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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |

Vier Hanseaten, das sind Bärbel und Jürgen (Charly) Borrmann und Anneliese und Klaus Ahrens, verlebten ihren Urlaub in diesem Sommer am Chiemsee. Voller Spannung beobachteten wir das Wetter, ob es sich nach der langen sonnigen Zeit wohl bis zum 11. August, dem Tag der totalen Sonnenfinsternis, halten würde.
Die Tage vor dem 11. bringen Sonne, Wolken und Regenschauer im Wechsel. Hurra, als wir am 11. aufwachen, scheint die Sonne. Der Countdown läuft. Die Stühle in die bequeme Rückenlage gebracht und die Tassen und Gläser griffbereit, so dass man blind trinken kann. Trinken ist immer wichtig.
Die Schutzbrillen lassen keinen Lichtschein durch. Natürlich müssen wir zwischendurch einmal sehen, wie lustig die anderen mit den Brillen aussehen. Langsam schiebt sich der Mond vor die Sonne. Wird das Wetter halten? Die ersten Wolken sind schon zu sehen. Der Wetterbericht ist nicht günstig für Süddeutschland. Was wurde alles vorbereitet für diesen Tag! Auf den Bergen spielen Musikkapellen und in Stuttgart ist die ganze Stadt autofrei. Überall werden große Sonnenfinsternispartys vorbereitet.
Ich hätte auch gerne die Sonnenfinsternis auf einem Berg erlebt, aber Charly plädiert dafür, am Chiemseeufer zu sitzen. Der Gedanke ,dass gekühlte Getränke in erreichbarer Nähe sind, überzeugt auch Bärbel und Klaus. Ich füge mich der demokratischen Mehrheit. Wie gut! Der Chiemgau ist eines der ganz wenigen Gebiete in Deutschland, wo die Sonnenfinsternis 100% zu sehen ist.
Den angekündigten Wind haben wir kaum gespürt. Wir waren erstaunt, wieviel Kraft die Sonne noch hatte, als sie nur noch als ganz schmale Sichel zu sehen war. Die Stimmung war einmalig. Die Beleuchtung wechselte in Sekundenschnelle. Nun die Korona, sagenhaft! O-Ton Charly: "Wenn ich das in meinem Club erzähle...". O-Ton Klaus: "Dass ich das noch erleben durfte!"
Charly lässt den Sektkorken knallen. Schade, mein Foto hat so lange belichtet, dass erst das Einschenken auf das Bild gekommen ist. So dunkel war es zu diesem Zeitpunkt. Wir waren nicht die Einzigen, es schwammen einige Sektkorken auf dem See.
Nun ging die Sonne wieder auf, so, wie sich sonst die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zeigt. Die Sichel wird breiter und nun kommen die Wolken. Wir sind dankbar, dass wir so ein Glück hatten. Kurze Zeit später geht ein Platzregen nieder und als Abschluss erleben wir einen Regenbogen von einem Ufer zum anderen.
Anneliese Ahrens