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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Liebe Hanseaten!
Die Begrüßungsrede habt Ihr vernommen.
Nun wißt Ihr, warum Ihr alle seid gekommen.
Das Essen war schmackhaft, ich hoffe, es hat gereicht.
Nun aber stehe ich wieder hier und bin geneigt
den zweiten Teil des Abends zu zelebrieren, der, wie Ihr wißt,
unseren Jubilaren gewidmet ist.
Neun Jubilare sind es an der Zahl.Alles darüber zu finden bereitete
mir wie immer so manche Qual.
25 und 40 Jahre haben diese der Hansa die Treue gehalten.
Sie waren es, die die Geschicke der Hansa durften mitgestalten.
Mit meiner Vorrede möchte ich jetzt enden,
um mich mit Laudatien an die Jubilare zu wenden,
verbunden mit der Hoffnung, daß der Abend wird mit Frohsinn enden.
| 25 Jahre | 40 Jahre | 60 Jahre |
| Gertraude Frischmuth | Gerd Bruns | Martin Vaupel |
| Bothilde Meyer-Richtering | Jan Klatte | |
| Ulrike Frischen | Gottlieb Martin | |
| Lutz Hackmack | Peter Martin | |
| Andreas Möller |
Wir schreiben das Jahr 1973
Anläßlich der Hauptversammlung stand die Wahl des 1. Vorsitzenden an. Albi Wehselau hatte sein Amt zur Verfügung gestellt, und Jonny Risse trat seine Nachfolge an.
Unsere Rennrudermannschaften waren auf 27 Regatten 103mal erfolgreich, wobei das Herausragendste die deutsche Meisterschaft im Juniorinnen-Doppelzweier war, die durch Karin Risse und Ruth Müller gewonnen wurde.
Aus heutiger Sicht kann uns die Gesamt-Kilometerleistung des Clubs nur in Erstaunen bringen oder neidisch werden lassen. Bei 2762 Fahrten wurden insgesamt 103.414 km gerudert, wobei Gäste mit 7000 km in dieser Zahl nicht enthalten sind.
Etwas verständlicher wird die Leistung, wenn man liest, daß dem Club derzeit 410 Mitglieder angehörten, von denen genau die Hälfte aktiv gerudert hat. Auch aus den Kilometer-Preisen läßt sich manches ablesen. So ruderte ein Mitglied z.B. nicht weniger als 4556 km.
21 Mitglieder konnten mit dem DRV-Leistungsabzeichen ausgezeichnet werden. Im Rahmen des Breitensports fanden eine Reihe von vereinsinternen Wettbewerben statt, die gut frequentiert waren. Auch fand ein Vergleichskampf zwischen den stadtbremischen Vereinen statt, der starken Anklang fand.
Über all das Geschriebene erschienen in Abständen Artikel in der Tagespresses. Das alles aber, so stand es geschrieben, kann letztlich nur nutzbringend sein durch selber mitmachen und erleben.
Nach Abgang der Gigvierer "Weser" und "Elbe" standen 150 Bootsplätze zur Verfügung, aber es heißt weiter: Jährlich müßten eigentlich 15 Plätze erneuert werden, dieses aber würde einen Kostenaufwand von 60.000 DM bedeuten. Bei einem Beitragsaufkommen von 45000 DM macht das die Lage des Clubs deutlich. Der Zustand der Flotte zeigt keine Besserungen. Das also muß einer unserer Schwerpunkte sein.
Clubräume wurden gründlich überholt, Sporträume dagegen sind ein trauriges Kapitel, doch laufen hier die Planungen.
Für die Ausbildung von Führungskräften wurde gesorgt. Dem Club stehen jetzt 7 tätige Mitglieder mit Fach- und Übungsleiterlizenzen zur Verfügung, und weitere werden folgen.
Die Rudergemeinschaft "Unterweser" wurde gegründet, in der einzelne erfolgreiche Rennruderer aufgefangen werden sollen jeweils aus den stadtbremischen Vereinen.
Die Regattastrecke auf dem Werdersee kam in ein weiteres Besprechungs-und Planungsstadium.
Das also war der Jahresbericht von 1973, der mit der Feststellung endet, daß die innere Bindung im Club zwischen den verschiedenen Gruppen wieder spürbar geworden ist und im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden sollte.
Das, liebe Ruderkameraden, war also das Eintrittsjahr der jetzt zu ehrenden 5 Jubilare, und wenngleich ich ansonsten immer gern in alphabetischer Reihenfolge vorgehe, möchte ich jetzt davon abweichen, dieweil ich den Damen, wie es sich ja wohl geziemt, den Vortritt geben möchte.
Ein 16jähriges Mädchen trat der Hansa bei und brachte im Schlepptau gleich seine jüngere Schwester mit. Sie bildeten den Anfang einer ganzen Sippe, denn einschließlich ihrer Eltern konnte die Hansa in den nächsten Jahren insgesamt 8 Mitglieder begrüßen, die alle begeisterte, aber auch erfolgreiche Ruderer wurden.
Nun ist es wohl unschwer zu erkennen, von wem ich spreche. Ja, Gertraude Frischmuth muß derzeit schon ein, wie Jonny immer sagte, Bewegungstalent gewesen sein. Sie erlernte nicht nur schnell das Rudern, sondern saß schon bald im Rennboot, startete und siegte bereits im September 1973 in Hoya im Doppelvierer zusammen mit Monika Risse, Veronika Schneider, Annemarie Busch und Steuerfrau Dörte Dieckmann.
