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"Hansa" (1879/83) e.V.

Rudern in Singapore, Teil 3

Meine Eltern sind schon etwas verrückt, aber aufgrund dessen habe ich schon in meinem zarten Alter einiges mitgekriegt.

Neulich morgens nach dem Frühstück haben sie mich wieder ins Auto gesteckt, und ab ging's zum Rudern. Ich dachte, das kennst du ja schon: Mama geht aufs Wasser und Papa geht mit mir joggen. Danach geht's bei Mama an die Brust, und Papa kann aufs Wasser. Diese Reihenfolge hat mir eigentlich immer ganz gut gefallen.

Doch heute war alles anders. Irgendwie fehlten die richtigen Boote. Mama und Papa sahen schon ganz genervt aus, denn das übriggebliebene Bootsmaterial trieb sogar mir als Frischling die Tränen in die Augen. Wie sich später herausstellte, waren alle guten Rennboote zum Pandang Reservoir gebracht worden, wo die Trainingsleute ihr Pensum absolvierten. In Kallang bestand jetzt nur noch die Möglichkeit, mit schlechtem Bootsmaterial baden zu gehen, zu hanteln oder Ergo zu fahren.

Und das war meine Chance. Mama und Papa beschlossen, sich aufs Ergo zu setzen, und das scheint tatsächlich auch etwas für mich zu sein. Immer nur gejoggt zu werden oder zu krabbeln ist auf die Dauer halt nichts. Papa setzte mich auf den Sitz, ich durfte dann den Griff festhalten und mußte dann, bevor ich richtig loslegen konnte, noch eine Weile ruhig sitzenbleiben, damit das Foto für den CS nicht verwackelte. Zugegeben, etwas an Beinlänge fehlte noch, um richtig in Schwung zu kommen, aber das wird werden.

Auf jeden Fall freue ich mich schon aufs nächste Mal, wenn's wieder heißt: Auf zum Rudern!

Jannes Hartmann Rosig

Nachtrag:

Im Pandang Reservoir ist z. Zt. die Außenstelle des SARA (Singapore Amateur Rowing Association). Beim Royal Yacht Club können die Boote halbwegs gut untergebracht werden, und es gibt sogar ein bewirtschaftetes Bootshaus mit Pool und Kinderspielplatz. Aber als guter Deutscher hat man auch bei diesen angenehmen Rahmenbedingungen etwas zu meckern. Das Ruderrevier läßt auch hier zu wünschen übrig. Das Wasser ist zwar sauber, weil es sich um ein Trinkwasserreservoir handelt, aber da hört das Angenehme auch schon auf. Der fast rechteckige künstlich angelegte See hat eine Uferbefestigung komplett aus Steinen. Es gibt keinen Baum oder Strauch direkt am Wasser oder Hochhäuser, die vielleicht Schatten spenden könnten, d.h. der Sonnenstich ist vorprogrammiert. Bestimmte Bereiche sind mit Bojen abgetrennt. Die sollte man tunlichst meiden, weil dort das Wasser entnommen wird. Es gab auch die Empfehlung, mit Schwimmweste zu rudern. Ob und wie wir das gemacht haben, kann dann im nächsten CS gelesen werden.

Britta Rosig

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