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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
33 Personen haben sich am 21. Juni in Norddeich getroffen, um die Nordseeinsel Norderney zu besuchen. Der Hinweg sollte durch das Watt mit einer organisierten Wattwanderung erfolgen.
Alle Teilnehmer haben pünktlich die Score-Tankstelle in Norddeich gefunden, dem Ausgangspunkt für ein sehr gelungenes Wochenende. Das Wetter sah vielversprechend aus, so daß der dicke Pullover gleich im Auto bleiben konnte. Und tatsächlich, obwohl es am Freitag noch kräftig geregnet hatte, haben wir zwei echte Sommertage erwischt. Am Montag war dann wieder das durchschnittliche Juni-98-Schmuddelwetter. An der Tanke wurden wir in zwei Busse verladen und nach Neßmersiel gebracht, dem Startpunkt der Wanderung. Vor dem Abmarsch wurden wir von Dorni noch mit Schokoriegeln versorgt.
Die Wanderung begann mit einem Gänsemarsch auf der schmalen Hafenmole. Im Watt war das Laufen anfangs sehr angenehm, der Schlick nicht sonderlich tief, und das bei kühlendem Seewind. Ab und zu erklärte die Wattführerin Interessantes über den Lebensraum Watt. Nach einem Drittel wurde das Watt schlammiger, die Barfußläufer begannen langsamer zu werden und zu fluchen: Eine ausgedehnte Muschelbank lag auf dem Weg. Mit ihr hatte keiner gerechnet, war man doch bei einer Wanderung vor drei Jahren noch einen anderen Weg gegangen. Doch der ist jetzt völlig verschlickt. Exakt bei Niedrigwasser durchquerten wir das noch knietiefe Wattfahrwasser., die Muschelbank war zu Ende, der restliche Weg durch das Watt war wieder sehr angenehm. Zwei Stunden nach dem Start erreichten wir die Salzwiesen von Norderney und hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Eine halbstündige Pause schloß sich an, um mit Freude die mit Schlafsack und Wechselzeug beladenen Rücksäcke abzulegen. Die Salzwiese mußte noch eine dreiviertel Stunde zu Fuß durchquert werden. Jetzt waren wir im Windschatten des Dünengürtels, die Sonne konnte ihre volle Kraft entfalten und der Rucksack schien immer schwerer zu werden. Endlich kam ein Deich in Sicht, dahinter war das Ziel, ein Parkplatz. Ein Bus brachte uns zu unserem Quartier. Beherbergt hat uns ein Zeltlager der AWO. Die Zelte mit Holzfußboden standen mitten im Sand und faßten bis zu sechs Feldbetten. Zu dem Lager gehörte noch ein festes Gebäude, in dem der Essensraum und die Sanitäranlagen untergebracht waren. Gleich nach der Ankunft wurden wir mit Himbeersirup und Käsekuchen versorgt. Bis zum Abendessen um 18.00 Uhr war nur noch eine Stunde Zeit, die mit Schlafsackauspacken, Duschen, Besteigung einer Aussichtsdüne und/oder Erkundung der Infrastruktur in der Umgebung verbracht wurde. Nach dem Essen gingen alle an den Strand, wo sich die Gruppe teilte. Viele suchten früher oder später die nächstgelegene Kneipe auf, einige fanden den Weg bis in die Stadt, der Rest verbrachte den lauschigen Abend am Strand.
Am nächsten Tag brach man nach dem Frühstück in Kleingruppen in Richtung Norderney-Stadt auf. Das Wetter war, wie schon erwähnt, traumhaft, so daß der Großteil des Tages am Strand verbracht wurde. Um halb fünf haben sich alle wieder am Fähranleger für die Überfahrt nach Norddeich eingefunden - trotz eines eigentlich anders verabredeten Treffpunktes am Hafenhaus. Doch das hat kaum jemand gefunden, denn es lag trotz seines Namens nicht am Hafen. Dank Dornis Umsichtigkeit konnten trotzdem alle noch pünktlich ihre Rucksäcke wieder in Empfang nehmen, die uns eine freundliche Gruppe aus dem Zeltlager mit ihrem Bully zum Hafenhaus bringen wollte und zur Fähre gebracht hat.
Dir Dorni, noch einmal vielen Dank für die Vorbereitung dieses vollkommen gelungenen Wochenendes!
Und warum bildet Wattwandern? Die Anreise nach Norddeich gestaltete sich für eine Kfz-Besatzung schwierig. Bis erkannt wurde, daß Norden mehr als nur eine Himmelsrichtung ist und "von Norden kommend" in Ostfriesland kein Widerspruch zu aus dem Süden zu kommen ist.
Olaf Köhn
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