Auch in 74 blieb der Vierer zusammen, wenngleich sich Gertraude auch im Zweier erfolgreich betätigte. Beim Vierer konnte man von einer eingefahrenen Mannschaft sprechen, die ihre Erfolge dann in Duisburg in 1975 mit einer Goldmedaille im Frauen-Doppelvierer krönen konnte.
Auch wenn es in 76 dann weniger wurde, bist du, Gertraude, im Siegerbuch mit 19 Siegen würdig vertreten. Vergißt man einmal den ersten Sieg in Hoya und teilt die verbliebenen durch die Jahre, so sind das 6 Siege pro Jahr, mit denen Du, aber auch wir sehr zufrieden waren.
Eine Herausforderung, die leider heute nicht mehr so selbstverständlich ist, nahm Gertraude nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn an. Ein Trainer hatte das Handtuch geworfen. Ich mußte lange reden und überzeugen, und so gab sie ihr Debüt als Trainerin, mußte einen Juniorinnen-Vierer übernehmen, in dem auch noch ihre Schwester Thekla saß. Das war verständlicherweise gar nicht nach ihrem Sinn; bei Theklas Temperament waren Schwierigkeiten vorprogrammiert. So gab es denn auch auf der Regatta in Berlin den großen Knatsch. Tränen flossen in Strömen, und trotz In-die Arme-Nehmen und Trösten war es nicht so einfach, die Wogen zu glätten.
Danach kam die Zeit, in der wir unser Rudertalent nur noch besuchsweise sahen. Wenn ich es noch so richtig zusammenbekomme, begann es mit einem Trainerlehrgang in Berlin, dann das Studium, erst in Köln und Saarbrücken. In all dieser Zeit blieb das Rudern Hobby, bis das dann danach als Trainerin zu ihrem Beruf wurde.
Das waren die Jahre Deiner Abwesenheit von Bremen. In all der Zeit aber bist Du Deinem Stammverein treu geblieben, und dafür möchte Dir der Vorstand heute seinen Dank sagen, mit der Hoffnung verbunden, daß wir Dich hier im Club in Zukunft wieder öfter begrüßen können.
Da wir im Club keine persönliche Mitgliederchronik führen, muß ich leider bekennen, daß ich von unserer nächsten Jubilarin nicht weiß, wann, wo und wie sie mit dem Rudern begonnen hat. Nach ihrem Dialekt zu urteilen, den man ja immer noch gut heraushören kann, muß es im Raum Hamburg gewesen sein, wobei ich annehme, daß es sich um die Stadt selbst gehandelt hat.
Nun sagt man ja von Hamburg, es sei die Stadt mit dem Tor zur Welt.
Unsere Bothi, so scheint mir, davon nicht allzuviel hält.
Und so fand sie dann als kommunizierende Ruderin auch später einen Ruderer, mit dem wollte sie leben.
Der aber hatte als Heimatstadt Osnabrück nun angegeben.
Die beiden ehelichten und kamen in die Stadt mit dem Schlüssel zur Welt,
zumal es ihrem Hermann bei der Hansa schon länger gefällt.
Da hatten sich nun zwei bereits gereifte Ruderer gefunden, die, meines Wissens nach, nur ein Hobby haben, und das ist das Rudern. Während Hermann sich, ich möchte sagen, überwiegend schon als Einerfahrer einen Namen gemacht hatte, war ab nun auch Bothi in den Siegerbüchern zu finden. Auch sie brillierte im Einer, doch sah man sie gelegentlich auch in anderen Bootsklassen.
Liebe Bothi, ich hoffe, Du verstehst mich, wenn ich in Deine Laudatio auch Hermann etwas mit einbezogen habe. Dies geht aber auch gar nicht anders, denn Ihr erfüllt ja gemeinsam das Hobby Rudern. So ist es auch nicht verwunderlich, daß auf jeder Regatta, wo Rennen in Eurer Altersklasse ausgedruckt waren, sowohl im Inland als auch im Ausland, Eure Namen zu finden waren. Die meisten davon habt Ihr im eigenen PKW besucht, wobei ich lobend anerkennen muß, daß dem Club niemals Kosten angelastet wurden.
Ihr beide fungiert aber auch als Schiedsrichter.
Im LRV, aber auch im DRV war und ist Bothi nicht nur vertreten als Zuhörer, sondern bekannt und qualifiziert für Frage und Antwort.
Da ich gerade den DRV erwähnte, muß ich hier noch etwas herausstellen. Sowohl Bothi, aber auch Hermann wurde vom DRV 1991 der Äquatorpreis verliehen. Dieser beinhaltet eine Gesamt-Kilometerleistung von 40.017 km.
Nun habe ich anfänglich Bothi als Einerfahrerin herausgestellt, aber so ab 1983 findet man ihren Namen hauptsächlich in Vierern und Achtern wieder, und hier möchte ich herausstellen, ohne einzelne Siege zu nennen, daß Bothi allein bei FISA Masters- und EURO-Masters-Rennen allein 14mal siegreich war.
Verständlicherweise kann Bothi an ihren Hermann mit seinen 164 Siegen (die aber seit 1968) nicht mehr herankommen, aber ich denke doch, daß nicht nur Du, Bothi, sondern wir alle mit Deinen im Siegerbuch aufgeführten 50 Siegen mehr als zufrieden sind.
