Homepage   Clubschlüssel   1999   || Index  || Bremer Ruder-Club
"Hansa" (1879/83) e.V.

Masters-Herbstregatten

Am 25.9. fand die 50. Langstreckenregatta auf der Mosel bei Bernkastel statt. Siegespreise sind unverändert die schönen grünen Moselpokale (Fassungsvermögen: 1 Fl. à 0,7l) und pro Mannschaftsmitglied eine Flasche Wein - so ist es an der Mosel Sitte. Streckenlänge: 4 km mit einer Wende nach 2000m.

Die Beteiligung war sehr gut. Ordner hatten die Bootswagen eingewiesen. Trotz der Enge auf dem Sattelplatz konnten die Boote problemlos bewegt werden.

Zur Mittagszeit öffnete der Himmel für fünf Minuten alle Schleusen, um dann der sonne weiter das Feld zu überlassen. Die Mannschaften, die jetzt unterwegs waren, hatten reichlich Wasser mitzuziehen und freuten sich anschließend über jede helfende Hand beim Boote Ausleeren. Bei dem Guss retteten wir uns in das große Restaurationszelt.

Wir hatten uns auf dem Regattaplatz dank alter Beziehungen vom DHuGRC einen C-Line-Vierer "HAMBURG" ausleihen können. wir, das ist die Renngemeinschaft der letzten Jahre mit Heide Czekala, Gudrun Koch von der Germania Kiel, Heike Roggenbrodt vom ersten Kieler RC und ich sowie unserer Kerstin Mocha als Steuerfrau.

Wir ruderten ein ordentliches Stück moselaufwärts. Alle kamen mit Platz und Skulls (ultraleichte Big Blades) gut zurecht. Zurück im Startbereich kam auch schon die Aufforderung an uns, anzufahren. Die Zeit wird fliegend gestoppt und ab ging das Rennen. Unsere Gegnerinnen vom Mindener RV mit Christel Lutter am Schlag starteten nach uns. Die Wende hätten wir besser üben sollen, denn der Abstand zu unseren Verfolgerinnen war nach der Wende eher geringer geworden. Jetzt spitzte Kerstin uns an und wir fanden unseren Rhythmus wieder, "Beine" und "treten". Auf der zweiten Hälfte haben wir das Rennen für uns entscheiden können. Wir siegten in 17:48,50 min und waren sogar schneller als die vor uns gestarteten Boote der Altersklassen "C" und "B". Am Steg brauchten wir nur auszusteigen, da der Vierer von einer Dresdener Mannschaft übernommen wurde.

Das köstliche Kuchenbüfett brachte verbrauchte Kalorien schnell wieder zurück. Der von den Kieler Ehemännern spontan erstandene Sieger-Mosel-Riesling-sekt war leider für mich tabu. Kerstin musste am Sonntag in Bremen sein und so fuhren wir direkt zurück. Unsere Mannschaftskameradinnen starteten derweil zur Berg- und Burgbesteigung, um sich die Strecke von oben anzusehen.

Unseren Siegeswein erhielten Kerstin und ich eine Woche später, als sich die Truppe - verstärkt durch den hexenschussgeschädigten Hermann - als Schlachtenbummler und Fahrer auf dem Weg zur De Hoop-Regatta in Amsterdam in Deventer traf. Im letzten Jahr hatten wir wegen des Regens nichts von Deventer gesehen. Nun stellten wir fest, dass die Altstadt zauberhaft ist. Auf Umwegen erreichten wir das Wunschlokal unserer Steuerfrau, einen Chinesen.

Pünktlich um 7.00 Uhr saß die ganze Crew beim Frühstück und um 8.00 Uhr starteten PKWs und Hänger zu den letzten 100km bis Amsterdam. Bei De Hoop angekommen marschierten die PKW-Besatzungen zur Hauptstraße zurück, um den Bootshänger in die richtige Einbahnstraße einzuweisen und durch die engen Straßen zum Bootshaus zu lotsen.

Das Wetter war inzwischen so schlecht (Sturm!! und wieder Regenschauer), dass wir befürchteten, die Rennen würden abgesagt. Ein Vierer wehte mitsamt Böcken um und ein Teil eines Achters machte sich selbstständig - zum glück ohne ernsthafte Schäden.

Es gab ein großes Gedränge am Steg, als alle Boote "auf den letzten Drücker" versuchten zu Wasser zu gehen, denn bis 12.00 Uhr mussten alle Boote von Einer bis Achter 6km flussaufwärts oberhalb der Startlinie liegen. In der Werkstatt hatte ich mir schnell einen Schwamm besorgt. In der Wartezeit vor dem Start legte ich das Boot trocken, während die Mannschaft das Boot im Sturm auf Position hielt. Kaum war ich fertig, als ein Wolkenbruch niederging, allerdings mit dem Vorteil, dass es danach nur noch "normal" stürmte. Ich legte das Boot also noch einmal trocken.

Dann der Aufruf - auch hier ein fliegender Start. Das Rennen lief sehr gut, Kerstin steuerte super. Einen lahmen "A"-Vierer konnten wir tatsächlich überholen - ein nicht sehr befriedigender Sieg.

Am Nachmittag mussten wir - Altersklasse "E" - über 850m gegen einen "B"-Vierer antreten, der uns zwei Längen abnahm. Unsere Gegnerinnen früherer Jahre, die unserer Altersklasse entsprachen, saßen in diversen Doppelzweiern.

Das Reglement sieht vor, dass aus Zeitabständen in Relation zur Altersklasse ein Sieger errechnet wird. Dieses Ergebnis werden wir irgendwann per Post erhalten.

Fazit: Im nächsten Jahr werden wir Amsterdam aus unserer Planung streichen, wie auch die Kiel/Rendsburger Männer, mit denen wir den Bootstransport gemeinsam machen. Sie hatten im Achter nur einen Gegner, der aus Belfast angereist war!

Zur Erläuterung:
Altersklasse "A" = Mindestdurchschnittsalter 27 Jahre
Altersklasse "B" = Durchschnittsalter 36 Jahre
Altersklasse "E" = Durchschnittsalter 55 Jahre

Bothi

Seitenanfang