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"Hansa" (1879/83) e.V.

Der Mai ist gekommen

Unter diesem Motto starteten die Altherren am Donnerstag, dem 20. Mai 99 ihren wöchentlichen Rudertreff.

Es ruderten eine Vierer- und eine Achtermannschaft. Auf ging's zum Weserwehr, hin und zurück bei gutem Wetter sowie verträglichen Wasserverhältnissen. Die zu Beginn der Saison vorhandene starke Weserströmung , verursacht durch übermäßiges Oberwasser, hat sich auf ein verträgliches Maß reduziert.

Mit kräftigen Schlägen, aufgelockert durch ein paar Steigerungen, erreichten wir, vorbeirudernd an den Segelvereinen, der Fähre, dem gut besuchten Café Sand, dicht unter Land gleitend, das Weserwehr. Wir atmeten die frische Luft, genossen den herrlichen Sonnenschein und vor allen Dingen das junge kräftige Grün der Uferweiden und Büsche an den Rasenböschungen. Die Ruderstrecke wirkte irgendwie stimulierend.

Schweißperlen glänzten nach dieser Anstrengung auf der Haut, tropften von der Stirn über die Augenbrauen, rannen über die Wangen, hinunter über das Kinn .Dankbar wurde das Kommando des Steuermanns: "Ruder halt, fertig gemacht zur Wende und Pause!" von den Mannschaften aufgenommen. Nun galt es sich zu entspannen und wie immer in solchen Situationen diskutierte man erst einmal ausgiebig die aktuellen Tages- und Vereinsthemen. Neuigkeiten wurden ausgetauscht, gute Ratschläge erteilt einschließlich der üblichen Abschlussbemerkungen: "Eigentlich müsste man...".

Die Boote trieben in Richtung Duckdalben. Die Steuerleute erinnerten freundlichst an die Rückfahrt. Merkwürdig , weserabwärts glitten die Boote in rauschender Fahrt, rechtsseitig der Kanuverein, das Weserstadion, die Weserterrassen und der Osterdeich, auf dessen Wiesen sich viele Müßiggänger tummelten. Beim Passieren der Fährverbindungen war Augenmerk angesagt. Wir hatten jedoch Glück, der Fährmann drehte zum Gaudi seiner Fahrgäste eine Pirouette auf der Weser, so dass wir freie Durchfahrt hatten.

Was trieb nur die Mannschaften so eilig retour? " Die letzten Dreißig!" ertönte es von achtern, offenbar wurden mit jedem Schlag die Fassbierhalluzinationen intensiviert, war doch heute nach dem Rudern der alljährliche Bockbierabend angesagt.

"Ruder halt! Fertig gemacht zur Wende über Backbord! Steuerbord voraus! Halbe Kraft voraus! Achtung! Die Blätter hoch! Absteuern! Gegen! Bist Du verrückt? Ausleger hoch! Nr. 8 becken! Fertig gemacht zum Aussteigen! Steigt aus!" Es war geschafft! Mannschaften und Boote waren wieder wohlbehalten am Anleger. Mit einem vorletzten Kraftakt wurde der schwere Riemenachter nach oben gewuchtet und gereinigt. Der letzte Kraftakt, nämlich das Verfrachten des Achters in sein Lager, ist unter unsaglichen Strapazen bravourös gelöst worden.

Argusaugen begleiteten die Eintragungen des Steuermanns. Stimmten die Mitgliedsnummern und die Anzahl der geruderten Kilometer ?

Auf ging's zum zweitschönsten Vergnügen des Abends: Duschen war angesagt. Angenehm warm, für den einen zu heiß, den anderen zu kalt, strömte das Wasser über braungebrannte, muskulöse und eingeseifte Männerkörper. Erheiterndes Palaver über die zurückgelegten Ruderkilometer, Vorfreude auf den bevorstehenden Fassanstich des frischen Bockbieres, trieben die Herren zur Eile an. Punkt 19.00 Uhr sollte es losgehen.

Der große Stammtisch im kleinen Clubzimmer war schön eingedeckt vorbereitet. Frisch gebratene Frikadellen standen zum Verzehr bereit. John Thoms empfing seine Altherren mit einer offiziellen Begrüßungslaudatio und sodann wurde die erste Runde frischgezapften Bockbieres kredenzt. Eine herrliche Blume, das Bockbier leicht dunkel, gut gekühlt in Halbliterkrügen, verdiente an diesem Abend das Prädikat "sehr gut, süffig, geschmackvoll, bitte die nächste Runde..." Und immer wieder gebührte den Spendern ein dreifach kräftiges Hipphipphurra. Es dauerte dann auch nicht mehr lange, bis es aus dem Munde von 25 durstigen Kehlen erscholl: "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe wer Lust hat ....".

Im nächsten Jahr bestimmt wieder!

John Thoms
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