Speziell Einerfahrern sagt man ja nach, daß sie Individualisten sind. Mit Fug und Recht glaube ich sagen zu können, daß dies bei Bothi nicht zutrifft, denn in den ganzen letzten Jahren widmet sich Bothi mehr und mehr dem Verein im allgemeinen Geschehen. Anfängern und der zweiten Wettkampfebene hat sie sich verschrieben, der sie sich verantwortungsvoll widmet, ohne dabei, so nehme ich an, ihren eigenen Wettkampfehrgeiz aus dem Auge zu lassen.
Ja, liebe Bothi, sicher wären noch viele Begebenheiten und sportlichen Aktivitäten aufzuführen, ich denke aber, daß ich die ersten 25 Jahre Deiner Vereinszugehörigkeit ausreichend geschildert habe.
DerVorstand sagt Dir Dank für all die Jahre, verbunden mit der Hoffnung, daß Du Dich auch weiterhin so in Deinem Club engagierst. Wir wünschen Dir für die kommenden Jahre Gesundheit, damit Du Deinem Hobby Rudern weiterhin frönen kannst und ich im Siegerbuch noch weitere Striche einfügen darf.
Es soll ja Mädchen gegeben haben, die schon im zarten Alter von 11 Jahren in einen Verein eingegliedert wurden. Ich habe das Wort "eingegliedert" bewußt gewählt, weil ich mir eigentlich nicht so ganz vorstellen kann, daß dieser Entschluß von unserer heutigen Jubilarin selbst gekommen ist.
Nun gibt es natürlich auch noch eine andere Möglichkeit, und wenn man weiß, daß die beiden älteren Schwestern sich bereits der Ruderei verschrieben hatten, was wiederum kein großes Wunder war, denn beide Eltern waren vom Rudern - man könnte sagen - besessen. Ja, wenn eben die Eltern mehr oder weniger ihre Zeit dem Club widmen mußten und das Kind nicht allein bleiben sollte, mußte es, wie anfangs gesagt, auch in den Club eingegliedert werden.
Inzwischen dürfte auch wohl jedem hier Anwesenden klar sein, von wem ich spreche. Natürlich ist es Ulrike Frischen geb. Risse, die schon vorher in einem Achter mitgenommen werden mußte, was sie eigentlich gar nicht wollte, und prompt dabei seekrank wurde.
Rike verbrachte die erste Zeit in der sogenannten Kindergruppe. Na, und daß sie das Rudern richtig erlernte, dürfte klar sein, denn immerhin war die Mutter eine deutsche Meisterin, und ich glaube zu behaupten, daß der Vater mehr über das Rudern wußte als die Obersten des Ruderverbandes,
Somit war es auch verständlich, daß Rike, als sie der Kindergruppe überdrüssig war, das Training aufnahm, und dies zahlte sich aus, denn schon im Juni 1975 fand ich eine Eintragung, die Rike beim Bundesentscheid in Berlin zusammen mit Annette Knevelkamp im Doppelzweier als Siegerin auswies.
In 76 kam dann der Doppelvierer in Hoya mit Thekla Frischmuth, Annette Knevelkamp und Christel Appenroth. Zwischen 75 und 76 gab es keine weiteren Eintragungen, es ist aber anzunehmen, daß in dieser Zeit ein verstärktes Training angesagt war, das sich dann in 77 auszahlen sollre.
Und so kam es dann auch. Auf 7 Regatten war Rike mit ihrer Mannschaft 11mal im Doppelvierer erfolgreich, dazu brachte sie noch in Bremen einen Einer siegreich über die Bahn, und auch im Doppelzweier konnte sie die Regatta siegreich beenden.
Der Trend zum Siegen hielt an. In 78 waren es nur 5 Regatten, aber auch hier war Rike 7mal siegreich. Ich sprach vorher immer von ihrer Mannschaft. Ich muß bekennen, daß Rike wohl eine gewisse Garantie gewesen sein muß, denn die Mannschaft um sie wechselte auch manchmal, warum auch immer.
Auch 2 Siege im Doppelzweier kamen dazu. Die Krönung ihrer ruderischen Laufbahn aber war sicher die Goldmedaille, die sie auf der Jugendmeisterschaft in München im Doppelvierer mit Andrea Pohlmann, Iris Völkner und Annette gewinnen konnte.
Ich sprach vom Höhepunkt, dies dürfte auch in etwa stimmen, denn, ich nehme an, aus beruflichen Gründen, wurden die Regattabesuche weniger. So waren es in 79 und 80 jeweils nur 2 Regatten, auf denen sie insgesamt 5mal im Doppelvierer siegreich sein durfte. Erwähnenswert aber ist, daß dabei 2 Landesmeisterschaften in Hamburg waren.
Auch wenn Rike mit ihrem Trainer Rolf-Werner Ulrich sicher nicht immer einer Meinung war, so hat er doch wohl zu ihren 29 Siegen einen nicht unwesentlichen Teil beigetragen.
Das also war die sportliche Seite unserer Rike, die danach dann auch, wenn ich richtig informiert bin, so für 3 Jahre nach Vegesack wechselte, der Hansa aber immer verbunden blieb. Mit Pohli (Andrea Pohlmann) war sie immer befreundet, und diese Freundschaft hat bis heute Bestand.
Wie eng Rike mit der Ruderei verbunden ist, bestätigt sich darin, daß sie später auch einen Hansa-Ruderer heiratete. Das einzige, was ich noch nicht weiß, ist, ob beide ihre Kinder, so wie es derzeit bei Rike war, irgendwann in die Hansa eingliedern werden.
