiel wartete schon der Bus auf uns, der uns nach Neßmersiel zurückbrachte, wo unsere Autos brav auf uns warteten.

Kurz standen wir noch alle zusammen, bis wir dann die Heimreise nach Bremen antraten.

Ich glaube, dass wir alle zufrieden sein konnten mit dem schönen Tag, nicht zuletzt, weil Petrus auf mehrere Faxe reagiert und uns einen sonnigen, warmen Tag beschert hatte.

Schlammige Grüße
Dorni

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