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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Gedanken eines etwas älteren Kohl- und Pinkelfahrers zu unserer diesjährigen Fahrt
Wie immer in der Jahreszeit
sind Hansa-Leute gern bereit
den Leib zu füllen und zu pflegen
auf Pinkelfahrt und Wanderwegen.
Auch diesmal folgten gern dem Ruf
des Königspaars, dessen Behuf
so ganz allein darin besteht,
daß alles glatt vonstatten geht,
40 der Hansa-Rudersleute,
einander und sich selbst zur Freude.
Bei leichtem Nieseln ging es los,
doch war die Stimmung schon famos.
Dem frohen, bunten Hansa-Haufen
gefiel es offenbar zu laufen.
Kein grieses Antlitz war zu seh´n
und ohne Zweifel fand man´s schön.
Der Wagen, bunt geschmückt und schwer,
der handgezogen vor uns her
die Stärkung trug für durst’ge Seelen,
die sich mit manchem mußten quälen,
er wurde leichter Schritt für Schritt,
und alle tranken fröhlich mit,
wenn neu den Weg, den wir nicht kannten,
die Ausrichter der Fahrt uns nannten.
Bei manchem Halt - und das war’n viele -
gab es dann nette Mannschaftsspiele,
bei denen wir uns amüsierten.
Und keine gab es, die sich zierten!
So kamen wir, ganz nebenbei,
fast trocken an bei Koldewey.
Das ist der Gasthof ja in Stuhr,
wohin seit Jahren man schon fuhr
zu Kohl und Pinkel über Land,
und wo man gute Atzung fand.
Jetzt ist das ein piekfeines Haus,
in das man kommt zu frohem Schmaus.
Unmengen Tische sind gedeckt,
damit es dran den Leuten schmeckt,
die - wie es alte Riten wollen -
hier ihren Hunger stillen sollen.
Zu Kohl und Pinkel ist man hier,
und dazu gibt es Schnaps und Bier.
Nur war er braun einst, unser Kohl,
- jetzt ist der schwarz - und uns’rer wohl
nur noch mit grün bezeichnet wird,
was mich als Alten leicht verwirrt.
So fanden wir es auch diesmal.
An runden Tischen - vier an Zahl -
ließen wir uns zum Schmause nieder.
Nur eins vermißte ich: die Lieder,
die früher wir aus frohen Kehlen
erklingen ließen. Ja, die fehlen
jetzt meist. Sie sind wohl ausgeklungen.
Und ohne Mitwirkung der Lungen
füllt man den Kohl sich jetzt hinein
- wir sind ja kein Gesangverein!
Und doch, wie schön und auch wie laut
hat man die Zeit einst überbaut;
wie konnt’ ein Lied das frohe Zechen
so schön mal etwas unterbrechen!
Ihr Jungen, holt die Zeit Euch wieder,
wo alle kannten frohe Lieder,
wo Rudersleute ließen klingen
manch munt’res Lied beim frohen Singen!
Doch dennoch stieg die Stimmung an.
An den vier Tischen hörte man
frisch, freies Reden, laut und munter.
Und mancher Schluck glitt glatt hinunter,
um zu des Trinkers weit’rem Wohl
im Leib zu mindern den vom Kohl
und Pinkel und dem Speck wohl auch
geschaff’nen Druck im vollen Bauch.
Und wie es sich seit eh gebührt:
Ein Königspaar ward neu gekürt,
das uns im nächsten Jahr bestimmt
wieder an seine Leine nimmt,
und das bei munt’rem Tanz dann alle
in Schwung hält in des Festes Halle.
Diesmal - das war mir völlig neu -
da saß der neue König scheu
auf seinem Platz und ließ die alten
Ruderer seinen Tanzplatz halten!
Dein Volk sieht gerne, Majestät,
wenn alles sich im Kreise dreht!
So hoffe ich, daß nächstes Jahr
auch unser liebes Königspaar
beim Tanz sich dreht auf glatter Fläche
und damit unterbricht die Zeche!
Wenn wieder uns zum braunen Kohl
das Königspaar ruft, hoff’ ich wohl,
daß es ihm dann möge gelingen
das Tanzbein vor dem Volk zu schwingen!