Liebe Rike, wir alle möchten Dir heute Dank sagen für die ersten 25 Jahre. Auch wenn Du zur Zeit durch Deine Kinder sehr in Anspruch genommen bist, denken wir doch, daß Du nach dieser Zeit wieder Gelegenheit finden mögest, wieder öfter an die Stätte Deines sportlichen Wirkens zurückzufinden.
Es war aber auch das Eintrittsjahr eines damals 14jährigen Knaben, der schon bei der Ruderausbildung durch seine relativ kräftige Statur auffiel, und so nahme ich an, daß nach Jonnys Ansicht "Jeder Ruderer kann ein Olympionike sein" er schon bald darauf in die Trainingsabteilung aufgenommen wurde.
Im Herbst 1975 finden wir ihn dann wieder im Siegerbuch. Es war ein Jahr, in dem 45 Trainingsleute verpflichtet wurden. 155 Siege konnte die Hansa einfahren. Darunter waren
1 Goldmedaille im Frauen-Doppelvierer
2 Bundessiege im Junior-Doppelvierer und Juniorinnen-Doppelvierer
2 Bundesentscheide im Jungen-Doppelzweier und Mädchen-Doppelzweier
und eben der erste Sieg von Lutz Hackmack, der mit Thomas Schlaak im Doppelzweier in Leer erfolgreich sein konnte.
In 1976 stand geschrieben: Ein neuer Achter wurde durch Ronald Schnakenberg zusammengestellt, in dem die Vorjahressieger Thomas Kochems und Frank Barufke sowie die schwergewichtigen Skuller Thomas Schlaak und Lutz Hackmack den Stamm bilden sollten.
Das fing auch in Wetter gleich richtig an. Bei 27 Starts erntete die Hansa 18 Siege, war der erfolgreichste Verein und konnte als Ehrenpreis 2 Paar Skulls entgegennehmen. Unser Lutz konnte gleich 4mal am Siegersteg anlegen.
In Lübeck war Hansa wieder erfolgreichster Verein mit 14 Siegen. Lutz war dabei im Achter.
Bei den deutschen Jugendmeisterschaften gab es Gold im Juniorinnen-Doppelvierer und im Juniorinnen-Doppelzweier, im Bundesentscheid wiederum Gold im Junior-Doppelzweier und im Juniorinnen-Doppelzweier, dazu für Lutz eine Bronzemedaille im Vierer mit seinen Kameraden Kochems, Schlaak und Hübner. Dazu kamen in Hoya und Leer noch ein Vierer- und ein Achtersieg, und in Bremen war er im Landesverbandsachter siegreich.
Für 1977 stand vermerkt: Bei Booten der Junior-Klasse ist das Aufgebot nach wie vor groß, und Ronald Schnakenberg trainiert den schwergewichtigen Vierer mit Lutz Hackmack, Eckehard Nachtweyh sowie den Riesen Thomas Schlaak und Klaus Rosenhagen.
Für Lutz waren es in diesem Jahr nur 4 Siege sowohl im Vierer als auch im Achter. Was sich sonst abgespielt haben könnte, ist mir nicht klar. Aus Regattaberichten, wenn sie vorliegen, war nichts zu erlesen, und im Siegerbuch fehlt der Name Lutz auf 6 Regatten, bei denen die Hansa 13mal erfolgreich war.
In 1978 wird als eine der Haupthoffnungen unser Junior-Achter genannt, der durch den LRV Unterstützung erhielt durch die Zur-Verfügung-Stellung des Bootes "Hansestadt Bremen". Diese Crew hatte ein Durchschnittsgewicht von 82 kg, wobei Klaus Rosenhagen, genannt Sauser, bei 1,98 m Länge 90 kg auf die Waage brachte.
Der Achter war erfolgreich, aber wenn man das Siegerbuch studiert, kann man erkennen, daß er sich auf den entscheidenden Regatten wohl nicht so qualifizieren konnte. Lutz war hier 3mal im Achter und 5mal im Vierer siegreich, aber geschrieben stand auch: Wenn der Achter auf der Meisterschaft in München von vornherein den Kampfgeist aufgebracht hätte, der in der Mannschaft 250 m vor dem Ziel plötzlich erwachte, dann wäre wohl mehr drin gewesen als ein undankbarer 4. Platz. Nur 51/100 Sekunden trennten uns von einer Bronzemedaille.
Das, liebe Anwesende, war das Ruderleben unseres Lutz, 4 aktive Jahre, in denen er 27 Siege erringen konnte, 14mal im Achter und 13mal im Vierer.
Nach dieser Zeit ist es um ihn still geworden. Ich habe versucht, nachzulesen und nachzufragen, aber alles war erfolglos. Ich kann mir nur vorstellen, daß dies mit Studium und nachfolgendem Beruf zusammenhängen muß. Ich erinnere mich aber an ein Stiftungsfest im Parkhotel, bei dem an einem Tisch mehrere Studenten aus Kiel zusammen saßen und alle Hauptgewinne einheimsen konnten. Dabei saßest auch Du, Lutz.
Aber auch das ist Jahre her. Du lebst, was hier kaum einer wußte, seit langer Zeit beruflich in Hongkong. Das, was uns erfreut, ist, daß Du trotz Abwesenheit vom Club immer noch der Hansa die Treue gehalten hast. Ich könnte daraus schließen, daß Du während dieser Trainingsjahre eine gute Zeit gehabt hast.
