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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Mit diesem Doppelsieg begeisterte Christiane nicht nur ihre Clubkameradinnen und -kameraden, sondern brachte den Rudersport in Bremen einmal mehr in die Schlagzeilen der Tagespresse. Christiane ist die erste Ruderin unseres Vereins, die durch den Doppelstart zum Doppelsieg bei einer Deutschen Meisterschaft gekommen ist. Sie erkämpfte sich die Siege im Doppelvierer mit Katrin Boron, Manuela Lutze und Jana Thieme und im Doppelzweier mit Katrin Boron auf der Deutschen Meisterschaft am 6./7. Juni in Duisburg.
Grund genug, um Christiane ein herzliches Willkommen in ihrem Verein an der Weser zu bereiten. Wie ein Lauffeuer ging es durch die Hansagruppen, und im Nu waren ca. 60 Hanseaten versammelt, um Christiane mit großem Applaus zu empfangen und persönlich zu gratulieren und hochleben zu lassen. Auch Udo Hauser als Vorsitzender des Landesruderverbandes gesellte sich persönlich zu den Gratulanten. Leider konnten der Präsident des Landessportbundes, Herr Heinz-Helmut Claußen, der Vorsitzende des Kreissportbundes, Herr Bernd Ziemehl, und der Sekretär der DOG Bremen, Herr H.-J. Genzmer, nicht kommen. Sie übermittelten herzliche Glückwünsche.
Diese Erfolge kommen natürlich nicht von ungefähr. Ihr Rudertalent, kombiniert mit unglaublichem Fleiß, Ausdauer und hohem Trainingsanspruch, setzte sie in den vergangenen Monaten ein, um den "Hanseaten", den Bremern, den Potsdamern, ganz Deutschland zu zeigen, was die Begeisterung zu einem Sport bewirken kann. Wir alle wissen, daß Rudererfolge nur mit hartem Training an so viel Tagen wöchentlich wie die Woche gar nicht hat, gelingen können, d.h. mehrmals am Tag ins Boot zu steigen, um die vorgegebenen Trainingseinheiten zu absolvieren. Diese gewaltigen Trainingsstrecken leistet Christiane jedoch "nur" an wenigen Tagen pro Woche im Einer in Bremen ab. Das hauptsächliche Training in den entsprechenden Bootsklassen findet in Potsdam statt. Das bedeutet, sie pendelt wöchentlich zwischen Bremen und Postsdam. Nebenher arbeitet sie auch noch konsequent an ihrer beruflichen Zukunft.
Wir sind froh, daß Christiane dennoch die Zeit gefunden hat, mit uns zu feiern. Zu einer Feier gehören Reden. Darin wurden ihre Leistungen gewürdigt und hoffentlich auch der Eindruck vermittelt, daß sie weiterhin zur "Hansa", ihrem Heimatverein, gehört und sie auf die Unterstützung vieler zählen kann. Wir verfolgen nun alle gespannt den sportlichen Weg bis zur Weltmeisterschaft vom 6. - 13. September in Köln. Wir drücken ihr die Daumen, daß alles so gelingen möge, wie sie es sich mit ihren Bootskameradinnen ausgerechnet hat. Auf das Geleistete und auf die nahe Ruderzukunft brachten wir ein dreifaches Hipphipphurra aus und besiegelten alle guten Wünsche mit einem Glas Sekt.
Christiane bedankte sich für den Empfang und ließ durchblicken, daß sie keineswegs die Absicht habe, die "Hansa" zu verlassen.
Auf dem zwar zeitlich kurzen aber noch langen Vorbereitungsweg zur Weltmeisterschaft hat Christiane noch ordentlich zu tun. Tests in Ratzeburg, Trainingslager und Test in Luzern auf dem Rotsee sind die noch zu bestehenden Hürden.
Wir wünschen Dir und Deinen drei Mitstreiterinnen Glück, daß Ihr das von Euch gesteckte Ziel erfolgreich erreichen möget.
Ute Kolb
Zwei Deutsche Meistertitel für Christiane
Das 85. Deutsche Meisterschaftsrudern fand - wie auch im letzten Jahr - zusammen mit der Mastersregatta in Duisburg statt.
Aufgrund der bisherigen Saisonergebnisse erhofften wir sehr, eine zweimal erfolgreiche Christiane zu erleben. Im Frauendoppelzweier starteten sechs und im Frauendoppelvierer vier Boote, so daß Vorrennen nicht erforderlich waren.
Die Vorrennen und Hoffnungsläufe am Sonnabend litten unter Wind und Regen, und am Nachmittag mußten die Rennen wegen eines heftigen Gewitters unterbrochen werden.
Am Finaltag war die Tribüne ab Mittag besser besetzt, und da es schon kurz vor der ersten Meisterschaftsrennen zu regnen angefangen hatte, hockten alle Ruderenthusiasten auf dem überdachten Tribünenteil.
Rennen Nr. 3: der Frauendoppelzweier. Schon als Christiane mit ihrer Partnerin Kathrin Boron von der Postdamer RG ablegte, schüttete es wie aus Kübeln. Der Regen war so stark, daß das Wasser wieder hochspritzte. Dadurch tauchten die Boote wie aus einem Nebelschleier auf.
Die Anspannung legte sich bei uns, als wir den roten Doppelzweier an der Spitze des Sechs-Boote-Feldes auftauchen sahen. Mit kräftigen Schlägen wie ein Uhrwerk rudernd brachten die beiden Damen unangefochten Christianes ersten Meistertitel unter Dach und Fach.
Pitschnasse Ruderinnen legten zur Siegerehrung an. Tröstlich, daß auch das Gratulationskomitee anschließend recht feucht aussah. Hermann gelang es, nach der offiziellen Ehrung direkt seinen Glückwunsch anzubringen.
Bis zum Rennen Nr. 20, dem Frauendoppelvierer, hatte der Regen durchgehalten. Die Doppelzweierbesetzung plus Manuela Lutze und Jana Thieme (Magdeburger RV und Hallescher RV Böllberg / Nelson) bildeten den favorisierten Doppelvierer. Dieser Rolle wurde das Quartett voll gerecht. In überzeugender Manier fuhren sie einen Start-Ziel-Sieg, wie auch im Doppelzweier mit einem Vorsprung von rund sechs Sekunden - Meisterschaftstitel Nummer zwei!
Ein wunderbarer Erfolg, wir gratulieren!
Streckenrekord in Ratzeburg
Eine Woche später fuhr der Frauendoppelvierer auf der Int. Ratzeburger Regatta Streckenrekord. Die zweitplazierte dänische Mannschaft (Lyngby / Fredensborg / Odense) wurde mit 16 Sekunden distanziert und der Streckenrekord von 1993 um knapp 4 Sekunden unterboten.
Gegenüber der DM war der Vierer auf einer Position umbesetzt. Für Manuela Lutze kam Kerstin Kowalski in die Mannschaft.
Für mich unverständlich, daß im Weser Kurier in einem längeren Artikel über die Int. Ratzeburger Regatta dieser erfolgreiche Regattastart mit so einem tollen "Zusatzergebnis" im letzten Satz des Artikels lediglich als Training abgehandelt wurde.
Bothi Meyer-Richtering
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