Wenn dann wir auf der Fläche steh’n,
die Majestäten tanzen seh’n,
dann bitte ich nur, daß vorher
man sicherstellt, daß nicht zu sehr
die Trommelfelle uns geschunden!
(Diesmal hab’ ich den Krach verwunden
und hab - was nicht bei jedem geht -
nur abgestellt mein Hörgerät.)
Doch dennoch war es wieder schön,
trotz lautem Tschingdara-Getön.
Und dankbar trabt der Pegasus
zum Stall. Und ich mach’ dankend Schluß.Hubert Holzmann
Nach der Kohlfahrt
Für uns ging alles um 22.30 Uhr zu Ende. Einige zogen sich über ihr tanzfreudig durchgeschwitztes Zeug die noch regennassen Jacken, und schon standen wir mit noch vielen fremden Gesichtern an der Bushaltestelle. Der Bus kam. Leer. Proppenvoll fuhr er weiter, um kurz danach noch einmal so viele wie uns aufzunehmen. Ging aber nicht. Die Türen gingen nicht zu, obgleich schon viele bei anderen auf dem Schoß saßen. Der Bus brach nicht durch, kippte auch nicht um, und alle stiegen tief durchatmend, aber heil beim Roland-Center in die "6".
Während einige brav nach Hause fuhren, brachten andere den Bollerwagen weg und gingen dann auf ein Bier zum "Saxophon". Dort trudelten noch ein paar andere ein, und so wurden wir wieder 10, also 25% (!!!) aller Kohlfahrt-Teilnehmer.
Bald schon gründeten wir einen neuen Verein. Seit dem 8.2.98 - 0.30 Uhr - gibt es nun also die "Hansa-Singles", kurz: die "Ha-Si’s". Immerhin waren wir alle Singles. Gründungsmitglieder waren von rechts herum bis links: Gaby, Olaf, Gisela, Martina, Jörg, Martin, Dirk, Ingo, Günter und ich. Vorsitzender ist Ingo, Kassenführer Günter und ich Schriftführerin. Mitglied kann jeder Single des Vereins werden. Ein Aufnahmeformular gibt es nicht. Es gilt der alte hanseatische Handschlag. Wer den Status "Single" verliert, verliert auch automatisch die Mitgliedschaft.
Mitgliedsbeiträge werden durch Spenden ersetzt.
Später tummelten sich noch einige im "Moments", kamen auf abenteuerlichen und umwegigen Wegen nach Hause und müssen ja wohl die Sonne aufgehen geahnt haben.
Alles spricht für sich.
Helga Klein
Liebe Kohlfahrtfreunde,
nachdem sich das kohlkönigliche Paar nach einer feucht-fröhlichen Wanderung, bei der es uns tatsächlich an den ersehnten Trog führte und diesen nicht durch irgendwelche Widrigkeiten verfehlte, bravourös verabschiedet hat, ging nahtlos die königliche Würde - ob verdient oder unverdient, mag dahingestellt bleiben - an uns über.
Wir sind uns der Verantwortung und Ehre bewußt und bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen, das wir zu schätzen wissen. Wir haben überrascht und in Ehrfurcht dieses hohe Amt angetreten und werden die Tradition mit aller Sorgfalt in die letzte Etappe dieses Jahrtausends weitertragen.
Vorab bitten wir aber alle KohlfahrtteilnehmerInnen der diesjährigen freudvollen Veranstaltung, einmal ihre Hosen-, Mantel- und sonstigen Taschen nach kleinen Gläsern mit je einem farbigen Geschenkband durchzusehen. Dieses Geschenkband bedeutete nicht, daß es sich hier um ein Geschenk handelt. Wer das annimmt, irrt leider. Das Band diente lediglich dazu, das Gruppengefühl zu stärken, das durch das häufige Benutzen der daranhängenden Gläschen möglicherweise verloren gehen konnte.
Bitte sorgt dafür, daß die Gläschen evtl. über den Umweg Theke wieder bei Günter landen. Die Bändchen dürft Ihr behalten.
Wir wünschen allen eine fröhliche Zwischensaison und verabschieden uns bis zur nächsten Kohlfahrt mit einem dreifach kräftigen "Gut Kohl! - Gut Kohl! - Gut Kohl!".
Euer amtierendes Kohlkönigspaar
Olaf und Helga
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