Der letzte Jubilar aus dieser Gruppe kam mit 15 Jahren zur Hansa. Nach seiner Ruderausbildung, die nicht ganz ein Jahr dauerte, wechselte er, wie es damals noch üblich war, in die Gruppe der Trainierenden. Als ich die Siegerblätter durchblätterte, war ich dennoch erstaunt, als ich las, daß unser inzwischen 16jähriger im September 74 gleich in einem Junior-Achter startete und siegte. Es scheint eine einmalige Mannschaftskombination gewesen zu sein, bestehend aus Kabel, Gastmann, Reiners, Klemmer, Kasper, Frischmuth, denn danach stieg unser Jubilar um in einen Vierer, besetzt mit Frischmuth, Meissner, Arnold und Steuermann Buerhop. Es war eine Mannschaft, die zusammenhalten sollte, die in 75 bereits 9 Siege an ihre Fahnen heften konnte, sich in 76 noch einmal steigern konnte und 14mal erfolgreich war, während 77 langsam der Abstieg begann, denn im Siegerbuch waren nur noch 4 Siege verzeichnet.
Das also waren die Trainingsjahre unseres Jubilars, die ihm, aber auch dem Club insgesamt 27 Eintragungen im Siegerbuch beschert haben.
Aber auch für diesen erfolgreichen Ruderer brach bald darauf eine Zeit an, die ihm den Leistungssport nicht mehr gestattete. Berufsausbildung hatte den Vorrang, aber er nutzte die Wochenenden, um die Flüsse der Umgebung als Wanderfahrer zu erforschen. Auch unter den weiblichen Mitgliedern unseres Clubs gab es derzeit genügend Aus- und Ansichten. Nun, was ich damit meine, dürfte wohl jedem klar sein, und so fand auch Andreas Möller, wie schon mehrere Mitglieder vor ihm, eine junge Frau mit Namen Annett, und wenn ich jetzt den Zeitraffer etwas schneller laufen lasse, kann ich hinzufügen, daß im April 81 geheiratet wurde. Der Grundstein war gelegt. Tochter und Sohn folgten in Abständen, wurden aber, wie sich herausstellte, keine Mitglieder. Dafür aber konnten wir Annett, nachdem die Kinder aus dem Wickelalter heraus waren, als Vorstandsmitglied begrüßen.
Dies wiederum war nur möglich, weil Andreas seinen angestammten Job aufgegeben hatte, um die häuslichen Pflichten zu übernehmen. Das aber reichte ihm auf Dauer auch nicht. Er fing im Computerwesen - erst so nebenbei - an, bis daraus im Laufe der Jahre ein Geschäft mit Full-time-Job wurde.
Als Annett dann später das Amt einer Schulleiterin angeboten wurde, war Andreas so weit, daß er Annett im Club ablösen konnte, und so stellte er sich als 2. Vorsitzender zur Verfügung, ein Amt, das er bis heute mit viel Engagement ausfüllt.
Für dieses Engagement, Andreas, das ja letztendlich nun schon seit
25 Jahren anhält, möchte Dir der Vorstand, dem Du ja selbst angehörst,
Dank sagen in der Hoffnung, daß Du Deine Unermüdlichkeit dem
Club noch für eine recht lange Zeit zur Verfügung stellen wirst.
Im Jahresbericht von 1958 stand ein Absatz, der da lautet: Da Wanderrudern das beste Vortraining für eine Rennmannschaft ist, werden sich die positiven Folgen der manchmal belächelten Kilometerschinderei auch noch in den nächsten Jahren zeigen.
Vorausgegangen war, was nur zweimal seit Bestehen des Clubs gelungen ist: eine Gesamt-Kilometerleistung von fast 115000 km bei einer Mitgliederzahl von 407 Personen.
Aber auch die Trainingsleute, betreut von Herrn Penner, brachten es auf 17 Siege und konnten so an die Erfolgsserie der vergangenen Jahre anknüpfen.
Ein besonderes Ereignis war die Verleihung der höchsten deutschen Sportauszeichnung, des silbernen Lorbeerblatts, durch den Bundespräsidenten und der Senatsplakette.
Anläßlich einer Bootstaufe für den "Senatsachter", den Vierer "Posen" und den Zweier "Oscar Drees" sowie den C-Achter "Walter Messerknecht" hielt der Präsident des Deutschen Sportbundes, Willi Daume, die Festansprache.
Somit waren 31 Boote fast ständig einsatzbereit. Zu verdanken war dies Paul Schneider und unserem ständigen Bootsmann, Herrn Bielefeld.
Aber es wurde auch wieder gebaut. Mit besonderer Unterstützung vom Kameraden Hans Lorke wurden der Clubraum und das Vorstandszimmer mit Gasheizungen ausgestattet. Der Clubraum wurde tapeziert und mit neuen Gardinen versehen. Eine neue Theke konnte installiert werden, die auch das beliebte Schiffeversenken an günstiger Stelle erlaubte.
Das gesellschaftliche Ereignis war das Stiftungsfest im Parkhotel in Verbindung mit der Siegerehrung, bei der Vertreter des Ruderverbandes und des Senats Glückwünsche überbrachten.
Walter Ernst erhielt die goldene Clubnadel mit Brillanten. Herrn Penner wurde vom Verband die Trainernadel verliehen.Der letzte Absatz des Berichts paßt wie so oft auch noch für die heutige Zeit:
Das vergangene Jahr hat gezeigt, daß sehr viel Tatkraft und Wagemut erforderlich sind, um kommende Probleme zu lösen. Wir benötigen dazu aber die tatkräftige Unterstützung jedes einzelnen.
Wenn ich nunmehr, wie eigentlich immer, in alphabetischer Reihenfolge anfange, komme ich zu zwei Jubilaren, die mir schon vor 15 Jahren gewisse Kopfschmerzen bereitet haben. Das Eigenartige ist dabei, daß ich auch in der Zwischenzeit nicht viel dazulernen konnte, um davon zu erzählen.
