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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Es war der 42. Rudermarathon. Die Startzeiten für dieses Rennen sind gestaffelt entsprechend der Handikaps, die sich aus Bootsgattung, -type, Alter und Geschlecht der Mannschaft sowie der langjährigen Erfahrung errechnen.
In diesem Jahr hatten wir zusätzlich mit privaten Handikaps zu kämpfen: Hermann laboriert seit August an einem Hexenschuss. Dann startete 14 Tage vor Lüttich seine Erkältung, die mich dann eine Woche vorher ansteckte!
Da bei Meldeschluss Hermanns Start offen war, meldete ich alternativ im Skiff. Positive Seite: Ich trainierte 14 Tage im "Club der Sparkasse".... der reinste Rudergenuss, auch wenn meine 20-km-Einheiten auf der rubbeligen Weser ganz schön anstrengend waren. Aber schließlich war es die Vorbereitung für ein Rennen über 43 km auf der Maass. Nun, dieser Kelch ging in diesem Jahr noch einmal an mir vorüber: Hermann entschloss sich für den Start im Doppelzweier.
Wie bei uns üblich ruderten wir am Sonnabend in Lüttich eine "Proberunde", bei sehr schwierigen Wasserverhältnissen.
Am Sonntag um 11.43 Uhr war dann unser Start, zusammen mit zwei weiteren Mixed-Gig-Doppelzweiern (allerdings leichterer Bauart). In diesem Jahr gab es für uns keine Taktik, wir wollten nur ankommen. Es wird fließend gestartet. Wir starteten ruhig (was man von unseren direkten Gegnern nicht sagen konnte), so wie wir vorhatten, die ganze Strecke zu rudern. Die beiden Zweier setzten sich gleich von uns ab. Welch eine Überraschung, als wir nach der Wende nach rund 8 km das eine Boot kurz vor uns sahen! In der nächsten Runde holten wir es dann ein. Eine Runde ist 8650 m lang. In der vierten Runde sahen wir den zweiten Doppelzweier wieder und packten ihn dann auf den nächsten 4 Kilometern.
Um 15.42 Uhr plus einiger Sekunden ertönte unser Zielpfiff (hier wird nicht geläutet). Letztlich hatten wir uns noch recht ordentlich geschlagen. Wir waren die Nummer 11 der 39 Boote, die über fünf Runden das Ziel erreichten. Drei Boote hatten aufgegeben.
Für Hermann war es die achtzehnte und für mich die neunzehnte Teilnahme. .....und dann bekamen wir sogar noch einen Pokal!
Das Wetter war sonnig bei kräftigem Wind, der als Gegenwind in die Maass einfiel. Die Maass fließt durch Kaimauern eingefasst. Durch den starken Wind und Schiffsverkehr standen hier immer dicke Wellen. Der Rundkurs geht dann über einen Kanal wieder zum Wendepunkt kurz vor Start- und Ziellinie. Auf dieser Strecke mit dem Wind war es fast zu warm. Immer, wenn wir wieder auf der Maass ruderten, war ich sehr froh, dass ich nicht im Skiff saß. Vermutlich hätten mich die Böen teilweise zum Stehen gebracht. Ob ich durchgehalten hätte?
Jedenfalls hoffe ich, dass wir im Oktober 2000 gesund sind und ich zum zwanzigsten Mal am Ziel des Marathons ankomme.
Bothi