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Bremer Ruder-Club "Hansa" (1879/83) e.V. |
Irgendwann im Frühsommer sprach Günther mich an, ob ich nicht eine Wanderfahrt auf der Aller organisieren möchte. Er ist vor -zig Jahren mit den alten Herren von Celle nach Verden (ca 120km) gerudert. Er wollte dies wiederholen. Ich hatte zugestimmt, doch irgenwie ist diese Wanderfahrt in Vergessenheit geraten. Umsomehr hatte ich mich gefreut, als Gisela diese Tour plante und ausschrieb. Am Do. 14. August, 1 Tag vor der Tour, fand die Besprechung statt. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Gisela leider nicht teilnehmen. Nach zähen Verhandlungen und gutem Zusprechen sind Giselas geplante 2 x 40km in 2 x 65km (doch die Strecke Celle - Verden) geändert worden. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir nicht, auf welches Abenteuer wir uns einließen.
1 Tag später fuhren Martina, Anja, Margita, Olaf, Wilfried, Günther und ich mit 3 PKWs abends los. Während Anja und Martina nach Verden fuhren (Anja stellte dort ihr Auto ab), fuhr Wilfried mit dem Hänger nach Celle. 1,5km vor dem dortigen Ruderverein stoppte ein zu hoher Kantstein vorerst die Weiterfahrt. 1. Schreck: Plattfuß, Reifenwechsel. Der Abend endete mit einem Stadtbummel und einem Besuch der Bayrischen Botschaft = gemütliches Lokal mit bayrischen Gerichten und Weizenbier vom Faß. Nachdem der 1. Schreck verdaut war, folgte am nächsten Tag um 10:30 Uhr der nächste. Die "Werra" zog Wasser. Jedoch war es kein Leck, sondern das Boote wurde eine Ewigkeit nicht mehr gerudert.
Eine Umtragestelle (nach 800m), niedriges Wasser und 4 Schleusen lagen nun vor uns. Bei herrlichem Sonnenscheinwetter ruderten wir ganz gemütlich dahin. Die 1. Schleuse wurde passiert. Das Mittagessen mußte leider verschoben werden, da der 2. Schleusenwärter auf uns wartete. Um 16 Uhr fanden wir dann ein schattiges Plätzchen. Günther und die Damen nahmen erstmal ein Bad. Danach stärkten wir uns mit Martinas leckerem Schwarzbrot und Kuchen. Ein Blick zur Uhr versetzte uns den nächsten Schreck. Die 4. Schleusung konnten wir nicht mehr durchführen. Was nun? Unser Quartier in Ahlden lag dahinter. Eine hitzige Diskussion entstand. Letztendlich haben wir uns nach der 3.Schleuse entschieden. Die Boote sind beim Campingplatz in Engehausen an Land gebracht worden und wir sind mit dem Taxi zum Hotel gefahren. Der Hotelier hatte auch noch umdisponiert und uns in einem umgebauten Bauernhaus mit Einbauküche, SAT-TV, an Kopf- und Fußende höhenverstellbare Betten untergebracht. Direkter Zugang zum Wasser nicht zu vergessen. 4 Leute nutzten gleich die Gelegenheit zum Baden. Im Hotelgarten ruhten wir uns beim lang ersehnten Bier aus. Immerhin mußten wir ca 40km darauf warten.
Der 2. Tag endete bei 82,3km im WSA- Hafen in Rethem. Das Superwetter blieb uns erhalten und so ruderten, trieben und badeten wir wieder. Zwischenzeitlich mußte Anja ihren erhitzten "Ruderkopf" in der Aller abkühlen. So ein Wetter lockt natürlich nicht nur Ruderer auf_s Wasser, Wasserskiläufer auch. Insgesamt 3km rauschten sie rücksichtslos an uns vorbei. Die starken Wogen meisterten jedoch unsere Steuerleute. Im WSA-Hafen nahmen wir die Boote raus. Während Anja, Martina und Wilfried mit dem Taxi nach Verden fuhren (von dort via Celle zurück), machte der Rest die Boote transportfertig. Stunden später, die Sonne verabschiedete sich schon mit einem schönen Sonnenuntergang, die Mücken schwärmten aus, die Nacht lag vor uns, holten uns die PKWs ab. Irgendwann um Mitternacht trafen wir uns im Vereinsheim wieder. Die Rudertour war geschafft. Aber auch wir waren geschafft. Die Strapazen und Anstrengungen hatten bei einigen Spuren hinterlassen. Manch einer wird seine Lehren und Konsequenzen daraus ziehen. Zum Organisatorischen kann ich sagen, daß diese Tour bestimmt wieder angeboten wird. Jedoch nicht 2 x 65km, sondern höchstens 2 x 40km. Außerdem wird das Hin- und Herfahren des Hängers in der Planung besser koordiniert werden.
Martin Soltau
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