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"Hansa" (1879/83) e.V.

Rückblick
Vor 30 Jahren

1958, 1968 und 1998 gelangen der HANSA in olympischen Bootsgattungen die größten rennruderischen Erfolge ihrer Geschichte (etwas außerhalb dieser arithmetischen Erfolgsreihe sollen natürlich auch die Olympiateilnahmen unseres Clubs 1960 in Rom und 1996 in Atlanta nicht vergessen werden). Der Renngemeinschaftsvierer BRC Hansa/Emder RV, 1966 hervorgegangen aus dem Eichkranzsieger-Vierer der Hansa mit Jochen Heck und Volkhard Buchter und dem damals ebenso erfolgreichen Emder Doppelzweier Thomas Hitzbleck/Manfred Weinreich, gehört mit seiner Teilnahme am olympischen Finale in Mexiko 1968 zu den international erfolgreichsten Mannschaften in Bremen und Emden. Das ist nun schon 30  Jahre her - für Jochen Heck und mich als Beteiligte (Ruderer und Trainer) unglaublich lange, die Erinnerung ist noch zu frisch.

Ich erinnere nur an die Siege bei den deutschen Meisterschaften 1967 und 1968, an die Länderkampfsiege, an die Erfolge bei den Weltmeisterschaften in Bled (Sieg im kleinen Finale) und bei den Europameisterschaften in Vichy (4. Platz), schließlich an das größte Rennen, das diese Mannschaft überhaupt lieferte: das Halbfinale in Mexiko, als es um die Endlauf-Teilnahme ging. Hier wurde der große Medaillenfavorit aus der UdSSR in einem harten Bord-an-Bord-Kampf knapp besiegt. Damit kam unser Vierer in den Endlauf, wo ihm letztlich die Höhenstrapazen und "Montezumas Rache" zusetzten. Dazu berichtete damals die Weser-Kurier:

"Zusammenbrüche und Erkrankungen, völlig erschöpfte Ruderer, die schon vom Motorboot aus mit Sauerstoff versorgt werden mußten - das waren alarmierende Ereignisse schon bei den Vorkämpfen auf dem Xochimilco-Kanal. An keiner anderen Wettkampfstätte der Olympischen Spiele wurde es so deutlich, daß die Höhenlage (2200 m ü.M.) keine ideale Voraussetzung für die Sportler ist, die Dauerleistungen vollbringen müssen."

Leider sollten sich diese Befürchtungen auch bei unserem Vierer, der nach seinen Vorleistungen verdient eine Medaille erhoffen konnte, bewahrheiten. Er konnte im Finale noch bis 1000 m vorne mithalten, fiel dann aber auf den letzten Platz zurück. Aber immerhin: Unsere Ruderer waren die einzigen Bremer und Emder Sportler in Mexiko 1968 und sie haben das Finale erreicht!

Im Oktober soll dieses Jubiläum bei einem Treffen der Aktiven und Trainer in Emden gefeiert werden. 

Vor 40 Jahren

1998 konnte der BRC Hansa mit Christiane Will zum zweiten Mal in seiner Geschichte den Traum vieler Rennruderer verwirklichen: Siege auf dem Rotsee in Luzern und bei einer FISA-Meisterschaft in einer olympischen Bootsgattung.

Hier ein kurzer Rückblick auf 1958, als dieser Traum mit zwei Rotseesiegen und der Goldmedaille bei der (weltoffenen) Europameisterschaft schon einmal in Erfüllung ging.

Unser Vierer war 1958 in 15 erstklassigen Rennen u.a. in Amsterdam, Duisburg, Essen und Luzern ungeschlagen. Nach den beiden Siegen auf dem Rotsee in Luzern galt unsere Mannschaft schon als Favorit für die Europameisterschaft. Die deutsche Meisterschaft im Vierer mit Steuermann (Duisburg 1958) war problemlos. Die entscheidende Hürde war vielmehr die innerdeutsche Qualifikation gegen die DDR (die FISA hatte damals nur eine gesamtdeutsche Mannschaft zugelassen). Hier mussten wir gegen den Vorjahreseuropameister Vorwärts Berlin antreten.

Im nachhinein kann man sagen, das war das härteste Rennen der Saison, es wurde mit einer guten Länge (2,8 Sekunden) gewonnen. Alle anderen Rennen des Jahres 1958 wurden mit 11/2 und mehr Längen gewonnen, der Endlauf der Europameisterschaft mit 4,8 Sekunden = zwei Längen.

Dazu schrieb der Weser-Kurier am 1.9.1958:

"Die vier Hansa-Ruderer Niermann, Arfmann, Kollmann, Wehselau und ihr Steuermann Gerd Jürgenbehring gewannen bei den Europameisterschaften in Posen den Vierer mit Steuermann überlegen mit über zwei Längen Vorsprung. Dann standen sie auf dem Siegersteg. Jacques Spreux, der Vizepräsident des Internationalen Ruderverbandes, hängte ihnen die Goldmedaille um den Hals, Beethovens "Freude schöner Götterfunke" erklang, und die deutschen Farben stiegen am Siegesmast empor. Ergriffen ließen die fünf jungen Ruderer die Glückwünsche über sich ergehen. Das war der größte Augenblick in der Geschichte des Bremer Rudersports. Der BRC Hansa aber hatte seinen 200. Sieg errungen. Die Fahrt zurück zum Ruderer-Dorf wurde für die sympathischen Bremer Jungen zu einem einzigartigen Triumph. Die Posener Zuschauer, die zu Tausenden die Strecke umsäumten, zollten ihnen herzlichen Beifall.....

Rumänien hatte den schnellsten Start. Mit hoher Schlagzahl erkämpfte sich dieses Boot sofort die Spitze. Die anderen Mannschaften ließen sich dagegen nicht aus den Augen. So blieb das Feld unter Führung von Rumänien bis 500 m zusammen.

Bei 700 m hatte das deutsche Boot den rumänischen Vorsprung wettgemacht. Dann zog es auf und davon. Schon nach der Hälfte der Strecke lag es über eine Länge in Front. Hinter Rumänien aber lieferten sich die anderen Boote einen harten Bord-an-Bord-Kampf: unmerkbar war die Differenz zwischen Polen, Italien, der Schweiz und Jugoslawien.

Die Bremer zeigten auch auf den letzten 1000 Metern eine ökonomische Ruderarbeit..... So vergrößerten sie bei jedem Schlag ihren Vorsprung, und schließlich fuhren sie mit über zwei Längen als erstes Boot durchs Ziel."

Werner Kollmann

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