Beide kenne ich nun seit einer Unzahl von Jahren, mit einem bin ich fast jeden Donnerstag zusammen, und trotzdem kommen mir beide so vor wie unbeschriebene Blätter, zumindest in bezug auf Besonderheiten oder Anekdoten, die für eine Laudatio doch eigentlich das Salz in der Suppe bedeuten.
Über das Vorleben oder die sportlichen Aktivitäten beider ist mir leider nichts bekannt. Ich erwähne das nur, weil sich Jan Klatte erst mit 16 Jahren und Gerd Bruns erst mit 18 Jahren entschlossen haben, der Hansa beizutreten. Vielleicht aber kann man daraus Rückschlüsse auf die spätere sportliche Entwicklung ziehen.
Beide genossen eine solide Ruderausbildung. So könnte man sagen, wenn man weiß, daß Jonny Risse diese an der Hand hatte. Den spärlichen Nachforschungen zufolge mußt Du, lieber Jan, Dich danach schon bald der Gruppe der Wanderfahrer angeschlossen haben, und dabei soll es auf einer Pfingstfahrt von Celle nach Bremen mit einem Zwischenstopp in Westen, an der Aller liegend, irgend etwas gegeben haben, das Dir in besonderer Erinnerung geblieben sein dürfte, mir selbst aber leider unbekannt ist.
1960 dann auf der Mosel, die derzeit gerade kanalisiert wurde, wäre der erste Tag fast der letzte gewesen, wenn nicht die Staustufe, die ein beachtliches Gefälle hatte, mit großem Geschick gemeistert worden wäre.
Als einen Deiner damaligen Mitstreiter möchten ich hier Deinen Kameraden Rainer Zunken nennen, mit dem Du auch außerhalb der Ruderei ständig zusammen warst.
Von Gerd Bruns glaubte ich zu wissen, daß seine sportliche Entwicklung bei der Hansa genauso verlaufen sei, aber nach Durchsicht der Bücher und weiteren Recherchen, in die dann erst in den letzten Tagen auch noch Deine Frau mit einbezogen wurde, mußte ich feststellen, daß Jonny Risse es wohl doch verstanden hat, Dich irgendwie zum Training zu überreden, denn tatsächlich fand ich schon im September 58 eine Eintragung im Siegerbuch, wo Du in Bremen in einem Jungruderer-Vierer mit Deinen Mitstreitern Walter Lüssen, Horst Jahns, Helmar Klutke und Hans-Georg Nuss-Lohmann erfolgreich gegen Vegesack gewesen bist.
Deine Frau berichtete, daß 4 gravierte Gläser im Schrank stehen. Eins davon ist mit "Leer 1960" graviert. Ich habe geblättert, bin aber leider nicht fündig geworden, aber in der Statistik ist der Sieg verzeichnet. Daß Du ein begeisterter Ruderer warst, beweisen die beiden verbliebenen Gläser, denn eins davon war für den Manfred-Heinrichs-Gedächtnis-Vierer 1979, und das weitere bestätigt Dir 1960 das Herbsttraining. Ich schließe daraus, daß damit Deine Trainingszeit ihr Ende fand.
Es soll dann danach kaum ein Wochenende gegeben haben, an dem du nicht als Wanderfahrer unterwegs warst. Je nach Tide ging es zum Blömer oder nach Hammelwarden oder aber zu den Badener Bergen, und daß diese Fahrten nicht ganz "ohne" waren, ist verständlich. Zu gern hätte ich davon etwas berichtet.
Von unseren Jubilaren ist zu sagen, daß sich beide dann für eine gewisse Zeit im Club rar gemacht haben, wobei anzunehmen ist, daß hier der Beruf eine Rolle spielte. Jan aber hat in all der Zeit seinem Club immer zur Verfügung gestanden. Ich denke dabei an das Hochwasser, als unser Anleger die Weser abwärts schwamm, und er die 8 Tonnen mit einsammelte, um sie mit dem LKW wieder an Ort und Stelle zu bringen, ganz abgesehen davon, daß er sich auch mehrfach um die technische Überholung unserer Hänger verdient gemacht hat.
Im Gegensatz zu Jan blieb Gerd immer ein gern gesehener Ruderer, der aber auch bei jeder Gelegenheit bereit war, hilfreich einzuspringen, solange wir auf unsere Morgenzeitung nicht verzichten wollten. Er trat auch gleich zu den Jungen Barkenbrüdern, bei denen er sich nicht nur als "Tonnen-Gerd" einen Namen machte. Nein, er ist unser vertrauenswürdiger Kassen- und Finanzkamerad.
Lieber Jan, lieber Gerd, ich habe versucht, Euer Clubleben etwas zu durchleuchten. Der Vorstand dankt Euch für diese 40 Jahre der Treue. Ich will annehmen, daß Ihr versuchen werdet, diesen 40 noch weitere, noch viele weitere, hinzuzufügen, zumal wir ja noch weitere Ehrenzeichen zu vergeben haben.
Nun komme ich zu einem derzeit 16jährigen, der des Schwimmens müde war und, animiert durch einen Freund, glaubte, vom Rollsitz aus Wasser und Ufer besser beobachten zu können.
