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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
2. German Masters Open 99
Am Freitag, dem 25.6. starteten wir - Bothi, Hermann und ich - zur 2. German-Masters Open 99 in Berlin-Grünau. Bestes Sommerwetter war angesagt, aber bei unserer Ankunft in Berlin goss es in Strömen. Erinnerungen an Köln kamen auf. Wir strichen unser Zeltprogramm und quartierten uns im Jugendgästehaus Grünau - Bothi und mir von unserer Frauen-Barkenfahrt noch bekannt - ein. Schlicht und einfach, aber doch etwas frischer und freundlicher als damals (die Duschrosten sind immer noch durchgerostet, dafür fehlt die Suppenschüssel mit Senf auf dem Frühstücksbuffet).
Auf dem kurzen Fußweg zur Regattastrecke - der Regen hatte wieder aufgehört - sahen wir viele wieder perfekt renovierte Stuckvillen und schöne neue, aber nicht billige Häuser und Eigentumswohnungen.
Am Samstag hatte Hermann am Vormittag sein Einerrennen MDA 55. Zum ersten Mal ein Start in der leichten gelben "Gräfin Emma", das Wasser sehr kippelig, so hatte Hermann doch etwas Mühe, sein Boot richtig in den Griff zu bekommen. Trotzdem erreichte er einen guten 2. Platz.
Bothi und ich hätten eigentlich einen völligen Ruhetag gehabt, denn unser Viererrennen fand erst am Sonntagmittag statt. Aber Bothi mit ihrem Leichtgewicht, ihrer kräftigen Stimme und ihren Rennerfahrungen war von allen Mannschaften als Steuerfrau begehrt, so dass sie nur noch von Boot zu Boot hüpfte.
Aber es gab auch noch eine weitere Rudereinlage für uns zwei (bzw. unsere ganze Damen-Vierermannschaft). Der Post SV Bremen startete ebenfalls in Vierer- und Achterrennen der 50- bzw. 55-Jährigen. So kam der Plan auf: Wir fahren gemeinsam einen Mixed-Achter! Alle hatten Lust, die Stadtbesichtiger wurden per Handy zur Strecke gerufen, als Steuerfrau Sybille vom BRV 82 gewonnen. So starteten alle drei Stadtbremer Vereine in einem Boot und fuhren ein schönes gemeinsames Rennen (wer's nicht glauben will, es gibt ein Video davon!).
Der Samstag endete für uns mit einem ausgiebigen Picknick auf dem Steg - nur Ruhe, Frieden, langsamer, herrlicher Sonnenuntergang und jetzt völlig ruhiges Wasser.
Der Sonntag begann für Bothi mit einem Steuerfrau-Sieg im Vierer der "Hansa Hamburg". Über den ganzen Regattaplatz war über Lautsprecher zu hören, dass die alten Herren von einer jungen Dame gesteuert wurden, die bestimmt lieber die 27-Jährigen steuern würde.
Durch diese Verjüngungskur gestärkt ging es dann zu unserem eigenen Damenrennen: zwei Boote der Altersklasse 50 Jahre und zwei Boote mit dem MDA 55 Jahre, d. h. zwei Rennen, aber ein Lauf.
Bothi gab uns noch einige Durchhalteparolen ("Wir sind klein und leicht, aber zäh!" - "Der Sieg wird erst im Ziel gemacht!" - "Die anderen sind bestimmt schnell weg, aber bei 500 m ist die Luft raus!"- "....."). Dann kam der Ampelstart - rot - grün - und wirklich, alle anderen waren schneller weg (bei unserem eigenen schweren Leihboot aus Berlin kein Wunder), aber ab 300 m holten wir sie Schlag für Schlag wieder ein, zuerst die 55er-Mannschaft aus Schwerin/Potsdam und dann auch noch die starken 50-jährigen Damen aus Dresden. Nur die Lübeckerinnen, mit Heike aus Kiel verstärkt, blieben noch vor uns, aber die hatten mit unserem Rennen ja eigentlich nichts zu tun.
Das Anlegen an den Siegersteg musste im Renntempo geschehen, denn unsere "Hackebeilchen" wurden für ein weiteres Rennen gebraucht. Erst an Land konnten wir uns dann richtig freuen und unsere Medaillen betrachten, ein Musterbeispiel an Scheußlichkeit.
Mit Kuchen und Sekt in großer Runde ging diese schöne, harmonische und erfolgreiche Regatta zu Ende.