Nach relativ kurzer Ruderausbildung nutzte er die Gelegenheit und nahm an vielen Wochenendwanderfahrten teil, um sich ruderisch fortzubilden, aber auch um zu lernen, wie man mit wenig Einsatz schneller zum Ziel kommt, ganz abgesehen von dem Gefühl für das Mit- und Füreinander, das ein Ruderer auf solchen Fahrten wohl am besten erfahren kann.
Wie sagte Jonny Risse immer: "Jeder Anfänger kann der künftige Olympiasieger sein!", und so stieg dann auch unser Jubilar 1961 ins Rennboot um und startete im Leichtgewichts-Jungmann-Vierer, mit dem er 5mal erfolgreich war. Immer noch als Leichtgewicht ging es dann weiter im Senior-Vierer, aber auch im Doppelzweier, und dies bis 67 mit 18 Siegen. Die Bilanz im Siegerbuch weist aber 28 Siege aus, und das bedeutet, daß sich die Differenz aus Steuersiegen erklärt, und dies wiederum beweist seinen Bildungsdrang.
Natürlich stand nun der berufliche Werdegang im Vordergrund, der, für uns Gott sei Dank, in Bremen absolviert werden konnte. So stand ihm eine gewisse Zeit zur Verfügung, und da er pädagogische Fähigkeiten bei sich erkannt hatte, stellte er sich dem Club als Trainer zur Verfügung. Es war eine schöne Zeit mit ihm. Wie ein Spieß beim Kommiß führte er ein Tagebuch, nichts blieb ungeschrieben.
Ja, er war erfolgreich, schon 1970 mit einem 2. Platz im Eichkranzachter. Dann aber kamen die Mädchen, die 75 deutsche Meister im Frauenvierer wurden. Aber auch die Juniorinnen belegten hier den 2. Platz. In 76 gab es dann gleich 2 Goldmedaillen im Doppelzweier und Doppelvierer, und dies war sicherlich der Höhepunkt seiner Trainerlaufbahn.
Längst dürfte es jedem klar sein, daß ich von Peter, genannt Bob, Martin spreche, der danach arbeitsmäßig im Verein eine kurze Auszeit nahm, um sich seiner Familie zu widmen, abgesehen von seinen Hobbys: Laufen und seiner Hobby-Werft.
Als aber seine Tochter mit der Rennruderei begann, wurde auch Bob als Trainingsobmann wieder aktiv. Ja, er hielt sein Wort, daß er mir gegeben hatte, als er als Trainer aufhörte. Jedem dürfte klar sein, und ich weiß, wovon ich spreche, daß dieses Amt wohl eins der schwierigsten ist, ein Amt, in dem Bobbys pädagogische Fähigkeiten nun aber auch noch physisch voll zum Tragen kommen sollten.
Aber auch diese Jahre vergingen. Sein Einsatzwille aber blieb dem Club erhalten, denn nunmehr findet man ihn mit seinem Mitarbeiter Klaus in der Werkstatt, wo er das Material pflegt, das wir alle zum Rudern benötigen.
Das war sein Ruderleben, jedenfalls bis heute. Ich glaube, wir alle können ihm dafür nur unseren Dank sagen und hoffen, daß sein Einsatz für manch Jüngere ein Vorbild sein wird.
Er kennt, wie er selbst immer sagt, nur eine Kneipe hier in Bremen, und die ist in seinem Club.
Bobby, ich wünsche Dir, aber auch mir, daß wir hier noch oft sagen können: "Dat schall us good don!"
Im nachhinein möchte ich noch sagen, daß wir heute auch Bobs Vater Gottlieb Martin ehren wollten, der im gleichen Jahr zur Hansa gekommen ist, ein begeisterter Skatspieler war und eine stets helfende Hand für unseren Hauswart Christian Drönner hatte.Sein derzeitiger Gesundheitszustand gestattet ihm nicht, heute hier zu sein, und so werde ich die Ehrung im privaten Kreis vornehmen.
Martin Vaupel
Martin Vaupel - 60 Jahre Mitglied im Bremer-Ruder-Club "Hansa"
Es ist nicht von ungefähr, daß ich die Ehrung des wichtigsten lebenden Mitgliedes des Bremer Ruder-Club "Hansa" vornehmen darf. Es war nämlich kurz nach meiner Geburt - ich entsinne mich noch genau - als unser Jubilar dem Oberweser Ruderverein beitrat und damit sich jetzt im 60. Mitgliedsjahr befindet. Er war gerade 16 Jahre alt, als er sich dem Rudern verschrieb - und wenn er sich einer Sache verschreibt, tut er es - das haben wir erfahren oder erfahren es noch - mit Leib und Seele. Daß er sich gleich mit Leib dem Verein bzw. dem Rudersport verschreibt, beweist die Tatsache, daß er 5 Tage nach seinem Eintritt am Sommerfest teilnimmt und dieses so aktiv tut, daß er es bereits nach einer halben Stunde wieder verlassen muß, weil eine weitere Teilnahme ihm zu anstrengend geworden wäre. Hier bereits zeigt sich allerdings die Mischung aus körperlicher und geistiger Einbringung, wie man heutzutage sagen würde, ganz klar.
Im nächsten Jahr - 1939 - ging es dann bereits im Achter auf Regatten in Bremen und Hannover, später in Hamburg, und es ging auch das 1. Mal auf die Reeperbahn.
Es kommen die Kriegsjahre, aber selbst hier ist er ruderisch tätig. 1942 fährt er den Soldaten-Vierer auf der Bremer Regatta. Ein Jahr später gerät er in eine einjährige Gefangenschaft. Nach dem Krieg ist er in der zum Teil aufgebauten eigenen Firma tätig, verdingt sich eine kuze Zeit als Tischler bei Schäfer und als Volontär bei Miltenberg und Kriete, bis er schließlich im eigenen ausgelagerten Betrieb in Neheim-Hüsten wieder arbeitsmäßig ansässig wird.
Im nächsten Jahr feiert er seine goldene Hochzeit. Es kommt also 1949 die Heirat und die Tätigkeit im eigenen Betrieb in Bremen. In all diesen Jahren ist er trotz aller Aufbauarbeit - sowohl im beruflichen als auch im familiären Bereich - aktives Mitglied im Verein. In den nächsten 10 Jahren etwa findet man nicht viel in unseren Akten über ihn. Er scheint hier eine kleine Verschnaufpause eingelegt zu haben. Erst Anfang der 60er Jahre wird er wieder zunehmend aktiv. Es wird der 1. Siegerschrank, ein Schrank für die Auszeichnungen der Jugend, erstellt und dem Verein gestiftet. Es folgen eine Unmenge von Stiftungen in den nächsten 1o Jahren. Wenn wir uns hier umsehen und irgendwelche Holzarbeiten sehen, seien es die vielen Ausstellungsschränke oder auch z.B. die Theke und die wunderschönen Wandschränke im Vorstandszimmer, so wissen wir, wem wir all diese Dinge zu verdanken haben.
1969 erhielt er dann auch die gekreuzten Riemen. Nachdem er schon eine Zeitlang - über 3 Jahre - 2. Vorsitzender war, betätigte er sich als Boots- und Materialwart und 1972 als Alt-Herren-Präsident. Martin stellt auch Firmen-Autos zur Verfügung, um den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten.
1975 wird er wiederum 2. Vorsitzender mit den Ressorts "Verwaltung" und "Training". Er begleitet vielfach - man muß eigentlich sagen regelmäßig - die jungen Leute auf die und den Regattaplätzen, indem er die Boote zieht und sich um die jungen Leute kümmert, und ist insofern überall - nicht nur im eigenen Verein - bestens bekannt.
Selbst als er 1980 zum 1. Vorsitzenden gewählt wird, ist er weiterhin dabei, Bootstransporte für den Verein durchzuführen, daß es dabei auch mal zu kleineren Schäden kommt, ein Heck abbricht oder man das Heck eines Vierers in einem Baum wiederfindet, gehört mit zu den Auflockerungen des eintönigen Vereinsgeschäftes.
Neben dem Posten als Vorsitzender blieb er bis 1986 auch noch Trainingsobmann in Personalunion. Immer wieder fungierte er als Motor, Neues anzuschieben oder auch Altes perfekt fortzusetzen. Umso bedauerlicher war es, als er 1992 zum Ende der Saison seinen Posten als 1. Vorsitzender aufgab. Für ihn bedeutete das natürlich nicht das Ende seiner aktiven Tätigkeit, seiner aktiven Ruderei. Er blieb auch weiterhin aktiv in unseren Ruderreihen, insbesondere betätigte er sich bei den jungen Barkenbrüdern als eifriger Mitfahrer und Mitorganisator und stand somit weiterhin ständig im Mittelpunkt der Geschehnisse in unserem Club. Auf unseren Festen gehörte er mit seiner Frau Hanna immer zu den eifrigsten Tänzern. Egal wo es war, er stand immer mit im Mittelpunkt, wenn es galt, etwas zu unternehmen. Wir sahen ihn in den unterschiedlichsten Grüppchen dabeistehen und konnten beobachten, wie er sich aktiv mit Händen und Füßen an den Gesprächen beteiligte.
Grundsätzlich kann man sagen, wo Martin war, war was los. Wenn ich jetzt die ganze Zeit in der Vergangenheit gesprochen habe, ist das natürlich nicht richtig; denn es ist weiterhin so, und er hat auch bis heute nichts von seiner Aktivität verloren und ist immer noch überall ein gerngesehener Gast.
Als 1992 unser Jubilar nach 12jähriger Führung des Vereins den Vorsitz abgab, waren wir alle sehr traurig, hatten aber doch Verständnis dafür, daß nach einer solchen Zeit einmal ein anderer heran sollte. 12 Jahre einen Verein in der Größe unter immer schwerer werdenden Voraussetzungen zu führen, ist nicht einfach, und er hat sich immer erfolgreich bemüht, sich nicht anmerken zu lassen, wie schwer es manchmal ist, dabei gute Laune zu zeigen. Als Dank und Anerkennung wurde er damals zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ich denke, ein Titel, den er sich wohl verdient hat und den er auch mit Stolz tragen darf.
Wenn er heute für die 60jährige Treue zu unserem Verein besonders geehrt wird, so sagt eigentlich diese Ehrennadel nicht im einzelnen aus, was alles dahintersteckt. 60 Jahre einem Verein anzugehören ist, vorausgesetzt, daß man das Alter erreicht, keine Kunst. Einem Verein aber soviel zu geben, wie er es getan hat, bedeutet viel mehr, als sich hinter einer solchen Jahresplakette verbirgt; denn bei ihm bedeutet es ja nicht nur Mitgliedschaft sondern auch Aktivität über 60 Jahre.
Wir wünschen Dir, lieber Martin, daß Du auch in den kommenden Jahren Dich weiter hier auslebst mit Deiner Fröhlichkeit, mit Deinem Ideenreichtum, mit Deiner Großzügigkeit und Deiner Ehrlichkeit in diesem Verein.
Unserem lieben Martin ein drei dreifach kräftiges Hipphipphurra
Tilo Kolb
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